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Neue Corona-Regeln beim Einkaufen in Dresden

In Dresdner Läden dürfen nun weniger Kunden gleichzeitig shoppen. Wie das umgesetzt wird und welche Folgen das für Käufer und Händler hat.

Hendrik-Dietrich betreibt seinen Laden Catapult auf der Rothenburger Straße. Nur 15 Kunden dürfen gleichzeitig hinein, finden dort aber sein aktuelles Angebot, die "Corona-Schluck-Impfung".
Hendrik-Dietrich betreibt seinen Laden Catapult auf der Rothenburger Straße. Nur 15 Kunden dürfen gleichzeitig hinein, finden dort aber sein aktuelles Angebot, die "Corona-Schluck-Impfung". © Sven Ellger

Dresden. Die Vorweihnachtszeit nutzen sehr viel mehr Dresdner und Gäste als bisher zum Einkaufen. Vor allem die großen Einkaufscenter sind gut gefüllt, Geschenke werden ausgesucht, nach Angeboten wird Ausschau gehalten. Dabei gelten seit Dienstag weitere Beschränkungen beim Einkauf.

In Läden mit bis zu 800 Quadratmeter Größe dürfen maximal 80 Personen zur gleichen Zeit einkaufen, also ein Kunde pro zehn Quadratmeter. Sind die Geschäfte größer, müssen ab 800 Quadratmetern für einen Kunden 20 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung gestellt werden. Außerdem ist das Tragen einer Mund-Nasen-Maske vorgeschrieben und es gelten Abstands- und Hygieneregeln. Welche Auswirkungen hat das auf die Dresdner Händler und Centerbetreiber?

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Warteschlangen im Elbepark erwartet

Im Elbepark rechnet Centermanager Gordon Knabe bei acht bis neun großen Anbietern damit, dass sich vor allem am Wochenende vor den Läden Schlangen bilden könnten. Neben Kaufland und dem Media Markt sind das Modeanbieter wie Adler, Esprit oder H&M. "Dafür haben wir natürlich ein Wartekonzept erarbeitet, denn die Schlangen dürfen nicht den Kundendurchlauf im Center behindern", sagt er. So werden die Wartebereiche mit Abstandsflächen abgeklebt. Vor Kaufland ist der Wartebereich drastisch vergrößert und überdacht worden. Knabe rechnet am Wochenende damit, dass bis zu 200 Kunden draußen warten werden. "Für unsere Händler ist es schwierig, dass noch weniger Kunden in ihren Läden sein dürfen, denn damit sinkt der Umsatz noch weiter."

Knabe ist zufrieden, dass derzeit das Geschäft auch an den Wochentagen gut läuft. Möglicherweise sei das der Kurzarbeit geschuldet oder dem Fakt, dass viele den restlichen Urlaub noch im Dezember nehmen müssen. "Für uns bedeutet das eine gewisse Entzerrung und die Menschen kommen sich nicht in die Quere. Grundsätzlich verhalten sich die Kunden aber sehr diszipliniert, es gibt kaum einen, der keine Maske trägt oder sie unter der Nase hängen hat", sagt Knabe, der täglich im Center unterwegs ist. Vergangenes Wochenende hatte der Elbepark rund 40.000 Besucher, im Vorjahr waren es zur selben Zeit 54.000.

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Für kleinere Geschäfte unproblematisch

"Wir sind mit dem Weihnachtsgeschäft in Dresden trotz der Umstände zufrieden", sagt auch Kati Jürgen, Sprecherin der Dresdner L-il GmbH, die unter anderem die Produkte von Dresdner Essenz produziert. Den größten Teil des Umsatzes erwirtschafte das Unternehmen in Drogerien und im Lebensmitteleinzelhandel. "Die Corona-Regeln in Bezug auf die Anzahl der Kunden im Geschäft hat für uns darauf wenig spürbaren Einfluss gehabt. Bei unserem eigenen Werksverkauf haben wir das Glück, eine sehr treue und geduldige Kundschaft zu haben, die auch mal eine längere Wartezeit in Kauf nimmt und trotzdem bei uns einkauft", so Jürgen. Schon vor der Zeit von Corona habe das Unternehmen erfolgreich auf den Wachstum des Online-Shops setzen können. Die aktuelle Situation lasse aber deutlich erkennen, wie viel Potenzial noch in diesem Standbein stecke und dass es sich lohne in Zukunft darin weiter zu investieren.

Auf eine gutes Weihnachtsgeschäft hofft nun auch Hendrik Dietrich, Chef des Geschenkeladens Catapult. "Der November ist dramatisch gestartet, weil viel weniger Kunden kamen. Zuletzt hat es sich ein wenig erholt", sagt er. Der Dezember sei klar sein stärkster Monat. Er gibt aber nicht auf und entwickelt immer neue Ideen, um die Kunden in seinen Laden zu locken. "Wir wollen jetzt eine Corona-Schluckimpfung anbieten, ein Reagenzglas mit einem Likör", erzählt er mit einem Augenzwinkern. Er achte in seinem Laden streng auf die Hygienevorschriften, laut den Corona-Regeln dürfen nur 15 Kunden gleichzeitig in den Laden.

Eingespielte Abläufe in Supermärkten

In Dresdens Supermärkten ist die neue Corona-Schutzverordnung derzeit kaum spürbar, weil sich dort an den Abläufen, die die Kunden schon aus den vergangenen Monaten kennen, nichts verändert hat. Das bestätigt auch Kaufland-Sprecherin Alisa Götzinger auf SZ-Anfrage. "Viele notwendige Verhaltensregeln sind inzwischen gut eingespielt: Die Kunden tragen eine Mund-Nasen-Bedeckung und achten darauf, die entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln während des Einkaufs einzuhalten."

Aufgrund unserer großen Verkaufsflächen sowie den breiten Gängen in den Kaufland-Filialen könnten die geforderte Kundenanzahl sowie die Mindestabstände in der Regel eingehalten werden. "Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt standortindividuell: Bei Bedarf begrenzen wir die Einkaufswagen auf eine entsprechende Anzahl."

Kaufland weist daraufhin, dass es hilfreich wäre, wenn Kunden ihre Einkäufe an den Wochentagen erledigen und dabei die langen Öffnungszeiten nutzen.

Meistgelesen zum Coronavirus:

Lidl-Sprecherin Isabel Lehmann teilt mit, dass auch ihre Supermarkt-Kette auf die aktuelle Regelung gut vorbereitet ist. So gebe es an den Eingängen Desinfektionsspender und Papiertücher, mit denen Hände und Griffe der Einkaufskörbe desinfiziert werden können, alle Kassen seien mit 360-Grad-Plexiglasschutz versehen und Mitarbeiter bekommen kostenlos Mund-Nasen-Masken, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt.

Zudem weisen Schilder auf dem Parkplatz, am Eingang und im Markt selbst auf alle geltenden Regelungen wie die Maskenpflicht hin. Um den beschränkten Zugang zu kontrollieren, wurde die Zahl der Einkaufswagen im Verhältnis zur Einkaufsfläche reduziert. Die Sprecherin rechnet vor, wie sich die aktuelle Beschränkungen auf die Lidl-Märkte auswirkt: "In einem Geschäft mit 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen 90 Kunden gleichzeitig einkaufen. Zum Vergleich: Bislang waren bei einer Verkaufsfläche von 1.000 Quadratmetern 100 Kunden gleichzeitig zugelassen."

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