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"Gastronomie und Hotellerie hart getroffen"

Die Handwerkskammer und die Industrie-und Handelskammer ziehen Bilanz. Worauf sie nun hoffen - und was sie trotz Corona positiv stimmen lässt.

Die Gastronomen leiden, dass ihre Lokale nun schon das zweite Mal geschlossen sind.
Die Gastronomen leiden, dass ihre Lokale nun schon das zweite Mal geschlossen sind. © Jens Büttner/dpa

Dresden. Corona hat in Dresden viele Branchen hart getroffen. „Am stärksten von der Krise betroffen sind zweifelsohne Branchen wie die Hotellerie und Gastronomie, der stationäre Einzelhandel und Frisöre und die Reise- und Veranstaltungsbranche“, so Lars Fiehler, Sprecher der Dresdner Industrie-und Handelskammer.

Auswirkungen der Pandemie zeigen sich auch bei den Ausbildungszahlen. Daten für das gesamte Jahr 2020 werde es zwar laut Fiehler erst in der 1. Januarwoche 2021 geben.

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Über sieben Prozent weniger neue Lehrlinge

Bis zum 30. November wurden im IHK-Bezirk Dresden 4.132 neue Lehrverträge eingetragen. „Das sind 327 oder 7,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.“ Damit liege Dresden leicht unter dem sächsischen Durchschnitt von 6,3 Prozent weniger.

„Entlassungen von Azubis mit der Begründung Corona sind uns bislang nur vier aus dem Frühjahr bekannt“, sagt der Sprecher. Doch es gebe auch 2020 Kündigungen von neuen Lehrverträgen in der Probezeit.

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Das ist zu Beginn eines Ausbildungsjahres immer so. Da dies aber ohne Angabe von Gründen für beide Seiten möglich ist, kann hier kein eindeutiger Bezug zu Corona hergestellt werden“, betont der IHK-Sprecher.

Gastronomie und Hotels haben die meiste Kurzarbeit

Zahlen, wie viele Dresdner aus dem IHK-Bereich in Kurzarbeit sind, hat Fiehler nicht. Er kann aber sagen, dass die meisten Anzeigen auf Kurzarbeiter die Betriebe aus der Gastronomie, den persönlichen Dienstleistungen, der Beherbergung und den Bereichen Sport, Unterhaltung und Erholung meldeten

Auch die Handwerkskammer Dresden zieht ein gemischtes Fazit nach diesem Jahr. "In vielen Betrieben des Bau- und Ausbaugewerbes lief es gut , für andere wie für Friseure und Kosmetiker beispielsweise war es ein sehr schwieriges Jahr in der Pandemie durch die Schließungen", so Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.

Bäcker und Fleischer: Keine Entlassungen von Azubis bekannt

Auch für die Bäcker, Konditoren und Fleischer in Dresden sei es schwer gewesen, da sie aufgrund der fehlenden oder kleineren Feste fast keine oder wenig Caterings ausliefern konnten. Die Pandemie habe vor allem die Friseure und die Kosmetiker hart getroffen, zur Kammer gehören etwa 2500 Betriebe in den Bereichen aus Dresden und Ostsachsen.

Bei den Azubizahlen erreichte die Kammer fast Vorjahresniveau mit etwa 2120 neuen Verträgen. "Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen sind mir bei den Auszubildenden nicht bekannt", so Brzezinski. Neu einstellen konnten die Branchen eher kein Personal, aber viele konnte ihr Personal halten.

Hoffen auf die Impfung

Immer noch viele Mitarbeiter in Kurzarbeit hätten die Dresdner Autohäuser, die aktuelle nur Reparaturen machen dürfen. Und auch für die Bestatter ist es ein schweres Jahr an der Belastungsgrenze und mit vielen Überstunden.

Die Handwerkskammer musste durch die Pandemie in diesem Jahr neue Wege gehen. "Wir waren und sind 2020 viel online mit Beratungen und per Telefon für unsere Mitglieder da und haben auch am Wochenende per Hotline beraten . Auch Elternabende und Webinare haben wir im Netz durchgeführt", so der Chef.

Er ist sich sicher, dass die Pandemie Dresden auch 2021 noch begleiten wird. "Wir hoffen wir auf die Impfung, sinkende Infektionszahlen und auf schrittweise Wiedereröffnungen. Dafür brauchen ein Konzept, wie wir ein Wirtschaftsleben auch mit Corona ermöglichen können", sagt Brzezinski.

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