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Dresdner Kult-Gastronom Bellmann dankt Rettern

Vor einem Jahr wurde Karl-Heinz Bellmann ein Tumor aus dem Bauch operiert. Dass er das Leben weiter genießen kann, ist für ihn nicht selbstverständlich.

Karl-Heinz Bellmann ist ein Jahr nach seiner Krebs-OP längst wieder der Alte und genießt auf Teneriffa die Sonne.
Karl-Heinz Bellmann ist ein Jahr nach seiner Krebs-OP längst wieder der Alte und genießt auf Teneriffa die Sonne. © privat

Dresden. Merklich abgenommen hat er nicht. Dabei besitzt Karl-Heinz Bellmann nur noch ein Viertel seines Magens. Den Rest hat der Dresdner Kult-Gastronom eingebüßt, als ihm vor genau einem Jahr im Diakonissen-Krankenhaus ein Tumor aus dem Bauch entfernt werden musste.

Vor der Operation wusste der 74-Jährige nicht, wohin ihn sein Weg nun führen würde. Vorsichtshalber überlegte sich der frühere Betreiber der "Linie 6" in Tolkewitz und Talk-König schon mal den Titel für sein neues und womöglich letztes Buch: "Wenn ich gehe, gehe ich glücklich".

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Doch der Eingriff gelang und Karl-Heinz Bellmann unterhielt schon an den Tagen darauf in gewohnter Manier die ganze Station. Nach einem Tag spazierte er schon wieder durch die Gänge und nach sieben Tagen konnten er entlassen werden - allerdings zunächst nicht nach Hause.

Seine Frau, die Schauspielerin und Chansonnière Dorit Gäbler, plagte sich zu dieser Zeit mit einer schweren Grippe. Außerdem hatte seine Tochter Peggy kurz zuvor Kontakt mit einem Corona-Infizierten gehabt.

Selbst auf dem Krankenbett verlor Bellmann im vergangenen Jahr nicht sein Lächeln.
Selbst auf dem Krankenbett verlor Bellmann im vergangenen Jahr nicht sein Lächeln. © privat

Aus Sicherheitsgründen zog Bellmann daher zunächst für einige Zeit in die Wohnung eines früheren Schulfreundes, und konnte sich dort in Ruhe auskurieren.

Und heute? Längst spielt Bellmann wieder Tennis und fühlt sich fit wie eh und je, mal abgesehen von seinen Herzrhythmusstörungen. Seit neuestem trägt er deswegen einen Schwerbehindertenausweis mit sich herum.

Schon seit Anfang Januar genießen er und Dorit Gäbler die Sonne in ihrer Ferienunterkunft im Süden Teneriffas. Hier sitzen sie auf der Terrasse, füttern Tauben und sehen unter sich die Yachten aus dem Hafen schippern.

So lässt es sich aushalten, zumal es auf Teneriffa sonst gerade kaum Touristen gebe und die Corona-Maßnahmen dort derzeit weit weniger streng seien als hierzulande. Gebucht hatten sie ihre Reise schon im Herbst und planten ihre Rückkehr ursprünglich schon für den 15. Februar. Wegen der Corona-Misere in der Heimat haben sie den Aufenthalt jedoch zunächst bis Ende Februar und nun noch einmal bis Anfang April verlängert.

"Ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ich das Leben noch so genießen kann", sagt Bellmann demütig. "Ich danke den Ärzten von Herzen. Dank ihnen ist meine Geschichte noch nicht zu Ende erzählt." Vor allem von seinem Internisten Gerd Focke und Thorsten Jacobi, Chefarzt im Diakonissen-Krankenhaus, schwärmt er in den höchsten Tönen, genauso wie von den Krankenschwestern. "Das waren absolute Glücksgriffe."

Noch bis April wollen Dorit Gäbler und Karl-Heinz Bellmann auf ihrer Lieblingsinsel verweilen.
Noch bis April wollen Dorit Gäbler und Karl-Heinz Bellmann auf ihrer Lieblingsinsel verweilen. © privat

Der Krebs sei auf Anhieb so gut erwischt worden, dass keine Chemotherapie mehr nötig war. "Es hat sich ausgezahlt, dass ich nie den Optimismus und den Humor verloren habe." Angst vor dem Tod habe er schon lange keine mehr, da er auf ein erfülltes Leben zurückblicke und sowieso an die Wiedergeburt glaube.

Auch sein Appetit sei nach der OP schnell zurückgekehrt. "Ich esse und trinke was ich will", sagt Bellmann. Natürlich auch Bier. Das habe auch seine Ernährungsberaterin schnell bemerkt und ihn als hoffnungslosen Fall sich selbst überlassen.

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Seine Tochter habe ihn schon gerüffelt, dass er zu dick sei. Und dennoch scherzt er in typischer Bellmann-Art: "Ich habe zwar nur noch ein Viertel des Magens, aber vier Halbe gehen noch rein."

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