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Letzte Sperrungen in Dresden-Pieschen

Die SachsenEnergie hat die meisten Fernwärmeleitungen verlegt. Warum der Autobahnzubringer noch gesperrt ist und welche Pläne es für 2021 gibt.

Bau-Abteilungsleiter Egbert Hennig und Gruppenleiterin Uta Gedrich von der SachsenEnergie freuen sich, dass der Anschluss von Pieschen ans zentrale Fernwärmenetz so weit fortgeschritten ist.
Bau-Abteilungsleiter Egbert Hennig und Gruppenleiterin Uta Gedrich von der SachsenEnergie freuen sich, dass der Anschluss von Pieschen ans zentrale Fernwärmenetz so weit fortgeschritten ist. © René Meinig

Dresden. In Dresden-Pieschen gehören Bauzäune und gesperrte Straßen zum Alltag. Die jetzt mit der Enso zur SachsenEnergie fusionierte Drewag verlegt seit 2017 Fernwärmeleitungen, damit der Stadtteil einen Anschluss ans zentrale Netz bekommt und mit der umweltfreundlichen Alternative zu Erdgas und Öl versorgt werden kann.

Rund 45 Millionen Euro investiert das Versorgungsunternehmen dafür, davon zwölf Millionen für den Fernwärmetunnel an der Marienbrücke. Gefördert werden die Arbeiten mit 8,9 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung. Damit soll die Luftqualität verbessert werden, indem 3.200 Tonnen Kohlendioxid (CO2) jährlich eingespart werden.

Die Arbeiten sind weit fortgeschritten. „Das CO2-Einsparziel ist bereits erreicht“, sagt SachsenEnergie-Gruppenleiterin Uta Gedrich, die für die Anschlussstrategie zuständig ist. Um das auf andere Weise zu erreichen, müssten 254.000 Bäume gepflanzt oder über 1,3 Millionen Liter Benzin jährlich eingespart werden.

Der Fortschritt: 250 Pieschener Häuser angeschlossen

418 Gebäude gibt es im Gebiet zwischen Leipziger und Großenhainer sowie Erfurter und Rehefelder Straße. 357 von ihnen, das entspricht 80 Prozent, sollen einen Fernwärmeanschluss erhalten. „Wir haben versucht, uns zuerst auf die größeren Gebäude zu konzentrieren“, sagt SachsenEnergie-Abteilungsleiter Swen-Sören Börner, der sich darum kümmert.

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Insgesamt 250 Gebäude sind bereits angeschlossen oder für sie ist ein Anschluss in diesem Jahr bereits vertraglich vereinbart. Als Beispiele dafür führt Börner den Hotel-Neubau in der Hafen-City, das Gründer- und Gewerbezentrum auf der Riesaer Straße und den großen städtischen Gewerbehof auf der Großenhainer Straße 99 an.

Der Leitungsbau: Nur noch ein guter Kilometer fehlt

Auf insgesamt 11,7 Kilometern sollen Fernwärmeleitungen verlegt werden. Die Trasse beginnt an der Semperoper, führt durch den neuen Fernwärmetunnel und weiter durch Pieschen bis zum früheren Sachsenbad. Auf 10,6 Kilometern sind die Leitungen bereits verlegt. Jetzt fehlen nur noch 1,1 Kilometer, erläutert der für Bau und Planung zuständige SachsenEnergie-Abteilungsleiter Egbert Hennig. „Wir haben jetzt mit dem letzten großen Abschnitt im Rahmen des Förderprojekts begonnen“, sagt er. Dabei handelt es sich um das Stück der Oschatzer Straße zwischen Leisniger und Bürgerstraße, das bis Ende April voll gesperrt wird.

Außerdem wird noch auf der Weinböhlaer, der Torgauer, der Leisniger und auf der Konkordienstraße sowie in Altpieschen gebaut. „Es sind vor allem kleinere Straßen, die noch anzuschließen sind“, erklärt Gruppenleitern Gedrich. Beispielsweise handelt es sich um Straßen, die bisher für Umleitungen benötigt wurden. Das Ziel ist es, dieses Jahr den Trassenbau abzuschließen. Allerdings sollen auch im kommenden Jahr weitere Hausanschlüsse verlegt werden, vor allem für Hausbesitzer, die erst später Lieferverträge abschließen. Größere Sperrungen wie 2020 Jahr werde es aber in diesem Jahr nicht mehr geben.

