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Die neuen "Hafenmeister" an Dresdens Elbe

Die neuen Pächter wollen mindestens 20 Jahre bleiben. Was sie mit dem Neustädter Hafen vorhaben und warum sie gerade jetzt um jeden Bootstouristen werben.

Warten aufs Geschäft: Lisa Roscher, Mitarbeiterin der "Hafenmeister" an der Elbe. Die neuen Hafenpächter am Elberadweg vermieten ab sofort Bootsliegeplätze.
Warten aufs Geschäft: Lisa Roscher, Mitarbeiterin der "Hafenmeister" an der Elbe. Die neuen Hafenpächter am Elberadweg vermieten ab sofort Bootsliegeplätze. © Sven Ellger

Dresden. Das Wetter ist schön und eigentlich müssten sich zu Ostern die Ausflügler am Neustädter Hafen tummeln, Rast einlegen und sich mit Wasser, Saftschorle oder Radler erfrischen. Lisa Roscher aber sitzt ziemlich alleine in der warmen Frühlingsonne. Sie ist Mitarbeiterin der "Hafenmeister" und könnte sich durchaus mehr Betrieb vorstellen.

Doch mit einem gewöhnlichen Ostergeschäft rechnet ihr Bruder Kai Roscher auch in diesem Jahr nicht. Er betreibt die Eventlocation „Die Hafenmeister“ am Elberadweg. Corona und To Go-Gastronomie werden den Betrieb den zweiten Frühling in Folge bestimmen. Voller könnte es dagegen auf dem Wasser werden.

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Kai Roscher und sein Geschäftspartner Tino Fleischer haben den Neustädter Hafen übernommen – die Steganlage, besser gesagt. Denn die Elbe ist bekanntermaßen kein Privatfluss. Rund 40 Liegeplätze vermieten die beiden Gastronomen ab sofort. Kleine und mittelgroße Boote bis zu einer Länge von zwölf Metern können dort festmachen. Viele Stammkunden hätten ihre Verträge bereits erhalten.

Hafen für 20 Jahre gepachtet

Wenn die Corona-Krise etwas Gutes hervorbringen könne, dann auch einen boomenden Bootstourismus auf der Elbe, sagt Kai Roscher. Immerhin dürfen Hotels, Pensionen und Zeltplätze nach wie vor keine Urlauber aufnehmen. Ferien auf dem Boot könnten aber durchaus eine Alternative sein in der Pandemie. „Damit wird ein Stück weit Urlaub möglich“, so Roscher. Wasser, Strom und Toiletten stellen die Betreiber zur Verfügung.

Wer sich im Rahmen der Kontaktbeschränkungen für einen Urlaub auf dem Boot entscheidet, dürfte auch nicht gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen. Dort wird zwar empfohlen, auf Reisen zu verzichten. Ein Verbot gibt es aber nicht. Und das Beherbergungsverbot bezieht sich auch nicht auf eigene Boote, die an Liegeplätzen festgemacht haben.

Roscher und Fleischer pachten den Hafen für 20 Jahre von der Immobiliengesellschaft Unser Schönes Dresden (USD), die auch die Hafencity baut. Die Steganlage soll im Großen und Ganzen erhalten bleiben, allerdings wieder etwas schick gemacht werden. Die Idee, direkt im Hafenbecken eine Badeinsel mit großem Pool einzurichten, ist übrigens schon in der Planungsphase für die Hafencity wieder verworfen worden.

Hinter "Die Hafenmeister" wird der neue Elberadweg verlaufen. Dort entsteht auch ein neuer Stadtplatz.
Hinter "Die Hafenmeister" wird der neue Elberadweg verlaufen. Dort entsteht auch ein neuer Stadtplatz. © Sven Ellger

Überhaupt dürfte es am Hafen deutlich voller werden, wenn die Hafencity fertig ist. Denn der Elberadweg wird um ein paar Meter in Richtung Leipziger Straße verlegt, sodass am Wasser eine ruhige Hafenpromenade entsteht, auf der sich Spaziergänger und Radfahrer nicht in Quere kommen. Neben „Die Hafenmeister“ – der alten Hafenmeisterei, wie sie bis 2018 noch hieß – wird ein neuer Stadtplatz angelegt.

Bis alles fertig ist und die Corona-Pandemie der Geschichte angehört, werden wohl noch Jahre vergehen. Bis dahin werben die beiden Unternehmer um jeden Bootsfahrer. „Wir versuchen, innovativ zu sein.“

Kontakt zu "Die Hafenmeister" unter diehafenmeister.de

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