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Froschkönig taucht in Dresdner Teich auf

Naturfreunde haben den Teich an der Burg Helfenberg renaturiert. Dort fühlen sich nicht nur Kaulquappen wohl, auch ein goldenes Schmuckstück war plötzlich da.

Stolz blickt er auf sein Reich: der goldene Froschkönig im Burgteich.
Stolz blickt er auf sein Reich: der goldene Froschkönig im Burgteich. © René Meinig

Dresden. Kaum ein Dresdner kennt die mittelalterliche Burg Helfenberg, die 1350 erstmals erwähnt wurde und Ende des 18. Jahrhunderts abgetragen wurde. Die Reste der Ruine befinden sich im Helfenberger Grund, der sich zwischen Niederpoyritz und dem Schönfelder Hochland erstreckt.

Die Ruine liegt etwa auf Höhe des heutigen Schlosses Helfenberg, aber auf der gegenüberliegenden Seite des Grundes. An ihrem Fuß befindet sich der Burgteich. Der war in den vergangenen Jahrzehnten stark verlandet und immer kleiner geworden. Durch viele Arbeitseinsätze der Arbeitsgruppe Natur im Schönfelder Hochland (AG) des NABU Dresden-Meißen wird er jetzt zu einem funktionierenden Biotop ausgebaut.

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Mitglieder der Arbeitsgruppe Natur im Schönfelder Hochland haben den Teich im Helfenberger Grund entschlammt und seine Ränder neu modelliert.
Mitglieder der Arbeitsgruppe Natur im Schönfelder Hochland haben den Teich im Helfenberger Grund entschlammt und seine Ränder neu modelliert. © René Meinig

Um zu sehen, welche Tiere dort leben, haben die Naturfreunde zunächst im vorigen Jahr mit einem Minibagger kleine Mulden geschaffen, in denen sich Wasser ansammeln konnte. "Wenig später waren darin Kaulquappen von Erdkröte und Grasfrosch zu entdecken. Im Sommer verließen sie den Teich als kleine Froschlurche", sagt Manuela Schott, die Ortschaftsrätin der Grünen im Schönfelder Hochland und Mitglied der AG ist.

Wasser bleibt länger in der Natur

Damit hatten die Ehrenamtler ein wichtiges Zeichen gefunden, dass es sich lohnt, aus dem Tümpel wieder einen Teich zu machen. Im Herbst 2020 wurde in Abstimmung mit der Umweltbehörde begonnen, den Teich zu erweitern und zu vertiefen. Der Schlamm und die abgelagerte Sedimentschicht aus früheren Jahren wurden an den Teichrändern und für Flachwasserzonen in der Mitte des Teiches aufgeschüttet und bessere Bedingungen für die kommende Laichsaison geschaffen.

Noch im Winter 2021 ging es weiter. Zwischen Januar und Februar haben die bis zu 15 ehrenamtlichen Helfer in rund 200 Stunden weiter am Teich angepackt. "Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Handschuhen, Spitzhacke und Spaten haben wir zunächst ein kleines Wasserbecken gebaut", sagt Schott. Dort sollen Laub und Sedimente aus dem Bächlein aufgefangen werden. Im Anschluss wurde begonnen, die Abflussrinne und Teile der Teichränder zu modellieren. Unterstützung erhielten sie vom Naturschutzinstitut Dresden, das die Baggerarbeiten übernahm. Das Umweltamt hat die Arbeiten zum Teil finanziert.

Wie kam der Froschkönig in den Teich?

Anstoß für die Naturfreunde ist der Klimawandel. Die drei vergangenen Jahre mit Hitze und Trockenheit haben ihre Spuren hinterlassen. Quellen und Fließgewässer sind teilweise versiegt, Teiche ausgetrocknet. Damit geraten einige Arten, die im oder am Wasser leben, in Bedrängnis, weil ihre Lebensräume bedroht sind oder ganz verschwinden. Der renaturierte Teich soll helfen, dass Wasser zukünftig länger in der Landschaft bleibt und Niederschläge nicht gleich wieder abfließen.

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Seit einigen Wochen erfreut ein Froschkönig die Wanderer entlang des Helfenberger Grundes. Er sitzt auf einer der kleinen Inseln im Teich und leuchtet golden, wenn die Frühlingssonne durch die noch unbelaubten Bäume scheint. Wie die kleine, modellierte Figur dorthin gelangte, ist unbekannt. Möglicherweise ist der Initiator des Schmuckstücks mit dem Boot angereist und ist damit zur kleinen Insel gerudert. Denn trockenen Fußes gelangt man nicht dorthin.

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