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Parkeisenbahn: Erste Beobachtungen schon 2019

Am Montag ist ein Mitarbeiter suspendiert worden. Ihm wird grenzverletzendes Verhalten gegenüber einem Minderjährigen vorgeworfen.

Was genau ist bei der Parkeisenbahn passiert? Das Schlösserland schweigt.
Was genau ist bei der Parkeisenbahn passiert? Das Schlösserland schweigt. © Marion Doering (Archiv)

Dresden. Nach wie vor herrscht Unklarheit, was bei der Parkeisenbahn vorgefallen ist. Das Schlösserland Sachsen hatte am Dienstag mitgeteilt, bei einem geringfügig Beschäftigten habe man gegenüber einem minderjährigen Parkeisenbahner "auffällige Handlungen und auffälliges Verhalten" beobachtet. Der Mann sei suspendiert worden.

Auf Nachfrage der SZ, was genau vorgefallen sei, teilte das Schlösserland am Mittwoch mit, dass man dazu keine Angaben machen wolle. Allerdings konkretisierte ein Sprecher, dass erste Beobachtungen bereits Juni 2019 dokumentiert wurden. Danach habe es drei Vorfälle mit der gleichen Person gegeben. Der letzte sei vor Kurzem bekannt geworden. Mitarbeiter und Sozialpädagogen der Parkeisenbahn hätten die Beobachtungen gemeldet.

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Das Schlösserland sprach am Dienstag nicht von sexuellem Missbrauch, sondern von grenzverletzendem Verhalten. Darunter versteht der Staatsbetrieb einmaliges oder gelegentliches unangemessenes Verhalten von Personen gegenüber Kindern, das oft unbeabsichtigt geschieht. Nicht immer gehe es dabei um sexualisierte Handlungen. "Die Unangemessenheit des Verhaltens ist dabei auch vom subjektiven Empfinden des betroffenen Kindes abhängig", heißt es.

"Weiterbeschäftigung nicht möglich"

Aufgrund der Null-Toleranz-Politik, die im Rahmen des Kinderschutzkonzeptes etabliert wurde, habe man sich zur Suspendierung des Mitarbeiters entscheiden. Ihm sei zuvor die Gelegenheit gegeben worden, sich umfassend zu den Vorwürfen zu äußern, so der Sprecher weiter. Eine Weiterbeschäftigung, etwa durch Bitte um Entschuldigung, wäre in diesem konkreten Fall nicht möglich gewesen.

Die Einstufung als grenzverletzendes Verhalten sei nach den Kriterien des Kinderschutzkonzeptes erfolgt. Das Schlösserland bestätigte gegenüber der SZ, dass man die Polizei nicht einbezogen oder überhaupt über den Vorgang informiert habe.

Nicht alle zeigen jedoch Verständnis für das Vorgehen: Der Meinung von Parkeisenbahn-Insidern zufolge ist Schlösserland-Chef Christian Striefler sowohl mit der Suspendierung als auch mit der Information der Öffentlichkeit weit über das Ziel hinausgeschossen. Offenbar will Striefler sich nicht noch einmal vorwerfen lassen, die Parkeisenbahn vertusche Vorfälle wie 2017. Damals wurde die Institution von einem Missbrauchsskandal erschüttert. Darauf war zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) das Kinderschutzkonzept erarbeitet worden. Die AWO sei an der Entscheidung beteiligt gewesen, den Mitarbeiter am Montag vom Dienst zu suspendieren und ihm jeglichen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Betriebs der Parkeisenbahn zu untersagen. (SZ/sr/two)

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