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Schnee in Dresden: Busse rutschen

Der Winterdienst war seit dem frühen Donnerstagmorgen im Einsatz. Trotzdem gab es Probleme auf Dresdens Straßen. Für manche ging es stundenlang nicht voran.

Die Busse der Linie 85 hatten am Donnerstagmorgen in Leuben ein Problem. Der Winterdienst war aber unterwegs, sieht man im Rückspiegel.
Die Busse der Linie 85 hatten am Donnerstagmorgen in Leuben ein Problem. Der Winterdienst war aber unterwegs, sieht man im Rückspiegel. © SZ/Marco Klinger

Dresden. Das war so nicht angesagt. Als Peter Zedler am Anfang dieser Woche auf seine Wetterkarten sah, um zu prüfen, wann der erste Schnee kommt, war er sich noch sicher: In der Nacht zum Dienstag geht es los. Auch am Dienstagvormittag kann es noch etwas Schnee geben, dann ist Schluss. Mit dem nächsten Niederschlag rechnete Zedler erst am Wochenende. Aber der fällt wahrscheinlich als Regen, sagte er voraus.

Doch es kam anders. Am Donnerstagmorgen überraschte die Dresdner Neuschnee, fast eine Stunde lang schneite es ab etwa 7 Uhr. Dank Temperaturen um den Gefrierpunkt taute der Schnee nicht sofort, sogar auf weniger befahrenen Straßen blieb er eine Weile liegen. Der Winterdienst wusste Bescheid. Er war bereits seit morgens 4 Uhr unterwegs. Nicht die volle Besatzung, aber immerhin 46 Mitarbeiter mit 39 Fahrzeugen.

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Busse kommen ins Rutschen

Manche Straßen waren trotzdem glatt. So hatten Busfahrer der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) zum Beispiel auf der Pirnaer Landstraße in Leuben, der Matthias-Oeder-Straße im Jägerpark und der Quohrener Straße in Bühlau gegen 8 Uhr Probleme.

Ursache sei gewesen, dass der Schnee auf den Straßen angetaut war und wieder überfroren ist, berichtete DVB-Sprecherin Anja Ehrhardt. Reichlich eine Stunde ging nichts auf der Quohrener, fast eineinhalb Stunden auf der Pirnaer Landstraße und zwei Stunden lang an der Haltestelle Matthias-Oeder-Straße.

Obwohl es wärmer werden soll und kein weiterer Niederschlag von den Wetterdiensten angekündigt wird, steht der Winterdienst auch am Freitag in den Startlöchern. Kontrollfahrten seien geplant und zum Teil soll auch gestreut werden, teilte die Stadtverwaltung mit.

Am ersten Schneetag im Dezember, dem Dienstag, verbrauchte der Winterdienst drei Tonnen Tausalz und eine Tonne Splitt. Derzeit hat die Stadt noch rund 4.800 Tonnen gebunkert. Vor der Wintersaison waren es 5.000. Bisher seien wegen des milden Jahreszeitverlaufs nur 200 Tonnen verbraucht worden, rechnet die Stadt vor.

Vier verschiedene Streumittel

Neben dem Tausalz und Splitt werden in Dresden auch ein spezielles Granulat und sogenannter Blähton verwendet, um bei Eis und Schnee Straßen und Wege abzustumpfen. Granulat werde auf Radwegen verwendet, Blähton, den man auch aus der Blumenpflege kennt, zum Beispiel auf Teilen des Elberadwegs.

Mit Salz werde möglichst sparsam gestreut. Es sei zwar besonders effektiv, aber dürfe in Trinkwasserschutzgebieten und Naturschutzgebieten nicht verwendet werden.

Zum Einsatzgebiet des Winterdienstes gehören in dieser Saison auch 53 Kilometer Radwege. Sie sollen zur gleichen Zeit wie die daneben verlaufenden Straßen geräumt und abgestumpft werden, kündigt das Straßen- und Tiefbauamt an. Außerdem werden rund 50.000 Quadratmeter Fläche auf kombinierten Geh- und Radwegen vom Winterdienst betreut. Dazu gehören Wege an der Bautzner Straße, der Teplitzer Straße, der Königsbrücker Straße und an der Nossener Brücke.

Winterdienst auf Radwegen wird erweitert

Dabei soll es künftig nicht bleiben. Die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes Simone Prüfer kündigt eine deutliche Ausweitung für die nächsten Winter an. Erste Erweiterungen soll es in der nächsten Saison geben. Ziel ist, dass künftig etwa 160 Kilometer Radweg vom Winterdienst betreut werden. Das kostet voraussichtlich rund 250.000 Euro pro Winter.

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Geld, das jetzt noch nicht im Haushalt zur Verfügung steht. Die ersten Erweiterungen würden derzeit vorbereitet, heißt es aus dem Straßen- und Tiefbauamt. Dazu gehöre, dass Tourenpläne erarbeitet, die Technik dafür optimiert und Auftragnehmer für die Arbeiten gefunden werden müssen.

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