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Dresden: Wiener Platz kein "krimineller Ort" mehr

Die Polizei stuft seit Jahren mehrere Orte in Dresden als besonders kriminell ein. Warum der Wiener Platz nun nicht mehr dazugehört.

2013 wurde der Wiener Platz in Dresden als herausragender Kriminalitätsbrennpunkt eingestuft. Nun wurde diese Einschätzung aufgehoben.
2013 wurde der Wiener Platz in Dresden als herausragender Kriminalitätsbrennpunkt eingestuft. Nun wurde diese Einschätzung aufgehoben. © Sven Ellger (Symbolbild)

Dresden. Seit Mai hat Dresden einen kriminellen Ort weniger: Acht Jahre lang gehörte der Wiener Platz zu Dresdens Kriminalitätsbrennpunkten - das ist nun vorbei. Der Polizei zufolge gibt es in der Stadt jetzt nur noch fünf "gefährliche Orte".

2013 wurde der Wiener Platz als herausragender Kriminalitätsbrennpunkt eingestuft. Damit sollte die Straßenkriminalität zurückgedrängt werden. Die Polizei befürchtete, dass sich eine offene Drogenanbieterszene am Einfallstor zur Innenstadt etablieren könnte.

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An solchen Orten darf die Polizei die Identität einer Person feststellen und ohne Verdacht durchsuchen. Die Stadt und die Polizeidirektion Dresden hatten in den vergangenen Jahren ihre Präsenz im Bereich des Wiener Platzes und der Prager Straße erhöht, um die Straßenkriminalität zu verdrängen.

Drogenhandel ins Private verdrängt?

Das habe sich nun ausgezahlt, sagt Polizeidirektor Andrè Marschke vom Revier Mitte. "Es gab kaum noch Feststellungen im Zusammenhang mit Betäubungsmittelkriminalität und die offene Anbieterszene ist verschwunden. Nach unseren Erkenntnissen findet der Drogenkauf nun stärker in Wohnungen und Hausfluren statt."

Aus diesem Grund habe sich die Polizei entschieden, den Wiener Platz nicht mehr als Kriminalitätsbrennpunkt einzuordnen. Um den Erfolg aber zu halten, werde man die Entwicklung genau beobachten, sagt Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel. Die Dresdner Polizei werde auch in Zukunft - in größeren Abständen - Einsätze in der Innenstadt durchführen.

Zurzeit gibt es in Dresden fünf Kriminalitätsbrennpunkte. Dazu gehören vier Orte in der Neustadt: der Scheunevorplatz, der Alaunplatz, die Kreuzung Rothenburger Straße/Görlitzer Straße sowie der Albertplatz. Außerdem stuft die Polizei den Amalie-Dietrich-Platz in Cotta als kriminell ein.

Statt den Begriff "gefährliche Orte" zu verwenden, sprechen die Beamten lieber von herausragenden Kriminalitätsbrennpunkten. Der Platz sei ja per se kein gefährlicher Ort.

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Die Einstufung erfolge objektiv anhand einer überdurchschnittlichen Zahl an Kriminalitätsvorfällen. An solchen Orten würden Straftaten verabredet, vorbereitet oder verübt, so die Polizei. Die Einordnung von Gefahrenstellen wird auch kritisiert, zum Beispiel, dass damit rassistische Polizeiuntersuchungen einhergehen könnten und die Polizei bei der Einstufung selbst zu wenig kontrolliert würde.

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