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Woher kommen Flüchtlinge nach Dresden?

Die Vielfalt der Sprachen und Nationalitäten in Dresden nimmt zu. Anteil daran haben auch Flüchtlinge. Doch wo sind diese Menschen aufgebrochen?

Die Geflüchteten fliehen vor Krieg, Hunger und Gewalt.
Die Geflüchteten fliehen vor Krieg, Hunger und Gewalt. © Symbol-/Archivbild: Swen Pförtner/dpa

Dresden. Lange waren Syrien, der Irak und Iran die Länder, aus denen die meisten Geflüchteten nach Dresden kamen. Seit ein paar Jahren kommen auch andere Länder dazu. So ist die Lage in den Heimen.

Wie viele Flüchtlinge kamen 2020 und 2021 neu nach Dresden?

Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 hat die Stadt in Heimen und Wohnungen insgesamt 592 Geflüchtete untergebracht. Im ersten Quartal 2021 waren es 72 Geflüchtete, antwortet Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf eine AfD-Anfrage.

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Platz gibt es in Dresden genug. Die Stadt hat in den Heimen 2.167 freie Plätze zur Unterbringung von Geflüchteten, in den Wohnungen sind es 707, so der Stand von März. Noch frei sind rund 100 Plätze. In den Dresdner Erstaufnahmeeinrichtungen sind aktuell 435 Menschen untergebracht.

Für das Jahr 2020 fielen 35,4 Millionen Euro für die Unterbringung, Betreuung und Versorgung der Flüchtlinge an, so das Sozialamt. Darin enthalten sind auch Kosten für den Wachschutz in den Heimen und die integrativen Maßnahmen. Für 2021 rechnet die Stadt mit der gleichen Summe.

Wie viele unbegleitete minderjährige Asylbewerber wurden aufgenommen?

Wenn minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern nach Dresden kommen, nimmt das Jugendamt sie auf. 2020 gab es insgesamt 88 neu begonnene Inobhutnahmen bei 62 unbegleitet eingereisten ausländischen Minderjährigen. Von Januar bis März 2021 waren es 48. "Die Anzahl der Inobhutnahmen als Ereignis lässt keinen Rückschluss auf die Anzahl der in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen zu. Jüngere Kinder werden in der Regel nur einmalig in Obhut genommen", erklärt Hilbert. Ältere Kinder und Jugendliche würden häufiger mehrfach in Obhut genommen, so dass hier die Zahl der Inobhutnahmen und die Zahl der tatsächlich damit verbundenen jungen Menschen erheblich auseinanderfalle.

Wie ist die Coronasituation in den Heimen?

Bevor eine Umverteilung durch die Landesdirektion Sachsen erfolgt, werde bei den Flüchtlingen ein Antigen-Schnelltest in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaates durchgeführt, erklärt die Stadt. Denn auch in den Heimen gab es einen Coronaausbruch. Betroffen war auch die Asylunterkunft an der Bremer Straße. Mitte Oktober wurden dort die ersten zwei Fälle bestätigt. Doch das Ausmaß war dann deutlich größer. "Insgesamt gab es in den Dresdner Aufnahmeeinrichtungen 30 positiv auf Corona getestete Personen - elf in der Hamburger Straße und 19 in der Bremer Straße", sagte Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion Sachsen damals.

Was sind die Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge?

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Laut Antwort von Hilbert sind die Hauptherkunftsländer Syrien, die Russische Föderation, Venezuela, Georgien, Irak, Libanon, Afghanistan, Türkei, Tunesien und der Iran. Lange waren die Hauptherkunftsländer Syrien und Irak. Der Flüchtlingsrat weiß aber auch, dass vermehrt Geflüchtete aus Venezuela kommen und spricht von einer humanitären und politischen Krise in dem Land. Außerdem könne der Staat seine Bürger nicht mehr richtig versorgen, es herrscht in vielen Teilen des Landes eine Hungersnot. Des Weiteren werde der Strom sanktioniert.

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