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Konflikt bei der Parkeisenbahn: Gespräche angekündigt

Das Schlösserland Sachsen und der Parkeisenbahn-Verein wollen gemeinsam reden. Es geht um die Kündigung eines Mitarbeiters, die der Verein kritisiert.

Bei der Parkeisenbahn gibt es Streit. Wie geht es dort weiter?
Bei der Parkeisenbahn gibt es Streit. Wie geht es dort weiter? © Marion Doering (Archiv)

Dresden. Im Streit um die Suspendierung eines Mitarbeiters zwischen dem Förderverein Dresdner Parkeisenbahn und dem Bahn-Betreiber Schlösserland Sachsen gibt es offenbar Gesprächsbereitschaft von beiden Seiten.  

Der Staatsbetrieb wirft dem Mann Fehlverhalten gegenüber einem minderjährigen Parkeisenbahner vor. Der Förderverein, in dem der nun Suspendierte Mitglied ist, hatte seinerseits den Betreiber beschuldigt, sich bei der Entscheidung nicht an das gültige Kinderschutzkonzept gehalten zu haben. Der Verein schrieb am Donnerstag, er sehe die Zukunft der Parkeisenbahn in Gefahr. Schlösserland betreibt und pflegt die Strecke im Großen Garten.

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"Zur Arbeit und den Vorwürfen unseres Kooperationspartners Förderverein Dresdner Parkeisenbahn e.V. können wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht öffentlich äußern", teilte der Staatsbetrieb am Freitag mit. Dies könne erst nach einem gemeinsamen Gespräch geschehen, das demnächst stattfinden wird und über das der Vorstand des Vereins bereits an diesem Mittwoch informiert worden sei. "Einen öffentlichen Disput werden wir nicht führen." Das umfassende Konzept sei seinerzeit mit allen Beteiligten erarbeitet worden.

Schlösserland hatte dem geringfügig Beschäftigten ausdrücklich nicht sexuellen Missbrauch sondern eine Grenzverletzung vorgeworfen, . Dabei kann es sich zum Beispiel um eine versehentliche Berührung handeln. Der Förderverein wirft dem Staatsbetrieb vor, die Beteiligten nur unzureichend befragt zu haben. "Der Förderverein Dresdner Parkeisenbahn lehnt das Zustandekommen der Entscheidung wegen des groben Verstoßes gegen das Kinderschutzkonzept ab und distanziert sich hiermit deutlich von der getroffenen Entscheidung", hieß es. 

Schlösserland dagegen betont, nicht einseitig entschieden zu haben. Dies sei nach einer Beratung mit den Fachkräften der Arbeiterwohlfahrt (AWO) geschehen.

Aus dem Verein soll der betroffene Mitarbeiter wohl nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der vorliegenden Informationen seien seitens des Vorstandes keine Sanktionen geplant. Auf SZ-Anfrage bestätigt der Förderverein, dass es bereits Kontakte zum Schlösserland-Geschäftsführer gibt, "um zeitnah ein Gespräch zur weiteren Zusammenarbeit zu vereinbaren." Ein genauer Termin stehe demnach noch nicht fest.  

Mit Blick auf die Zukunft und den weiteren Betrieb der Parkeisenbahn teilt der Verein mit, dass er eine weitere Zusammenarbeit mit Schlösserland unverändert für zielführend halte. Aber der Förderverein werde eine Einhaltung des Kinderschutzkonzeptes und die  Würdigung der vielen ehrenamtlichen Arbeit einfordern, heißt es weiter.

Auf die Frage, ob es Reaktionen von Eltern zu dem Vorfall gibt, teilt der Verein mit: "Wir haben bislang einzelne Rückfragen von Eltern erhalten und beantworten diese als Förderverein im direkten Austausch, sofern diese nicht im Entscheidungsbereich vom Schlösserland liegen." 

Zu den genauen Vorwürfen, die sein Vereinsmitglied betreffen, will sich der Förderverein nicht äußern. "Es gilt aktuell nicht nur die Parkeisenbahner und Parkeisenbahnerinnen zu schützen, sondern auch dem nach aktuellem Kenntnisstand unzulässig vorverurteilten Betroffenen mit Respekt zu begegnen." Die Jugendschutz-Beauftragen würden auf Grundlage der vorliegenden Informationen zu der Feststellung kommen, "dass weder Gefahr im Verzug besteht, noch dass es sich bei den vorgetragenen Beobachtungen um derart zu sanktionierende Verhaltensweisen handelt", so der Förderverein. 

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