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Palaissommer im Winter

Seit zehn Jahren veranstaltet Jörg Polenz das Festival unter freiem Himmel in Dresden. Jetzt will er dafür endlich auch das Japanische Palais nutzen dürfen.

Yoga-Fan Jörg Polenz hat gelernt, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, auch wenn sein Vorhaben kaum merklich vorankommt.
Yoga-Fan Jörg Polenz hat gelernt, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, auch wenn sein Vorhaben kaum merklich vorankommt. © Sven Ellger

Dresden. Er muss sich vorkommen wie der Rufer in der Wüste. Schon im August hat Jörg Polenz, Veranstalter des Palaissommers auf der Parkfläche zwischen Japanischem Palais und Elbwiesen, seine Ideen für eine künftige Nutzung auch des historischen Gebäudes öffentlich gemacht. Dort sollen nach seiner Vorstellung das ganze Jahr über Veranstaltungen stattfinden.

Seit mehr als zehn Jahren bemühe er sich darum, das Japanische Palais für die Dresdner und Gäste der Stadt zu öffnen - mehr als es bisher der Fall ist, sagte der Eventmacher im Sommer in einem Interview mit der SZ. Doch es tue sich nichts. Bisher nutzen Teile des Hauses die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen, das Museum für Völkerkunde und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Es sei aber ausreichend Platz, um noch viel mehr Leben ins Gemäuer zu bringen.  

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"Der politische Wille ist da"

Zum Beispiel mit musikalischen Abenden, Theater- und Filmvorführungen, Workshops und Yoga-Kursen, die schon unter freiem Himmel einen riesigen Zulauf haben. Konkreter als noch im Sommer wird Jörg Polenz nun mit seinem Konzept einer "Erlebniswelt Sachsen", mit der er einen "Lernort für Geschichte und Zukunft" schaffen will. Er soll in innovativen Dauer- und Wechselausstellungen Wissen zur sächsischen Geschichte vermitteln. 

Die sogenannte Erlebniswelt könne Themen wie sächsisches Porzellan, Naturkunde, sächsische Kunst, Medien und eine Schnittstelle für interkulturelle Beziehungen vereinen, so Polenz. Den bisherigen Nutzern des Palais wolle er auf diese Weise Kooperationspartner, nicht Konkurrent sein. 

Nahes Ziel ist es nun, einen runden Tisch zu gründen, an dem alle Beteiligten und Bürger der Stadt zusammenkommen, um das Palais gemeinsam neu zu erfinden. Dabei empfiehlt sich Jörg Polenz als Experte, der seit zehn Jahren den Palaissommer mit Erfolg gestaltet und entwickelt. "In diesem Jahr haben rund 90.000 Menschen unser Festival besucht", sagt er. Für einen runden Tisch nach seiner Vorstellung gäbe es jedoch noch keinen Termin.

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Unterdessen hat Polenz Mitte August eine Petition für die Erweiterung des Palaissommers auf Indoor-Angebote im Palais auch in der kalten Jahreszeit gestartet und bisher 3.300 Unterzeichner aktiviert. Die Petition richtet sich an den Sächsischen Landtag. Für ein sogenanntes Quorum, also die Beschlussfähigkeit weist sie das Ziel von 12.000 Stimmen aus. "Wir wollen damit den Entscheidern signalisieren, wie groß das Interesse der Bevölkerung ist, das Japanische Palais weiter zu öffnen", sagt Jörg Polenz. Mit Vertretern aller Fraktionen im Sächsischen Landtag habe er sich bereits ausgetauscht: "Der politische Wille ist da."

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