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Haftstrafen für drei Serieneinbrecher in Dresden

Wegen ihrer Drogensucht haben die Männer immer wieder mit der Justiz zu tun. Einer hatte den Bogen deutlich überspannt.

Nicht nur Einbrüche wurden den drei Angeklagten vorgeworfen: Einer von ihnen hatte mit einem Fahrradschloss auf einen 70-Jährigen eingeprügelt.
Nicht nur Einbrüche wurden den drei Angeklagten vorgeworfen: Einer von ihnen hatte mit einem Fahrradschloss auf einen 70-Jährigen eingeprügelt. © Silas Stein/dpa (Symbolbild)

Dresden. Der eine vergisst am Tatort eine Brechstange mit seinem genetischen Fingerabdruck, der andere verliert einen Handschuh, nachdem er den gestohlenen Transporter des Dynamo-Fanprojekts im Ostragehege nach einer Diebestour abgestellt hatte – und immer wieder wurden die Einbrecher auch dabei gefilmt, wie sie sich in verschiedenen Büro- und Geschäftsgebäuden am Eigentum anderer vergreifen. Am Montag standen die drei, alle mit akuten Suchtproblemen und mehrfach bis sehr häufig einschlägig vorbestraft, mal wieder vor dem Amtsgericht Dresden.

Norman M., der Hauptangeklagte, hatte am dortigen Schöffengericht des Vorsitzenden Richters Arnd Fiedler erst am 1. Juli 2019 eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren kassiert. Und Fiedler war es auch, der nun dem 37-jährigen Tätowierer erklärte, wie „nachhaltig enttäuscht“ er von dem Angeklagten sei, der in dem Prozess vor zwei Jahren behauptet hatte, jetzt endlich eine Drogentherapie machen zu wollen.

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Dreieinhalb Jahre hatte M. damals erhalten. Doch weil das Urteil nicht rechtskräftig wurde, kam er auf freien Fuß – und schon im September 2019 brach M. in Bürohäuser in der Bautzner Straße ein, stahl Geld und anderweitig Verwertbares und richtete ganz nebenbei hohe Sachschäden an. Es folgten weitere, ähnliche Brüche.

Brutaler Angriff auf Autofahrer

Dominik H. (25) stahl im September 2019 Post aus einem Ablagekasten, für den ein Komplize den entsprechenden Schlüssel hatte. Doch auch er war mit M. in verschiedene Gebäude eingedrungen, wo sie gemeinsam versuchten Tresore zu öffnen oder aus der Wand zu reißen. Darüber hinaus hatte er ohne erkennbaren Grund im Dezember 2019 nachts eine Bierflasche auf ein vorbeifahrendes Auto geworfen, das ein 70-Jähriger steuerte. Als der Rentner dem Werfer zu Fuß hinterherlief, verschwand H. in einem Hauseingang, kam mit einem Beutel zurück, nahm daraus ein Fahrradschloss und schlug auf den 70-Jährigen ein. Dann flüchtete der Täter mit einem Rad, konnte aber von der Polizei gestellt werden.

Dritter im Bunde ist Uwe K., ein arbeitsloser Forstwirt, der wie die anderen früh an harte Drogen und falsche Freunde geraten war. Im April 2020 war er mit H. in einem Geschäftsgebäude gefasst worden, in dem sie in mehrere Firmenbüros eingedrungen waren. Darüber hinaus hatte K. im Februar dieses Jahres reichlich Technik, Geld und Gutscheine aus dem Dynamo-Fanprojekt in der Löbtauer Straße gestohlen und in dem Renault Trafic der Fan-Sozialarbeiter, wie eingangs erwähnt, abtransportiert.

Das Schöffengericht verurteilte M. erneut zu dreieinhalb Jahren Haft, H. erhielt drei Jahre und zwei Monate. Beide bleiben in Haft. K. wurde zu zwei Jahren verurteilt und noch im Gerichtssaal verhaftet. Das Gericht begründete die Haftbefehle mit Fluchtgefahr. Die Verteidiger hatten zum Teil deutlich mildere Strafen gefordert.

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