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Dresden: Goldener Reiter eingedeckt

Die Gruppe Extinction Rebellion wollte mit einem Banner auf die Klimakrise aufmerksam machen. Das war am Denkmal zu lesen.

In der Nacht zum Freitag wurde der "Goldene Reiter" bei einer Aktion der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion mit einem Banner eingedeckt.
In der Nacht zum Freitag wurde der "Goldene Reiter" bei einer Aktion der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion mit einem Banner eingedeckt. © PR

Dresden. In der Nacht zum Freitag hat die Dresdner Gruppe der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion ein rotes Banner über das Pferd des Goldenen Reiters gelegt. An dem Denkmal auf der Hauptstraße waren zwei Sprüche zu lesen: "Mit Galopp in die Krise #sogehtsächsisch" und "Ich seh' den Wald vor lauter Gold nicht mehr #dannibleibt". Mit der Aktion will die Gruppe auf die heutige weltweite Klimademonstration hinweisen, die auch in Dresden stattfinden wird. 

Zu sehen ist das Banner allerdings nicht mehr: Polizeibeamte nahmen es gegen 5.45 Uhr ab. Am Goldenen Reiter seien keine Schäden festgestellt worden, außerdem konnte man keinen diffamierenden Inhalt erkennen, so ein Polizeisprecher gegenüber der SZ. Eine Strafanzeige gebe es bislang nicht.

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Mit dem ersten Spruch kritisiert Extinction Rebellion die sächsische Landesregierung und wirft ihr Untätigkeit vor: "Ein Großteil der sächsischen Bevölkerung steht dem wissenschaftlichen Konsens zur menschengemachten Klimakatastrophe weiterhin skeptisch gegenüber. Daraus ergibt sich ein eklatanter Mangel an leicht zugänglichen staatlichen Bildungsangeboten." Obwohl weltweit Klimawissenschaftler von einer Verschlimmerung der Klimakrise berichteten, scheine das nicht nur in Deutschland allgemein, "sondern insbesondere im ehemaligen „Tal der Ahnungslosen“ nicht richtig angekommen zu sein".

Auf der anderen Seite ist der Spruch "Ich seh den Wald vor lauter Gold nicht mehr" zu lesen. Er bezieht sich auf die geplante Rodung des Dannenröder Forst in Hessen.
Auf der anderen Seite ist der Spruch "Ich seh den Wald vor lauter Gold nicht mehr" zu lesen. Er bezieht sich auf die geplante Rodung des Dannenröder Forst in Hessen. © PR

Dabei seien konkrete Folgen der Klimakatastrophe zunehmend nicht mehr nur im globalen Süden, sondern auch vor Ort sichtbar. "In Sachsen manifestieren sich bereits erste Probleme unter anderem aufgrund von Hitzesommern, Dürren und Waldsterben".

Mit dem zweiten Spruch nimmt sie Bezug auf die drohende Rodung des Dannenröder Forstes. Dort plant die hessische schwarzgrüne Landesregierung eine neue Autobahn durch einen intakten, alten Mischwald in einem Trinkwasserschutzgebiet.

Und die Gruppe kündigt an: "Im Laufe des Tages werden weitere Bilder von Denkmalverschönerungen folgen."

Extinction Rebellion bezeichnet sich selbst als eine internationale ökologisch-soziale Bewegung. Ziel sei es, "den umfassenden und tiefgreifenden Wandel herbeizuführen, der notwendig ist um die Lebensgrundlagen für alle Menschen weltweit nachhaltig zu sichern". Mit gewaltfreiem zivilem Widerstand sollen die Regierungen dazu bewegt werden, den ökologischen und klimatischen Notstand zu erklären sowie dementsprechend zu kommunizieren.

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Extinction Rebellion ist nach eigenen Angaben mittlerweile in rund 100 Ländern verbreitet. In Deutschland haben sich bereits über 80 Ortsgruppen gegründet. Die Dresdner Ortsgruppe gibt es seit April 2019. (SZ/noa/sr)

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