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Welche Zukunft hat die Parkeisenbahn?

Zwischen dem Betreiber und dem Förderverein gab es Streit, das Verhältnis ist zerrüttet. Wird die Minibahn im Großen Garten in Dresden weiterrollen?

Sie ist einer der Attraktionen im Großen Garten: die Dresdner Parkeisenbahn. Wie die Zusammenarbeit mit dem Förderverein aussieht, ist derzeit noch offen.
Sie ist einer der Attraktionen im Großen Garten: die Dresdner Parkeisenbahn. Wie die Zusammenarbeit mit dem Förderverein aussieht, ist derzeit noch offen. © dpa-Zentralbild

Dresden. Sie gehört vor allem bei den Kindern zu den beliebtesten Attraktionen in Dresden - und dennoch sorgte die Dresdner Parkeisenbahn in den vergangenen Jahren nicht nur für positive Schlagzeilen. 2016 wurde ein jahrelanger Missbrauchsskandal öffentlich, ein Jahr später hatte es einen erneuten Fall gegeben, bei dem eine Minderjährige sexuell bedrängt worden war - und auch in diesem Sommer soll sich ein Mitarbeiter der Parkeisenbahn einem Jungen gegenüber auffällig verhalten haben.

Letztlich kam es zum offenen Streit zwischen dem Schlösserland Sachsen, das die Minibahn betreibt, und dem Förderverein, der die Kinder- und Jugendarbeit bei der Parkeisenbahn koordiniert und das Fahrpersonal stellt. Die Ehrenamtlichen wehrten sich gegen den Umgang mit dem Mitarbeiter, gegen den die Geschäftsleitung des staatlichen Schlösserbetriebs öffentlich Vorwürfe erhoben und dessen Arbeitsverhältnis sie offenbar fristlos beendet hatte. Der Mitarbeiter soll gegenüber einem Kind Grenzen verletzt haben.

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Was bedeutet das zerrüttete Verhältnis zwischen Schlösserland und Förderverein nun aber für die Zukunft der Parkeisenbahn?

Konzept der Kinderbildung wird überarbeitet

Schlösserland-Sprecher Uli Kretzschmar kann jene beruhigen, die fürchten, dass die Auseinandersetzung Folgen für den künftigen Fahrbetrieb der Parkeisenbahn haben könnte. Der Betrieb werde - wie schon in der Vergangenheit - auch in der kommenden Saison vom Staatsbetrieb übernommen und gewährleistet. "Wie gewohnt auch unter Einbeziehung der Jungen Parkeisenbahner", so Kretzschmar. Wie eine Zusammenarbeit mit dem Förderverein aussehen könnte, werde derzeit erarbeitet.

"Wir stehen im Moment im Gespräch sowohl mit dem Förderverein als auch mit weiteren externen Partnern, um die Zusammenarbeit für die kommenden Jahre konzeptionell zu überarbeiten und zu professionalisieren." Wer diese externen Partner sind, lässt Kretzschmar offen.

Die Eltern der Jungen Parkeisenbahner wurden dazu kürzlich in einem Brief vom Schlösserland informiert. Demnach sei dem Staatsbetrieb stets klar gewesen, dass der Betrieb der Parkeisenbahn und die damit verbundene Kinder- und Jugendarbeit weitergeführt wird. Oberste Priorität habe dabei der Schutz der Kinder, deshalb solle die Arbeit weiter professionalisiert und auf eine breitere Basis gestellt werden.

In dem Schreiben heißt es außerdem, dass die kulturelle Bildung des Staatsbetriebs neu ausgerichtet und gestärkt werden soll. Das beinhaltet auch, dass das pädagogische Konzept der Kinder- und Jugendarbeit überarbeitet wird. Kernbereich bleibe aber weiterhin die Ausbildung zum Parkeisenbahner.

Zusammenarbeit mit Förderverein wird neu betrachtet

Schlösserland räumt im Elternbrief ein, dass es zu "Unstimmigkeiten" mit dem Förderverein gekommen sei und dass es verschiedene Auffassungen zur Bewertung der Vorfälle gegeben habe. Das solle nicht weiter öffentlich ausgetragen werden, dennoch sei es erforderlich, die Zusammenarbeit mit dem Förderverein neu zu betrachten. Konkreter wird es an dieser Stelle nicht.

Auch der Förderverein hält sich eher bedeckt. "Die Anfrage ist für uns aktuell schwierig zu beantworten", so der Vereinsvorsitzende Sven Garten auf SZ-Nachfrage dazu, wie es weitergehen soll. Der Betreiber der Parkeisenbahn erarbeite gerade intern die Prämissen für die weitere Zusammenarbeit mit dem Förderverein.

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Der Förderverein habe indes unverändert das Ziel, die Zusammenarbeit mit dem Staatsbetrieb im Sinne der über 230 Kinder und Jugendlichen fortzuführen, "damit das großartige Hobby Parkeisenbahn so vielfältig und interessant erhalten bleibt."

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