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Nachschlag für Dresdens Kulturpalast

Obwohl der Bau seit Jahren wieder eröffnet ist, kostet er Dresden jetzt erneut Geld. Damit soll ein jahrelanger Streit zur Lärmbelästigung beendet werden.

Für den Kulturpalast wird weiteres Geld benötigt, um einen jahrelangen Streit zu beenden.
Für den Kulturpalast wird weiteres Geld benötigt, um einen jahrelangen Streit zu beenden. © Archiv: René Meinig

Dresden. Gut vier Jahre nach der Fertigstellung des Umbaus des Dresdner Kulturpalastes wird die Stadt erneut zur Kasse gebeten. Dadurch soll der merkwürdig anmutende Streit mit Nachbarn, der bereits viel länger geht, endgültig erledigt sein.

Es geht um die Bebauung auf dem Dresdner Neumarkt. Gebäude im unmittelbaren Umfeld des Kulturpalastes sind in den vergangenen Jahren entstanden.

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Die Investoren gerieten in Streit mit der Stadt. Grund dafür ist eine Vorgabe der Stadt, dass sie ausschließlich sogenannte Festverglasung verbauen dürfen. Die Stadt verlangte also Fenster, die man nicht öffnen kann. Das dürfte für Mieter und Käufer generell schwierig sein, am teureren Neumarkt umso mehr.

Anlass für die permanent geschlossenen Fenster war, dass die Stadt nicht wegen Lärmbelästigung verklagt werden will. Hinter dem Kulturpalast ist dessen Anlieferzone und da geht es schon mal laut zu.

Nach jahrelangem Hin und Her hat man eine Lösung gefunden. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Schallschutzeinhausung. Diese kostet knapp zwei Millionen Euro. Investoren und Stadt haben sich verständigt, dass sich alle an den Kosten beteiligen. Konkret geht es um die Kommunale Immobilien Dresden (KID), die für die Stadt den Kulturpalast umgebaut hat.

700.000 Euro in den Schallschutz stecken

Jetzt muss die Stadt die von ihr beizutragenden 700.000 Euro beisteuern und in die KID einlegen, damit diese die Rechnung bezahlen kann. Dem müssen aber noch die Stadträte im Finanzausschuss zustimmen.

Die Investoren zahlen anteilig quasi nach Betroffenheit. Das sogenannte Schlosseck, mit Wohnungen, Restaurant und Geschäften, beteiligt sich mit 900.000. Der Bau wäre ohne den Schallschutz am Kulturpalast nicht genehmigungsfähig gewesen. Die anderen Nachbarn am Neumarkt, USD und Kimmerle, zahlen zusammen gut 300.000 Euro. Auch sie sollten zunächst eine Festverglasung in ihren Gebäuden verbauen.

Die Arbeiten am Schutz haben bereits in der Spielzeitpause 2020 begonnen. Die Fertigstellung ist nach der Sommerpause in diesem Jahr geplant.

Die Stadt will nun das Geld aus dem Guthaben von 2020 für die Bewirtschaftungskosten von Kulturpalast und Kulturkraftwerk Mitte zusammenkratzen. Die KID hat auch das Kraftwerk für Operette und Theater Junge Generation umgebaut. Wegen der Corona-Schließzeiten haben die beiden Häuser im vergangenen Jahr rund 922.000 Euro weniger für die Bewirtschaftung benötigt. 200.000 Euro davon wurden bereits für die Umbauten am Ticketservice im Kulturpalast ausgegeben.

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Normalerweise ist die Vereinbarung zwischen Stadt, KID und den Kultureinrichtungen, dass Guthaben mit der Miete für die Folgejahre verrechnet wird. Jetzt schlägt die Stadt vor, davon abzuweichen und die 700.000 Euro in den Schallschutz zu stecken.

Für die Mieten von Kulturpalast und Kraftwerk Mitte ist die Stadt zuständig. Deshalb müssen die Räte zustimmen, wenn dieser Vorschlag so umgesetzt werden soll. Dann wäre der Fensterstreit vom Neumarkt nach vielen Jahren endgültig beendet.

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