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Schaumparty am Albertplatz in Dresden

Schon wieder: In den Brunnen in der Dresdner Neustadt haben Scherzkekse Spül- oder Waschmittel gekippt.

Am Samstagmorgen treiben Schaumwolken auf dem Wasser im Brunnen "Stürmische Wogen" am Albertplatz.
Am Samstagmorgen treiben Schaumwolken auf dem Wasser im Brunnen "Stürmische Wogen" am Albertplatz. © René Meinig

Dresden. Am Samstagmorgen bot sich den Neustädtern am Albertplatz mal wieder ein bekanntes Bild: Unbekannte haben eine Substanz ins Wasser des Brunnens "Stürmische Wogen" gekippt, woraufhin sich jede Menge Schaum in der Anlage gebildet hat. Meist handelt es sich dabei um Wasch- oder Spülmittel.

Die Schaumblasen haben sich inzwischen bis auf den Gehweg rund um den Brunnen verteilt.

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Der kaufmännische Blick
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Der Schaum hat sich auch auf dem Weg rund um den Brunnen verteilt.
Der Schaum hat sich auch auf dem Weg rund um den Brunnen verteilt. © René Meinig

Es ist nicht das erste Mal, dass die Brunnen am Albertplatz zur Zielscheibe für Vandalismus werden. Regelmäßig rücken Mitarbeiter des Umweltamtes an, um schäumendes Wasser zu neutralisieren und die Anlagen zu reinigen. Unter anderem 2018 und 2016 hatten Unbekannte Waschmittel oder grüne Farbe ins Wasser gekippt, zwischen 400 und 500 Euro kostete die Reinigung jedes Mal. Mitunter muss sogar die Feuerwehr anrücken, um zu checken, ob von den Schaummassen eine Gefahr ausgeht.

Gleich doppelt traf es 2014 den Brunnenzwilling "Stille Wasser": Zu Himmelfahrt hatten Unbekannte fluoreszierende Farbe in den Brunnen gegossen. Damals musste die Stadt zwar nicht einschreiten, weil die Farbe sich von selbst zersetzte. Doch nur einen Monat später wurde der Brunnen abermals verunreinigt: Auch da wurde Spülmittel in den Brunnen gekippt. Weitere solcher Schaumbäder gab es in den Jahren 2009 und 2011. Damals allerdings mit größeren Folgen: Weil sich Schaumberge bildeten, musste der Brunnen mehrere Tage außer Betrieb genommen werden.

Die Zwillingsbrunnen sind von 1883 bis 1894 von dem Bildhauer Robert Diez geschaffen worden. Vorausgegangen war ein Künstler-Wettbewerb, den die Stadt ausgerufen hatte. Den Zweiten Weltkrieg überstanden die Anlagen im Großen und Ganzen unbeschadet. Allerdings wurde eine Brunnenplastik nach Kriegsende abgetragen und durch ein Sowjetehrenmal ersetzt. Nach der Wende wurden die Brunnen restauriert.(SZ/noa)

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