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Kaputter Aufzug bereitet Dresdner Senioren Sorgen

In einem Betreuten Wohnen in Weißig können die Bewohner den Fahrstuhl seit vier Wochen nicht mehr benutzen. Und eine schnelle Lösung lässt auf sich warten.

Im Weißger Pflegebetrieb Oettel ist der Fahrstuhl im Betreuten Wohnen ausgefallen.
Im Weißger Pflegebetrieb Oettel ist der Fahrstuhl im Betreuten Wohnen ausgefallen. © René Meinig

Dresden. Stefan Noack macht sich Sorgen um seine Mutter. Die 94-Jährige wohnt seit 2017 im Betreuten Wohnen des Pflegebetriebes Oettel GmbH an der Weißiger Prießnitzaue.

"Mit ihrem Rollator kommt sie noch gut vorwärts und auch geistig ist sie fit", sagt er. Doch seit Mitte Dezember kann sich seine Mutter fast nur noch auf der dritten Etage der Einrichtung aufhalten, wo sie wohnt. Der Aufzug ist kaputt und sie kommt nicht mehr in die anderen Etagen oder nach draußen.

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Das bringt auch für das Pflegepersonal zusätzlichen Aufwand mit sich, denn nun müssen die Mahlzeiten alle über die Treppe in die Zimmer gebracht werden. "Auch für mich ist es beschwerlich, wenn ich meiner Mutter Wasser bringe und alles schleppen muss, ich bin auch schon 70", sagt Noack.

Seine Mutter hat erfahren, dass es wohl noch bis März dauert, ehe der Aufzug repariert werden kann. "Das bedrückt mich, ich würde mich gern mehr bewegen als nur auf der Etage. Und die Pfleger leiden ja auch darunter", sagt Bogumila Kolley, die Mutter von Stefan Noack.

Ein 24 Jahre alter Aufzug ohne vorrätige Ersatzteile

Doch Geschäftsführer Jan Kinner muss die Hoffnung zerstreuen, dass die Reparatur des defekten Aufzuges schneller geht. "Wir haben uns relativ schnell mit mehreren Aufzugsfirmen in Verbindung gesetzt. Sie alle benötigen mehrere Wochen, um die Ersatzteile neu herzustellen. Vor März wird der Fahrstuhl nicht genutzt werden können", sagt Kinner.

Buchhalter Holger Oettel ergänzt, dass der Aufzug 24 Jahre alt ist. Deshalb seien Ersatzteile nicht vorrätig, sondern müssten extra angefertigt werden. Dazu seien auch die Leistungen von Zulieferern nötig.

"Der hydraulische Steuerblock muss komplett ersetzt werden", sagt Oettel. Er weiß, dass es für die Bewohner, die seit 18. Dezember auf den Aufzug verzichten müssen, eine schwierige Zeit ist.

Monteur: "Gesetzliche Bestimmungen geändert"

Tatsächlich benötigt die Reparatur inklusive der Herstellung und Montage sowie Prüfung des Ersatzteiles rund acht bis zehn Wochen, bestätigt ein Monteur der Dresdner Niederlassung des Aufzugsherstellers Thyssenkrupp.

Dieser ist jedoch nicht der Hersteller des Weißiger Aufzuges, sondern wurde zu Informationszwecken von der SZ kontaktiert.

"Es ist leider so, dass bei älteren Modellen auch noch viele bürokratische Hürden zu beachten sind, denn inzwischen haben sich gesetzliche Bestimmungen geändert, was bei der Montage und Zulassung eine Rolle spielt", sagt der Monteur. Auch diese Faktoren würden weitere Zeit benötigen.

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Für die Senioren ist das keine gute Nachricht. "Aber wir können leider an dem Fahrstuhlproblem nichts ändern", sagt der Geschäftsführer. Deshalb will er auch keine früheren Termine in den Raum stellen, die nicht gehalten werden können.

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