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Neue Innenstadtparkplätze für Dresden?

Eine der dringendsten Forderungen der Dresdner Händler in der Coronakrise sind mehr Parkmöglichkeiten in der City. Doch die Stadt hat andere Ansichten.

Seit Februar ist der Parkplatz auf dem Ferdinandplatz. weggefallen, wo der neue Verwaltungssitz entstehen soll.
Seit Februar ist der Parkplatz auf dem Ferdinandplatz. weggefallen, wo der neue Verwaltungssitz entstehen soll. © Sven Ellger

Dresden. Als dramatisch bezeichnen der Handelsverband Sachsen und das Citymanagement die Lage der Dresdner Innenstadthändler. Vor allem Modeanbieter haben durch den Corona-Lockdown und die zurückhaltenden Kundenzahlen im Sommer enorme Umsatzeinbrüche zu verzeichnen.

Eine Analyse der Dresdner Handelssituation in der City hat ergeben, dass vor allem weitere Parkflächen in der Innenstadt nötig sind, damit mehr Kunden dort lokal einkaufen. Insbesondere Gäste aus dem Umland und aus Tschechien würden den öffentlichen Nahverkehr nicht nutzen, weil dieser zum Beispiel lange Fahrtwege mit mehreren Umstiegen erfordert. Die Kunden müssten vor allem samstags lange nach einem freien Parkplatz suchen, nachdem öffentliche Parkflächen am Ferdinandplatz, der Wallstraße und entlang der St. Petersburger Straße weggefallen sind.  

Doch die Dresdner Stadtverwaltung will dem Wunsch nach neuen Parkflächen nicht nachkommen. Die Auslastung der zentralen Parkplätze in der Dresdner Altstadt läge samstags über derjenigen während der Woche, sagt das Stadtplanungsamt.  "In den Anlagen am sogenannten 26er-Ring, wie beispielsweise die Tiefgaragen des World Trade Center, des City Center am Hauptbahnhof, unter dem Wiener Platz und das Parkhaus Mitte sind jedoch nach unserem Kenntnisstand auch zu diesen Zeiten noch freie Kapazitäten." 

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P&R-Platz in Bühlau musste Schulneubau weichen

Aktuell gebe es keine Pläne,  im Stadtzentrum neue Parkmöglichkeiten einzurichten.  "Dazu fehlen schon geeignete Flächen", so die Antwort aus dem Amt. Doch es werde daran gearbeitet, das P&R-System für Besucher aus dem Umland von Dresden auszubauen. Damit soll eine bequeme Alternative entstehen, das Auto stehen zu lassen und mit dem ÖPNV ins Zentrum zu fahren. 

Leider fehlen konkrete Angaben dazu, wo solche Plätze geplant sind. In Bühlau beispielweise, wo vor einigen Jahren der P&R-Platz einem Schulneubau weichen musste, gibt es  keine Alternative, obwohl dieser Platz der am besten genutzte in ganz Dresden war.

Verschlimmern steigende Parkgebühren die Situation?

Ein zweiter wichtiger Punkt in der Analyse war das Thema Parkgebühren. Bei steigenden Preisen würden immer mehr Kunden zum Onlinehandel wechseln, befürchtet der Handelsverband. Ohnehin werden bereits viele Einkäufe im Netz getätigt. "Wenn ein Kunde ewig nach einem Parkplatz suchen muss und dann noch drei Euro pro Stunde zahlen muss, wie in der neuen Gebührenordnung vorgesehen ist, kommt der nicht mehr nach Dresden", ist sich David Tobias sicher, der Geschäftsführer des Handelsverbandes. Deshalb sei es dringend nötig, dass die Erhöhung nicht im geplanten Ausmaß komme.

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Die Vorlage zur neuen Gebührensatzung wird aktuell in den Stadtbezirksbeiräten diskutiert. Ein Beschluss des Stadtrats dazu ist am 17. Dezember vorgesehen.     

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