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Gedenken an Marwa El-Sherbini

An diesem Donnerstag gedenkt Dresden der Ägypterin, die aus rassistischen Beweggründen 2009 ermordet wurde.

Teilnehmer stehen während der Gedenkveranstaltung für die aus Fremdenhass ermordete Marwa El-Sherbini vor dem Dresdner Landgericht. Jährlich am 1. Juli wird der 2009 dort ermordeten Ägypterin gedacht.
Teilnehmer stehen während der Gedenkveranstaltung für die aus Fremdenhass ermordete Marwa El-Sherbini vor dem Dresdner Landgericht. Jährlich am 1. Juli wird der 2009 dort ermordeten Ägypterin gedacht. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB

Dresden. An diesem 1. Juli wird in Dresden erneut Marwa El-Sherbini gedacht. Die Ägypterin wurde 2009 während einer Gerichtsverhandlung im Dresdner Landgericht ermordet. Das Motiv für die Tat: antimuslimischer Rassismus.

Ganztägig ist ein Gedenkbanner in dem nach ihr benannten Park vor dem Gerichtsgebäude zu sehen. 10 Uhr beginnt eine Kundgebung des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung und des Ausländerrates Dresden vor dem Landgericht auf dem Lothringer Straße. An dieser nehmen unter anderem Staatssekretär und Amtschef Mathias Weilandt, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch, der Anwalt der Familie El-Sherbinis, die Vorsitzende des Ausländerrates Dresden e. V., Eter Hachmann, und Dr. Hussein Jinah vom Integrations- und Ausländerbeirat teil.

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Von 17 bis 19 Uhr lädt eine "Lebendige Bibliothek" im Johannstädter Kulturtreff, Elisenstraße 35, ein. Dabei sprechen sieben Frauen als "lebendige Bücher" über ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus, Diskriminierung und gesellschaftlicher Teilhabe. Beide Veranstaltungen werden von der Initiative "Gedenken.Erinnern.Mahnen" organisiert, die sich aus Akteuren der Zivilgesellschaft und Verwaltung zusammensetzt.

Aiman Mazyek (l), Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, steht während der Gedenkveranstaltung für Marwa El-Sherbini neben Hussein Hasham Jinah, Vorsitzender des Integrations- und Ausländerbeirats der Stadt Dresden.
Aiman Mazyek (l), Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, steht während der Gedenkveranstaltung für Marwa El-Sherbini neben Hussein Hasham Jinah, Vorsitzender des Integrations- und Ausländerbeirats der Stadt Dresden. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB

"Ich freue mich, dass der Stadtrat im vergangenen Jahr endlich unseren Antrag auf Umbenennung des Parks vor dem Landgericht bestätigt hat. Das ist ein wichtiges Symbol im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Diese Taten und besonders ihre Opfer dürfen niemals vergessen werden und müssen uns eine Mahnung sein", so Julia Natasha Hartl, integrationspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

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Linken-Chef Jens Matthis ärgert sich, dass trotz des Stadtratsbeschlusses bisher die Beschilderung vor Ort fehlt. "Der neue Name ist beim Katasteramt zu finden, genauso auf dem Themenstadtplan, ebenso auf Google Maps. Aber am Ort des Verbrechens, wo die Erinnerung an Marwa El-Sherbini im Stadtbild sichtbar sein muss, hängt seit einem Jahr nichts."

Ein Banner mit der Aufschrift "Marwa-El-Sherbini-Park" steht vor dem Landgericht.
Ein Banner mit der Aufschrift "Marwa-El-Sherbini-Park" steht vor dem Landgericht. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB

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