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Dresden

Dresden gedenkt Jorge Gomondai

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus enden mit zwei digitalen Gedenk-Angebote. Am Jorge-Gomondai-Platz wird ein Kranz niedergelegt.

Der Gomondai-Gedenkstein auf dem Jorge-Gomondai-Platz.
Der Gomondai-Gedenkstein auf dem Jorge-Gomondai-Platz. © Archiv: André Wirsig

Dresden. Am Dienstag, 6. April, wird der Erste Bürgermeister Detlef Sittel einen Kranz am Jorge-Gomondai-Platz niederlegen. Das teilt die Stadt am Donnerstag mit. Damit will sie Jorge Joao Gomondai gedenken, der vor genau 30 Jahren durch rassistische Gewalt an dieser Stelle zu Tode kam.

Sittel erklärt dazu, es sei wichtig, die Erinnerung an Jorge Gomondai wach zu halten und damit ein eindeutiges Zeichen der Solidarität mit Betroffenen von Rassismus und rassistischer Gewalt zu setzen.

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Außerdem verweist die Stadt auf zwei digitale Gedenk-Angebote am 6. April:

  • Ab 16 Uhr ist auf www.auslaenderrat.de ein QR-Code für den einstündigen, individuellen "Kritischen Mahngang" zum Gedenken an Jorge Gomondai erhältlich, Voraussetzungen dafür sind ein Smartphone oder Tablet, Kopfhörer, digitale Daten und die kostenlose App Actionbound auf dem Gerät. Auch in der App wird der QR-Code verfügbar sein, zu finden unter "Critical walk zum 30. Todestag von Jorge Gomondai".
  • 19 Uhr beginnt ein digitaler Workshop zum Thema "Institutioneller Rassismus – Zeit gehört zu werden!". Nach einer Anmeldung unter dem Link https://tud.link/uzn2 berichten Migrantinnen und Migranten darüber, welche Folgen institutioneller Rassismus haben kann.

Wegen der derzeitigen Pandemielage muss die für 18 Uhr vom Ausländerrat Dresden e. V. geplante öffentliche Gedenkkundgebung am Jorge-Gomondai-Platz zum Abschluss der diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus ausfallen, teilt die Stadt weiter mit. Blumen könnten an diesem Tag aber jederzeit und individuell am Gedenkstein abgelegt werden.

Wer war Jorge Gomondai?

Jorge João Gomondai, 1962 in Mosambik geboren, kam 1981 als Vertragsarbeiter in die DDR und arbeitete im Dresdner Schlachthof. Er starb am 6. April 1991 im Alter von 28 Jahren an den Folgen eines rassistischen Übergriffs. Er wurde in der Nacht zum Ostersonntag in der Straßenbahn zwischen Albertplatz und Hauptstraße von einer Gruppe Jugendlicher bedrängt, angepöbelt und mit rassistischen Äußerungen beleidigt.

Gegen 4 Uhr fand die Straßenbahnfahrerin ihn blutüberströmt neben den Gleisen liegend, wenige Tage später starb er an den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen. 1993 wurde am Tatort ein Gedenkstein eingeweiht, seit 30. März 2007 heißt dieser Platz Jorge-Gomondai-Platz. Es war bundesweit das erste Mal, dass ein Platz nach einem Opfer rassistischer Gewalt benannt wurde. (SZ)

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