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Fußballtrainer mit Pfiff

Dominik Kirst aus Dresden hat jede Menge Ideen, damit auf dem Rasen und am Rand alles rund läuft. Der Fitnesskaufmann ist zugleich Spieleerfinder und Buchautor.

Mit Minitoren fängt an, was später auf dem Großfeld funktionieren soll. Trainer Dominik Kirst bringt bei Soccer for Kids die Acht- und Neunjährigen auf Trab.
Mit Minitoren fängt an, was später auf dem Großfeld funktionieren soll. Trainer Dominik Kirst bringt bei Soccer for Kids die Acht- und Neunjährigen auf Trab. © Marion Doering

Dresden. Ein Knirps nach dem anderen läuft auf Dominik zu und holt zum Abklatschen aus. In einer halben Stunde beginnt das Training. Noch muss sich keiner der kleinen Kicker um den Ball streiten. Es sind genug da, und die Jungs schießen sich schon mal auf das Tor warm.

"Es ist total schön, wenn selbst Spieler zur Begrüßung zu mir kommen, die ich früher mal trainiert habe", sagt Dominik Kirst. Fußball ist sein Leben, und das geht weit über das Runde und das Eckige hinaus.

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Dass der 29-Jährige schon als Kind so verletzte Knöchel hatte, dass er selbst nur kurz aktiv im Verein spielen konnte, hat ihm seine Liebe zum Fußball nicht verdorben. Im Gegenteil, er machte sogar seinen Beruf aus dem verhinderten Hobby. Nach der Schule absolvierte Dominik seine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann in der Heidler Soccer Academy Dresden und spezialisierte sich damit auf Sport und Bewegung speziell im Fußball.

In der privaten Sportschule werden Kinder ab drei Jahre an Fußball herangeführt und spielen bei ausreichend Begeisterung und Begabung später im angeschlossenen Verein Soccer for Kids weiter. Dort ist Dominik Trainer der Acht- und Neunjährigen, die inzwischen vollzählig auf dem Kunstrasen herumlaufen und schon mehr Tore geschossen haben, als alle Mannschaften der Fußball-EM zusammen.

Spielkarten im Fußballfleckenformat: Dominik Kirst hat das Kartenspiel erfunden, um die Spieler in Turnierpausen sinnvoll zu beschäftigen.
Spielkarten im Fußballfleckenformat: Dominik Kirst hat das Kartenspiel erfunden, um die Spieler in Turnierpausen sinnvoll zu beschäftigen. © Marion Doering

Es ist das richtige Alter für Freundebücher. Das Poesiealbum von einst ist lange von den kleinen gestalteten Büchern abgelöst worden, in die Kinder ihre Kumpels, ihre Familienmitglieder und Lehrer und eben auch ihre Trainer persönliche Offenbarungen schreiben lassen: Lieblingsfarbe, Lieblingsessen, Lieblingstier.

"Mir haben Jungs ihre Freundebücher gebracht, und ich habe darin den Fußball vermisst", erinnert sich Dominik. So kam ihm die Idee, ein Sammelbuch zu entwerfen, das auf den Sport, den die Kinder so lieben und mit dem sie viele Freundschaften verbinden, eingeht: Was war dein erstes Tor? Dein bestes Spiel? Dein schönstes Turniererlebnis?

Das "Fußballjahrbuch" ist Freundschaftsbuch, Trainingsanleitung und Spielauswertung in einem. Darin ist Platz für ein Mannschaftsfoto, die Kinder können ihre Trikotfarbe aufmalen, Mitspielerprofile ausfüllen und sogar Übungsanleitungen und Tipps für gesunde Ernährung finden.

Lieber spielen als toben

Junge Leute mit ihrer Fußballleidenschaft umfassend abzuholen, das erwies sich noch an ganz anderer Stelle als wichtig. Ein Schlüsselerlebnis brachte Dominik Kirst auf eine weitere Idee: "Während einer Spielpause ist ein Kind beim Toben von der Tribüne gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt", erzählt der Trainer. Das habe ihn dazu bewogen, zusammen mit den Eltern darüber nachzudenken, wie sich die Mannschaft beschäftigen lässt, wenn sie auf einem Turnier gerade nicht dem Ball nachjagt.

Auf keinen Fall durfte ein solcher Unfall noch einmal passieren, und auch das Handy sollte nicht das Mittel gegen Langeweile in den Pausen sein. "Wir dachten, dass es doch gut wäre, mit den Kids ein Spiel zu spielen. Aber es gab keins, das mit Fußball zu tun hatte." Also dachte sich Dominik auch dieses aus: das Kartenspiel "Fußballkinder Double", das Konzentration und Reaktionsvermögen trainiert und dessen Karten im Ballfleckenformat gestaltet sind. Später folgte ein zweites, das "Fußballkinder Solo", mit dem die Spieler ihre Orientierung schulen können - natürlich mit ganz viel Spaß.

Disziplin und der Wille zum Sieg gehören zum Fußball unbedingt dazu. Aber Dominik will, dass Kinder vor allem Freude an Sport und Bewegung haben und sich ganzheitlich mit Fußball beschäftigen. Auch außerhalb der Trainingseinheiten, Spiele und Turniere.

Dafür organisiert er Kindergeburtstage rund um den Fußball und nimmt Eltern mit Bällen, kleinen Toren, Hütchen und viel Spiellaune zwei Stunden lang die ganze Rasselbande ab. Selbst eine Hüpfburg in Fußballform bietet er an. Aus seiner Passion hat Dominik Kirst über die Jahre ein kleines Unternehmen aufgebaut.

Doch er fühlt sich zu jung, um schon am Ziel zu sein. Neben der Arbeit als Trainer für Kinder und für Erwachsene, Eventmacher und Turnierbetreuer absolviert er gerade seine vierjährige, berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher. Auch dabei wird er jede Menge Kinder mit dem Fußballfieber anstecken.

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