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Dresden macht Cottaer Turnhalle dicht

Um eine mögliche Gefahr für Leib und Leben abzuwenden, dürfen in der erst sieben Jahre alten Halle vorerst keine Schüler mehr unterrichtet werden.

Das Dach der relativ neuen Cottaer Sporthalle bereitet Probleme. Die Stadt hat die Halle nun komplett gesperrt.
Das Dach der relativ neuen Cottaer Sporthalle bereitet Probleme. Die Stadt hat die Halle nun komplett gesperrt. © Sven Ellger (Archiv)

Dresden. Die Turnhalle des Cottaer Gymnasiums ist erst sieben Jahre alt. Sie ist die erste neue Vierfeld-Halle an einer städtischen Schule in Dresden und hat knapp acht Millionen Euro gekostet. Nun ist sie gesperrt worden. Möglicherweise besteht Einsturzgefahr.

Die Schüler des Cottaer Gymnasiums lernen derzeit am Terrassenufer, da ihr Schulhaus saniert wird. Für den Sportunterricht wird ein Teil der Schüler mit Bussen zur Turnhalle nach Cotta gefahren. Kurz bevor die Busse vorletzte Woche am Terrassenufer starten wollten, habe die Schulleitung erfahren, dass die Halle auf unbestimmte Zeit gesperrt worden ist, so Schulleiter Jürgen Karras in einem Elternbrief. Warum genau, war zunächst unklar. Die Aussage des Schulverwaltungsamtes sei sehr kurz gewesen und habe sich auf die Dachkonstruktion bezogen.

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Dass es Probleme mit dem Dach gibt, ist nicht neu. Über eine unbestimmte Zeit konnte Wasser eindringen, was zu erheblichen Schäden führte. Daher sollte das Dach saniert werden. Die Arbeiten hatte bereits im Frühjahr begonnen, bevor sie im April schließlich abgebrochen wurden. "Das Gerüst, welches fast zwei Monate dort gestanden hatte, wurde wieder abgebaut", so Karras weiter. Anfang Juni seien dann die Dachträger näher untersucht worden. Über das Ergebnis habe die Schule bis heute keine Kenntnis. Drei Wochen lief der Sportunterricht danach ganz normal weiter. Erst am 21. Juni wurde die Sperrung angeordnet.

Statisches Gutachten erwartet

Laut Schulbürgermeister Jan Donhauser (CDU) werde die Dachkonstruktion aktuell von einem Bausachverständigen begutachtet. "Aufgrund des vorgefundenen Schadbildes kann gegenwärtig eine statische Beeinträchtigung der Dachkonstruktion nicht ausgeschlossen werden", sagt er der SZ. "Um eine mögliche Gefährdung für Leib und Leben verbindlich auszuschließen, wurde die Sporthalle am 21. Juni mit sofortiger Wirkung für den Schule- und Vereinssport gesperrt."

Das statische Gutachten werde in Kürze erwartet. "Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob die Sporthalle bis zur erforderlichen Sanierung des Daches weiter betrieben werden kann oder gesperrt bleibt", so Donhauser weiter. In diesem Zusammenhang werde auch eine mögliche Regressforderungen gegenüber den ausführenden Firmen sowie dem Planungsbüro geprüft, die für den Bau der Halle vor sieben Jahren zuständig waren.

Bis dahin müssen die Schüler unter freiem Himmel Sport machen. Außerdem soll der Unterricht in "geeigneten Räumlichkeiten" abgedeckt werden, die angemietet würden, so der Schulbürgermeister. Laut Schulleiter Jürgen Karras musste jedoch bereits Unterricht ausfallen. In der Woche nach der Sperrung habe man zunächst nur für 6 der 19 Sportgruppen eine Alternative organisieren können.

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