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Sonniger Start in die Winterferien in Dresden

Am Sonntag genießen die Dresdner den Schnee in der Stadt. Wie Familien die vorgezogenen Ferien nutzen wollen und ob das Wetter nächste Woche mitspielt.

Rodeln, Enten füttern, spazieren gehen - am Elbufer genießen die Dresdner am Sonntag das herrliche Winterwetter mit Sonne und Schnee.
Rodeln, Enten füttern, spazieren gehen - am Elbufer genießen die Dresdner am Sonntag das herrliche Winterwetter mit Sonne und Schnee. © Marion Doering

Dresden. Blauer Himmel, strahlende Sonne, Windstille, Schnee - besser könnten die vorgezogenen Winterferien in der Landeshauptstadt gar nicht starten. Und so waren an einem der beliebtesten Rodelhänge in der Stadt am Sonntag auch viele Familien anzutreffen. Während die Erwachsenen die warmen Sonnenstrahlen genossen, lieferten sich die Kleinen am Mini-Hang oberhalb des Johannstädter Fährgartens Wettrennen auf ihren Schlitten, Bobs und Po-Rutschern.

"Wir hoffen natürlich, dass der Schnee noch liegen bleibt und wir nächste Woche rodeln können", sagt Anja Fischer, die mit ihrer Familie in der Johannstadt wohnt und sich auf die Ferienwoche mit ihren drei Kindern freut. Als Lehrerin an einer Dresdner Oberschule weiß sie, wie wichtig die Verschnaufpause für die Schüler im Homeschooling nun ist.

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Für sie selbst - ihre drei Kinder gehen in die 4., 5. und 7. Klasse - sei es kein Problem, dass die Ferien geteilt und verschoben wurden. "Meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Eltern damit entspannt umgehen." Aus ihrer Oberschulklasse habe nur ein Schüler eine Freistellung in der ursprünglich geplanten Ferienzeit beantragt. "Die meisten Familien haben keinen Urlaub gebucht, wir selbst auch nicht."

Anja Fischer ist Oberschullehrerin und selbst dreifache Mutter. Für viele Eltern sei die Verschnaufpause in der kommenden Woche wichtig, sagt sie.
Anja Fischer ist Oberschullehrerin und selbst dreifache Mutter. Für viele Eltern sei die Verschnaufpause in der kommenden Woche wichtig, sagt sie. © Marion Doering

Ferien auch wirklich für Freizeit nutzen

An ihren eigenen Kinder sehe sie, wie stressig die häusliche Lernzeit für die Schüler ist, obwohl sie selbst als Lehrerin bei den Aufgaben gut helfen kann. "Den Familien in meiner Klasse habe ich empfohlen, die Ferien auch wirklich als Freizeit zu nutzen, egal, wie weit alle Schulaufgaben erledigt sind."

Die freie Zeit wollen auch Julia und Michael Haufe-Jarisch mit ihren beiden Kindern genießen. Tochter Nora besucht die dritte Klasse und kam mit ihren Aufgaben bislang gut klar. "Zu Hause ist eigentlich mehr geworden, als in der Schule", berichtet Mama Julia lachend. Dennoch sei es wichtig, dass die Kinder bald wieder ihre Schulfreunde um sich haben.

Die erste Ferienwoche, die am Montag beginnt, will die Familie zum Rodeln nutzen, die Hoffnung ist auch bei Nora groß, dass der Schnee noch ein paar Tage liegen bleibt. Die zweite Ferienwoche, die auf die Woche vor Ostern verschoben wurde, ist für einen Nordsee-Urlaub geplant, das Quartier schon gebucht. "Mal sehen, ob das klappt."

Michael und Julia Haufe-Jarisch unterstützen ihre zwei Kinder in der häuslichen Lernzeit. "Zu Hause klappt es fast besser, als in der Schule." Dennoch freut sich die Familie nun auf die Ferienwoche.
Michael und Julia Haufe-Jarisch unterstützen ihre zwei Kinder in der häuslichen Lernzeit. "Zu Hause klappt es fast besser, als in der Schule." Dennoch freut sich die Familie nun auf die Ferienwoche. © Marion Doering

"Die Luft ist bei den Kindern jetzt einfach raus"

Ein paar Meter weiter rast Julia Schückel mit ihrer Tochter Flora auf dem Schlitten den Hang am Fährgarten hinunter. Auch die Zweitklässlerin habe im Homeschooling keine Probleme, sagt die Mutter, die es fast ein wenig schade findet, dass nun eine Woche ohne Schulaufgaben ansteht. "Von mir aus hätte die häusliche Lernzeit auch weitergehen können, dadurch ist der Tag gut strukturiert." Das sei aber auch sicher abhängig vom Pensum, das die Kinder täglich schaffen müssen.

Für viele Familie ist die Doppelbelastung mit Homeoffice und Lernzeit daheim eine enorme Herausforderung und große Kraftanstrengung. Vor allem, wenn die Schüler in höheren Klassen sind. Das bestätigt auch Andrea Jarisch, deren Kinder die 4. und 8. Klasse besuchen. "Es ist wirklich gut, dass nun mal eine Woche frei ist. Vor allem die Aufgaben am Gymnasium sind sehr umfangreich, wir sitzen nicht selten bis nachmittags 16 Uhr, um alles zu erledigen." Die Luft sei jetzt einfach raus. Andererseits sind die Freizeitmöglichkeiten mit Kindern derzeit angesichts geschlossener Hallenbäder und Eislaufbahnen äußerst beschränkt. Und so hofft auch Andrea Jarisch, dass das Winterwetter weiter anhält.

Julia Schückel und ihre Tochter Flora bräuchten die Ferienwoche eigentlich gar nicht. "Durch die Schualaufgaben ist der Tag gut strukturiert." Nun hoffen sie zumindest auf Rodelwetter.
Julia Schückel und ihre Tochter Flora bräuchten die Ferienwoche eigentlich gar nicht. "Durch die Schualaufgaben ist der Tag gut strukturiert." Nun hoffen sie zumindest auf Rodelwetter. © Marion Doering

Winterferien - Winterwetter?

Und wie geht es mit dem Wetter in der Ferienwoche nun weiter? "Das wollen die Kinder wahrscheinlich lieber nicht hören", sagt Thomas Hain vom Deutschen Wetterdienst und trübt die Hoffnungen auf weitere Rodelpartien. Das Sonnenwetter sei nur einem kurzen Zwischenhoch zu verdanken, erklärt der Meteorologe. "Am Montagnachmittag war's das schon wieder mit der Sonne."

Zum Wochenstart ziehen von Westen her Wolken in Richtung Landeshauptstadt, die auch noch einmal etwas Schnee bringen und es glatt auf den Straßen werden lassen könnten.

Am Dienstag geht der Schnee in Regen über - "dann gibt es nur noch nasse Pampe", sagt der Meteorologe. Tagsüber bleibt es dann ab Mittwoch mit 10 Grad relativ mild, es wird grau und trüb. "Eine längere Schneeperiode und Dauerfrost sind momentan nicht in Sicht."

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