Der Lichtblick: Autobahnzubringer wird freigegeben

Die neue Fernwärmetrasse wird seit vergangenem Jahr bis Mickten verlängert, was mit Sperrungen verbunden ist. Nötig ist der Ausbau unter anderem, da südlich des Elbeparks 2.000 neue Wohnungen entstehen. Künftig kann das kleine Heizkraftwerk an der Radebeuler Straße, das den Anforderungen nicht mehr genügen wird, von Dresdens größter Anlage an der Nossener Brücke effektiver als bisher versorgt werden. Der Großteil der Leitungen ist verlegt. „Wir werden alles daran setzen, um Mitte des Jahres das Micktener Inselnetz ans zentrale Fernwärmenetz anschließen zu können“, sagt Gedrich.

Sperrschilder prägen seit Monaten das Bild auf der Lommatzscher Straße. Die Arbeiten auf dem Autobahnzubringer sind weit fortgeschritten.
Sperrschilder prägen seit Monaten das Bild auf der Lommatzscher Straße. Die Arbeiten auf dem Autobahnzubringer sind weit fortgeschritten. ©  Foto: Rene Meinig

Wegen des Fernwärmebaus ist die Lommatzscher Straße seit September gesperrt, derzeit im Abschnitt zwischen Trachauer und Franz-Lehmann-Straße. Die Leitungen sind verlegt. „Dort muss nur noch die Schwarzdecke eingebaut werden. Alle anderen Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen“, erklärt Abteilungsleiter Hennig. Bei der derzeitigen Kälte sei ein qualitätsgerechter Einbau des Asphalts nicht möglich. Sobald es wieder wärmer wird, könne der Asphalt eingebaut und danach der Autobahnzubringer wieder freigegeben werden.

Eigentlich sollten die Sperrzäune bereits im vergangenen Monat fallen. Doch Verzögerungen habe es unter anderem beim Bau der Gruben für den Fernwärmetunnel unter der Leipziger Straße und wegen des schwierigen Baugrundes sowie veränderter Lage von Leitungen gegeben. „Der entstandene Verzug konnte auch wegen Ausfällen in Folge von Corona nicht aufgeholt werden“, erklärt Bau-Abteilungsleiter Hennig.

Wenn das Wetter wieder wärmer wird, muss nur noch die Fahrbahn asphaltiert werden. Dann kann die Lommatzscher Straße wieder freigegeben werden.
Wenn das Wetter wieder wärmer wird, muss nur noch die Fahrbahn asphaltiert werden. Dann kann die Lommatzscher Straße wieder freigegeben werden. ©  Foto: Rene Meinig

Der LKA-Anschluss: Noch dieses Jahr strömt Fernwärme

Knapp 21 Millionen Euro investiert die SachsenEnergie dieses Jahr insgesamt für den Fernwärmeausbau des 622 Kilometer langen Netzes in Dresden. Bereits Mitte wurde damit begonnen, das Landeskriminalamt an der Neuländer Straße anzuschließen. Dort werden am Baumwiesenweg und auf der Neuländer Straße auch andere Leitungen verlegt. Der neue, 1,7 Millionen Euro teure Anschluss soll bis August fertiggestellt werden, erläutert Hennig. Allerdings werden danach noch bis 2022 neue Kanäle verlegt. Zum Schluss wird das Tiefbauamt die Straßen erneuern.

Das Inselnetz: Trachau bekommt zentralen Anschluss

Trachau soll ebenfalls wie Mickten einen Anschluss ans zentrale Fernwärmenetz erhalten. Möglich wird das durch den Ausbau in Pieschen. Angeschlossen werden soll das Gebiet zwischen Industrie- und Schützenhofstraße, das derzeit noch vom Blockheizkraftwerk an der Halleystraße unweit des Klinikums Neustadt versorgt wird. „Das Gebiet soll bis spätestens 2023 den zentralen Anschluss erhalten“, sagt Gruppenleiterin Gedrich.

Die weiteren Pläne: Fernwärme für Sportkomplexe

Auch im Zentrum werden noch große Gebäude ans zentrale Netz angeschlossen, verweist Abteilungsleiter Börner auf weitere Pläne. Als Beispiele führt er das neue Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz und das Heinz-Steyer-Stadion an. In dem Zuge sollen dahinter noch die Energieverbund-Arena und die DSC-Trainingshalle bis zum kommenden Jahr Anschlüsse bekommen.

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