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Neue Karten für Flutgefahren an der Elbe

Die Landestalsperrenverwaltung hat die Unterlagen fertiggestellt, die vor Gefahren und Risiken warnen. Was sie für die Dresdner bringen.

Wie hoch die Elbefluten steigen können, wurde bei der Juniflut 2013 deutlich. In den vergangenen Jahren hat die Landestalsperrenverwaltung viel für den Hochwasserschutz in Dresden getan.
Wie hoch die Elbefluten steigen können, wurde bei der Juniflut 2013 deutlich. In den vergangenen Jahren hat die Landestalsperrenverwaltung viel für den Hochwasserschutz in Dresden getan. © Foto: Peter Hilbert

Dresden. In den vergangenen Jahren ist in Dresden viel für den Flutschutz und zur Beseitigung von Hochwasserschäden getan worden. Seit der Jahrhundertflut 2002 hat die Landestalsperrenverwaltung (LTV) dafür knapp 124 Millionen Euro in Dresden investiert, davon rund 70 Millionen Euro an der Elbe.

Verpflichtung: Das Hochwasserrisiko muss bewertet werden

Durch neue Flutschutzanlagen hat sich das Gefahrenpotenzial bei Hochwasser verändert. Die seit 2007 geltende europäische Hochwasserrisiko-Managementrichtlinie verpflichtet die Staaten unter anderem dazu, das Hochwasserrisiko in den jeweiligen Gebieten zu bewerten und Hochwassergefahren und -risikokarten sowie Managementpläne zu erstellen.

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Diese werden alle sechs Jahre überprüft und bei Erfordernis aktualisiert. Dafür sind umfangreiche Gewässervermessungen sowie die Erstellung beziehungsweise Fortschreibung von hydraulischen Modellen erforderlich.

Von Wassertiefe bis Geschwindigkeit: Das können Sie in den Hochwasserkarten nachschauen

Die LTV hat die Hochwassergefahren und -risikokarten für die Elbe aktualisiert. Bereits im November 2020 waren sie für den Lockwitzbach fertig. Kürzlich wurden diese Karten für die Elbe ans Dresdner Rathaus übergeben, teilt LTV-Sprecherin Katrin Schöne mit. Die Karten werden demnächst im Umweltportal des Freistaates veröffentlicht.

Dort können sich Behörden sowie Bürger und Gewerbetreibende informieren. Gewässeranlieger können daraus ableiten, ob und ab welchem Hochwasser sie betroffen sind, beginnend ab einer Flut, wie sie statistisch einmal in 20 Jahren auftritt, bis hin zu einem Extremhochwasser.

Aus den Karten sind auch Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten ersichtlich. Sie sind damit eine wichtige Grundlage für die Hochwasservorsorge und -abwehr der Kommunen – und nicht zuletzt für jeden selbst.

Auf fünf Kilometern schützen solche Wände und Deiche Stetzsch, Gohlis und Cossebaude vor den Elbefluten. Seit der Jahrhundertflut 2002 haben der Freistaat und die EU rund 70 Millionen Euro für den Flutschutz an der Elbe investiert.
Auf fünf Kilometern schützen solche Wände und Deiche Stetzsch, Gohlis und Cossebaude vor den Elbefluten. Seit der Jahrhundertflut 2002 haben der Freistaat und die EU rund 70 Millionen Euro für den Flutschutz an der Elbe investiert. © René Meinig

„Die jetzt für Dresden aktualisierten Karten berücksichtigen die seit dem Augusthochwasser 2002 umgesetzten umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Elbe. Sie sind eine wesentliche Grundlage für angepasste Vorkehrungen und Gefahrenabwehr“ sagte Umweltminister Wolfram Günther (Grüne).

„Nun können sich alle ein Bild machen, ob oder wie stark welche Gebiete in der Stadt von Hochwasser betroffen sein können.“

Bisher galten die Karten aus dem Hochwasserschutzkonzept, was 2004 erstellt wurde. In den aktualisierten Karten sind bauliche Veränderungen, die aktuelle Hydrologie und auch weiterentwickelte Berechnungsmodelle berücksichtigt, erläutert Schöne.

Aktualisierte Karten auch für die Weißeritz: Ist mein Haus gefährdet?

Die beiden Kartenarten unterscheiden sich wie folgt. In den Hochwassergefahrenkarten wird die Gefährdung für Ortschaften bei unterschiedlichen Hochwasserszenarien aufgezeigt.

Dabei werden Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten in den überschwemmten Bereichen dargestellt.

In den Risikokarten werden die Flächennutzung der überschwemmten Flächen und besonders gefährdete Objekte dargestellt. Geplant ist, jetzt auch das Hochwasserschutzkonzept für die Elbe zu überarbeiten. In den Prozess werden die Stadt und die Öffentlichkeit einbezogen.

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Aktualisierte Karten sind auch für die Vereinigte Weißeritz erarbeitet worden. Bis Ende März werden sie an die Stadt übergeben. Für Flüsse als Gewässer I. Ordnung und die Binnenwasserstraße Elbe investiert der Freistaat für diese Karten jährlich rund 4,5 Millionen Euro.

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