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Ferdinandplatz soll wieder einen Brunnen erhalten

Noch ist nicht einmal klar, wie das neue Verwaltungszentrum aussehen wird, da wird bereits über einen Brunnen diskutiert. Die ersten Ideen.

Fünf Jahre wird es noch dauern, bis das neue Verwaltungszentrum auf dem Dresdner Ferdinandplatz bezugsfertig ist. Dann soll dort auch Wasser sprudeln.
Fünf Jahre wird es noch dauern, bis das neue Verwaltungszentrum auf dem Dresdner Ferdinandplatz bezugsfertig ist. Dann soll dort auch Wasser sprudeln. © Sven Ellger

Dresden. Der alte Gänsediebbrunnen war so ziemlich das einzige auf dem Ferdinandplatz, was die Luftangriffe unbeschadet überstanden hatte. Alte Aufnahmen zeigen ihn 1945 – wie hineingesetzt – von Ruinen umgeben. Die Bronzefigur eines Jungen, der im Vorbeigehen Gänse stiehlt. Unter ihm ein rundes Wasserbecken. Nun, mit der Wiederbebauung des Ferdinandplatzes, soll wieder Wasser sprudeln.

Entstehen soll der Brunnen zwischen Karstadt-Kaufhaus und dem neuen Verwaltungszentrum, umgeben von Bäumen. Mit ersten Entwürfen hat die Stadt das Büro des Dresdner Landschaftsarchitekten Till Rehwaldt beauftragt. Dieser hat am Freitag in der Gestaltungskommission erste Ansätze vorgestellt, wie der Brunnen einmal aussehen könnte. Natürlich wären auch eckige und verwinkelte Formen möglich, so Rehwaldt. Man habe sich aber quasi als Hommage an den alten Gänsediebbrunnen bewusst für eine klassische, runde Form entschieden. 

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Brunnen mit Elbe und Elbhängen

Zwei Entwürfe spielen mit der Lage Dresdens. So könnte der Brunnen so gestaltet werden, dass sich ein Wasserband durch die Mitte zieht – die Elbe. Links und rechts gebe es leichte Erhöhungen, die die Elbhänge symbolisieren würden. Von ihnen herunter würde hier und da Wasser fließen wie von den kleinen Flüssen und Bächen in die große Elbe. Eine andere Variante würde Moldau und Hamburg mit ins Spiel bringen, wobei der Brunnen wie eine Art Landkarte gestaltet wäre. Ein dritter Entwurf spielt weniger mit der Geografie. Im Kreis gebe es drei versetzt aufeinanderliegende Scheiben. Dabei hätte man einen trockenen Bereich, eine Wasserfläche und eine Scheibe, die leicht vom Wasser überflossen wird. „Wir sind noch nicht am Ende des Überlegens“, betont Till Rehwaldt. So sei auch noch unklar, ob man Spring-Wasserstrahle in die Höhe schießen lässt oder sich doch eher für flachere Wasserspiele entscheiden sollte.

© Entwurf: Rehwaldt Landschaftsarchitekten

Die dänische Architektin Mikala Holme Samsøe, die in der Dresdner Gestaltungskommission sitzt, fragte, ob es denn überhaupt so verspielt sein müsse. „Vielleicht sollte man die Wasserfläche einfach wirken lassen“, sagte sie. „Ich könnte mir vorstellen, dass das komplett ausreicht.“

Rehwaldt machte auf diesen Vorschlag hin den Konflikt deutlich, den es gibt. So wünsche sich die Stadt Dresden etwas richtig Tolles an dieser Stelle. Einwohner erwarteten möglicherweise prunkvoll gestaltete Sandsteinbrunnen, wie es sie bereits in der Stadt gibt. Auf der anderen Seite sei die Zeit der großen repräsentativen und skulpturalen Brunnen vorbei. Der neue Brunnen auf dem Ferdinandplatz solle sich außerdem einfügen und kein eigenständiges monumentales Bauwerk werden. Im Gegenteil, man habe bewusst darauf geachtet, ein „schönes Möbelstück“ zu entwerfen – etwas, wohin man sich im Sommer setzen und abkühlen kann. Etwas, das die Sichtachse nicht verstellt und dennoch die Liebe der Dresdner bekommt.

Alter Gänsediebbrunnen kommt nicht zurück

Die Gestaltungskommission empfiehlt dem Architekturbüro nun, die Brunnen-Vorschläge nicht losgelöst von der Umgebung, sondern noch einmal im Zusammenhang mit Bäumen darzustellen, die zwischen Karstadt und dem Verwaltungszentrum gepflanzt werden sollen. Sonst seien die Dimensionen schlecht einschätzbar. „Der Brunnen muss außerdem etwas mit dem alten Ferdinandplatz zu tun haben“, sagte Jürg Sulzer, der Vorsitzende der Kommission. Die runde Form des Gänsediebbrunnen aufzugreifen, sei die richtige Richtung. Doch das genüge nicht, um einen historischen Zusammenhang zu damals herzustellen. Ein weiterer Wunsch der Kommission ist es, dass der Brunnen auch im Winterhalbjahr eine erlebbare Anlage wird. An dieser Stelle dürfe es keinesfalls ein sechs Monate lang brachliegendes Becken geben, in dem sich die Cola-Dosen sammeln.

Den alten Gänsediebbrunnen zurückzuholen, ist offenbar keine Option. Er wurde 1961 in der Weißen Gasse platziert, wo er bis heute steht. Das neue Verwaltungszentrum soll bis 2025 gebaut werden.

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