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"Wir wollen die Klimakrise bewältigen - und Corona"

Am Freitag ging "Fridays for Future" in Dresden trotz Regens auf die Straße. Auch SZ-Schüler-Praktikantin Cosima Chalk ist mitgelaufen. Hier sagt sie warum.

Cosima Chalk ist SZ-Schülerpraktikantin und war am Freitag bei Fridays for Future dabei. Sie schildert den Klimastreik aus ihrer Sicht.
Cosima Chalk ist SZ-Schülerpraktikantin und war am Freitag bei Fridays for Future dabei. Sie schildert den Klimastreik aus ihrer Sicht. © Marion Doering/privat

Von Cosima Chalk

Dresden. Fridays for Future. Von dieser Aktion hat wohl schon jeder etwas gehört. Die damals 15-jährige Greta Thunberg brachte die Idee von Schweden aus in die Welt, jeden Freitag statt den Unterricht zu besuchen, auf die Straße zu gehen und gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Am 20. August 2018 fand die erste Demonstration vor dem schwedischen Parlament statt. Über Wochen wurden danach aus Hunderten Demonstranten mehrere tausend, bis mehrere tausend zu mehr als einer Million wurden.

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Am Freitag, 25. September, fand in Dresden die zweite Demo seit Corona statt. Sie ist Teil eines globalen Klimastreiks unter dem Motto "Kein Grad weiter". Wichtig ist es den Demonstranten wie mir trotzdem, dabei die Corona-Maßnahmen einzuhalten, denn wir wollen nicht nur die Klimakrise bewältigen, sondern auch das Coronavirus!

Weltweit belastet die Menschheit die Atmosphäre jährlich mit Milliarden von Tonnen CO2. Und seit der Industrialisierung steigt die Zahl über 2 Billionen Tonnen. Eine Zahl, die man sich nicht vorstellen kann. Was wir uns aber vorstellen können, ist, wie gewaltig das Problem für die Umwelt und für die Menschen ist.

"Diese Nachricht ist nicht die, die wir als Gruppe verbreiten wollen"

Bei der Demo am Freitag waren Menschen jeder Altersgruppe dabei. Von Kindern aus der ersten Klasse bis zu Rentnern. Sogar die Frauenkirche ließ um genau fünf vor zwölf ihre Glocken läuten, als Zeichen dafür, dass die Gemeinde die Aktion unterstützt. In Dresden läuft die Gruppe der Demonstranten ab dem frühen Nachmittag hinter einem Wagen her, von dem Musik spielt. Zwischen den Liedern werden eingängige Sprüche gerufen, wie zum Beispiel: "Hopp, hopp, hopp, Kohle stopp". Diese Sprüche sollen auf die Ansichten und Absichten von uns Demonstranten aufmerksam machen und daneben Stehende herzlich einladen, bei uns mitzulaufen.

Wie bei fast jeder Demo gibt es auch am Freitag eine Gegendemo. Zwar nicht in großer Zahl, aber immerhin sind ein paar Leute gekommen, die mit gegensätzlichen Sprüchen auf ihren Schildern auf die Demonstranten einreden. Der heutige Anti: Ein junger Mann hat sich mit einem Schild, auf dem "Atomkraft, ja, aber bitte klimaneutral" steht, unter uns Demonstranten gemischt. Die Polizei hat ihn rausgeschickt. Diese Nachricht ist nicht die, die wir als Gruppe verbreiten wollen und kann für uninformierte das Image der Fridays-for-Future-Aktion vollkommen abändern. Was wir den Menschen nämlich sagen möchten, ist: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut"!

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Cosima Chalk ist derzeit Schüler-Praktikantin in der Stadtredaktion der Sächsischen Zeitung. Sie besucht die 11. Klasse der Freien Waldorfschule in Dresden. 

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