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Neue Pläne für alte Dresdner Hutfabrik

Seit 30 Jahren verfällt das Gebäude zwischen Grüner Straße und Schützengasse in Dresden - nun soll die Ruine der Musikhochschule Platz machen.

So soll der grüne Innenhof des neuen Komplexes für die Musikhochschule gestaltet werden. In den Räumen um den Hof werden die Musikstudenten proben.
So soll der grüne Innenhof des neuen Komplexes für die Musikhochschule gestaltet werden. In den Räumen um den Hof werden die Musikstudenten proben. © Visualisierung: kleyer.koblitz.letzel.freivogel.ar

Dresden. Wo früher Hüte und Lederwaren gefertigt wurden, sollen bald schon angehende Musiker studieren. Die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber wird erweitert und bekommt auf dem Areal der ehemaligen Hut- und Lederfabrik in der Grünen Straße ein neues Gebäude. Derzeit wird das alte Fabrikgebäude, das seit gut 30 Jahren verfällt, beräumt und gesichert. Bis die Arbeiten am Neubau starten, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen.

Zunächst hat das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) Architekten aufgefordert, ihre Entwürfe für das neue Haus einzureichen. Dem Aufruf folgten 23 Architekturbüros. Eine Jury, geleitet von Professor Claus Anderhalten, hat in einer Preisgerichtssitzung am 4. März den passendsten Entwurf ermittelt.

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Das Gremium aus freien Architekten, Fachleuten des sächsischen Finanzministeriums und des Ministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus sowie Vertretern der Musikhochschule, der Landeshauptstadt Dresden und aus dem SIB entschied sich einstimmig für den Entwurf des Büros kleyer.koblitz.letzel.freivogel.architekten aus Berlin. Insgesamt wurden 23 Arbeiten eingereicht. Weil eine normale Ausstellung der Entwürfe derzeit nicht möglich ist, sind sie auf der Internetseite des SIB zu sehen.

Neubau schließt Lücke in der Grünen Straße

Gefordert war ein Entwurf, der sich städtebaulich gut in das Quartier einordnet und ein Raumkonzept, das den Anforderungen einer Musikhochschule entspricht. Die Jury entschied sich für ihren Sieger, weil sich ihr Gebäude an der Blockrandbebauung der Grünen Straße und den anderen Gebäudehöhen orientiert. Es soll vier Geschosse bekommen und schließt damit eine Lücke in der jetzigen Häuserfront an der Grünen Straße. Dahinter entsteht ein zweigeschossiger Neubau um einen Innenhof.

Die Fassade würde in ihrer Gestaltung zudem die Nutzungen der Hochschule für Musik widerspiegeln, heißt es in der Begründung der Jury.

Im Bereich zwischen Grüner Straße und dem Konzertsaal gibt es einen Innenhof, um den die anderen Räume angeordnet werden. Der Hof habe eine angemessene Größe und biete sich auch als ruhiger, grüner Aufenthaltsbereich für die Studierenden an. Die Anordnung, vor allem der Räume oberhalb des Innenhofes, habe sowohl für die Funktion als auch für die Akustik Vorteile. Das gelte auch für die Proberäume. In einem Hoch- und Foyerparterre sollen große Probebühnen entstehen.

Die Grüne Straße wird künftig über einen Weg mit der Schützengasse verbunden sein.

Den zweiten Preis bekamen die AWB Architekten des Architekturbüros Bauer aus Dresden, den drittbesten Entwurf lieferten hammeskrause architekten aus Stuttgart. Die Preisträger werden nun in einem weiteren Verfahren für die Planung des Auftrags eingeladen.

Derzeit ist die Hochschule für Musik an mehreren Standorten untergebracht. Der Hauptstandort befindet sich am Wettiner Platz mit dem Altbau und dem sich daran anschließenden, 2008 eröffneten Neubau. Der geplante Neubau soll auf 2.900 Quadratmetern Fläche Platz für Lehr-, Forschungs- und Verwaltungsräume bieten. Zudem soll die Bibliothek erweitert werden.

Damit verschwindet eine weitere Brache samt Ruine aus dem Dresdner Stadtbild. Die viergeschossige alte Fabrik wurde 1898 für eine Druckerei gebaut. Ab 1932 nutzte es die Hutfabrik Patzig & Unger. Von 1957 an wurde dort Herrenbekleidung gefertigt, erst von einer privaten Firma, später vom VEB Herrenmode. Seit Anfang der 1990er-Jahre steht das Gebäude neben der Hochschule für Musik am Wettiner Platz leer.

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