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Für mehr Rücksicht auf dem Elberadweg in Dresden

Piktogramme werben am Johannstädter Fährgarten für mehr Achtsamkeit zwischen Fußgängern und Radfahrern. Doch der zweite Radweg dauert.

Mit großen weißen Silhouetten und der Aufschrift "Rücksicht macht Wege breiter" wirbt die Stadt für mehr Rücksichtnahme auf dem linken Elbradweg.
Mit großen weißen Silhouetten und der Aufschrift "Rücksicht macht Wege breiter" wirbt die Stadt für mehr Rücksichtnahme auf dem linken Elbradweg. © Sven Ellger

Dresden. Es ist eng auf dem linkselbischen Elberadweg zwischen Altstadt und Blauem Wunder. Mitunter ist der Weg nur zwei Meter breit. Die landschaftlich schöne Strecke zieht nicht nur Radfahrer an, sondern ist auch bei Spaziergängern mit Kindern, Hunden und Kinderwagen sowie Joggern und Inlineskatern äußerst beliebt. Allein im August 2019 waren hier 108.861 Radfahrer unterwegs, wie Zahlen der Stadt belegen. Logisch, dass Konflikte  aufgrund des begrenzten Platzes nicht ausbleiben. 

Für mehr gegenseitige Rücksichtnahme werben seit Mittwochmorgen nun zwei Piktogramme auf dem Elbradweg vor und hinter dem Johannstädter Fährgarten. "Rücksicht macht Wege breit" steht darauf in großen Buchstaben und bezieht sich auf ein achtsames Miteinander von Fußgängern und Radfahrern. "Es ist kein amtliches Verkehrszeichen, sondern eine eigens für Dresden entwickelte Darstellung", sagt Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne), der sie selbst mit aufsprühte. "Wir haben das Piktogramm bereits auf den Rad- und Fußwegen auf der Albertbrücke benutzt und dort ein positives Feedback von Nutzern bekommen. Deshalb soll es nun auch auf dem Elberadweg verwendet werden."     

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28 Unfälle mit Personenschaden

Dass auf der beliebten Verbindung deutlich mehr gegenseitige Rücksichtnahme nötig ist, zeigen aktuelle Unfallzahlen. Im vergangenen Jahr gab es dort 28 Unfälle mit Personenschaden und einen, bei dem es beim Sachschaden blieb. Die meisten davon ereigneten sich im August, dem Monat, wenn auf dem Elbradweg die meisten Radfahrer unterwegs sind. Fünf gab es jeweils im Juni und Juli, gar keine im Januar, Februar und Dezember.

Am häufigsten führen Konflikte zwischen Radfahrern zu Unfällen, sie machen mit elf den größten Anteil aus. Sechs Unfälle gab es zwischen Fußgängern und Radfahrern, fünf zwischen Kraftfahrzeugen und Rädern. Unfallschwerpunkte sieht die Polizei unter anderem an der Querung des Radweges unterhalb des Schillergartens sowie am Knotenpunkt Kötzschenbrodaer Straße und Bundesautobahn A 4.    

Mehr Rücksichtnahme fordern die neuen Piktogramme auf dem Elberadweg. Die zeigte mancher Radfahrer am Mittwoch aber nicht: Einige fuhren sogar noch über die frische Farbe.
Mehr Rücksichtnahme fordern die neuen Piktogramme auf dem Elberadweg. Die zeigte mancher Radfahrer am Mittwoch aber nicht: Einige fuhren sogar noch über die frische Farbe. © Sven Ellger

Auf der rechtselbischen Seite kam es auf dem dortigen Radweg sogar noch häufiger zu Unfällen, 43 registrierte die Polizei dort 2019, 38 davon mit Personenschaden. Jeweils zwölf ereigneten sich zwischen Fußgängern und Radfahrern sowie nur zwischen Radfahrern. Die häufigste Unfallursache war hier falsches Verhalten gegenüber Fußgängern.

In den kommenden Wochen sollen nach Auskunft von Johann Schmidt vom Stadtplanungsamt weitere 15 Piktogramme an verschiedenen Stellen der beiden Radwege aufgebracht werden.

Lichtblick für zweiten Elberadweg

Deutlich mehr Entspannung würde ein zweiter linkselbischer Elberadweg bringen, an dem die Stadt bereits seit 2008 plant. Doch die Lage im Landschaftsschutzgebiet erschwert das Projekt, das auch schon durch Klagen im Zusammenhang mit der Waldschlößchenbrücke lange ruhte. Zwischenzeitlich lag es sogar bei der Landesdirektion zur Prüfung, doch die verwies an die Stadt zurück, wie Johann Schmidt sagte. Die geplanten Ausgleichsflächen entlang des Niedersedlitzer Flutgrabens waren  dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) nicht ausreichend, zudem sollen sie direkt im Elbtal liegen. 

Nachdem die Stadt lange auch in benachbarten Kommunen erfolglos gesucht hat, gibt es jetzt einen Lichtblick. Der Freistaat besitzt eine geeignete Fläche. Nun müssen Gespräche dazu geführt werden. Doch wann ein zweiter Elberadweg wirklich gebaut werden kann, ist noch völlig unklar.

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So lange müssen Fußgänger und Radfahrer versuchen, besser aufeinander Acht zu geben. Dass dies offenbar nicht so einfach ist, zeigte bereits das Aufsprühen am Mittwochmorgen. Murrend stiegen Radfahrer dafür ab, einige fuhren sogar kurz darauf über die frische Farbe.  

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