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Dresden: So liefen die Gottesdienste zu Weihnachten

An Heiligabend und den Festtagen war Einfallsreichtum gefragt. Für die Weihnachtsbotschaft scheuten Pfarrer und Ehrenamtliche keine Mühe.

Viel Platz am Heiligabend: Zum Weihnachtsgottesdienst am Vormittag des 24. Dezember kamen deutlich weniger Besucher in die Dresdner Kreuzkirche als üblich.
Viel Platz am Heiligabend: Zum Weihnachtsgottesdienst am Vormittag des 24. Dezember kamen deutlich weniger Besucher in die Dresdner Kreuzkirche als üblich. © Sven Ellger

Dresden. Am Heiligabend die Kirche nicht besuchen zu können, wiegt vielen Gläubigen schwer auf der Seele. Zum Schutz vor Corona sind Gottesdienste in der üblichen Form nicht möglich. Wo sich sonst Hunderte auf Kirchenbänken drängen, um Krippenspiele und Christvesper zu erleben, konnten sich am 24. Dezember nur wenige oder gar keine Kirchgänger versammeln. Doch die Kirchen boten Alternativen an.

Die Gotteshäuser bis zum Abend offen zu lassen, damit sich die Menschen dort unter den gebotenen Hygienevorkehrungen zum stillen Gebet einfinden können, war für einige Kirchenvorstände eine Möglichkeit. Andere entschieden sich kurzfristig doch noch dafür, die Gotteshäuser zur Sicherheit zu schließen.

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Doch selbst dann fanden Pfarrer Mittel und Wege, um die weihnachtliche Botschaft an Heiligabend zu verkünden - beispielsweise mit digitalen Krippenspielen und musikalischen Vespern auf den erst in diesem Jahr entstandenen gemeindeeigenen YouTube-Kanälen.

"Die offenen Kirchen wurden gut angenommen, darunter in Pieschen, Blasewitz, Hosterwitz oder in der Neustadt", sagt Mira Körlin, Sprecherin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen. Neben Musik, Lesungen, Gebet und Segen waren vielerorts Krippenfiguren aufgebaut, die sich vor allem kleine Kinder mit ihren Eltern anschauten. Auch interaktive Angebote wie eine Andachts- und Gebetsspirale oder eine Playmobil-Kiste in der Dreikönigskirche, Gebetsbücher, worin Besucher ihre Anliegen schreiben, oder Orte, wo sie eine Kerze anzünden konnten, gab es.

Christvesper auf der Elbwiese

Familien wie auch ältere und einzelne Menschen kamen. "Nur selten musste eine Kirche wegen zu viel Andrangs kurzzeitig geschlossen werden", so Mira Körlin. Große Dankbarkeit sei den vielen ehrenamtlichen Helfern, die die Hygienevorschriften überwachten, entgegen gebracht worden. Viele Einträge in Gästebüchern zeugen davon, dass die Menschen am Heiligen Abend Trost und Stärkung fanden.

Nach 22 Uhr wurde die Martin-Luther-Kirche geschlossen, weil die Mitarbeitenden nach vielen Stunden Dienst erschöpft waren. Dabei kamen noch immer Besucher. In der Kreuzkirche oder auch in der Himmelfahrtskirche Dresden-Leuben fanden Vespern statt. Das jeweilige Platzkontingent wurde jedoch nicht ausgeschöpft, so dass niemand abgewiesen werden musste. “Die besondere Gefährdungssituation ließ alle sehr verantwortlich handeln,” so Superintendent Christian Behr.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Auch Open-Air-Angebote wie in Zschachwitz mit jeweils rund 70 bis 80 Besuchern, die auf Abstand saßen, oder Hosterwitz mit etwa 100 Besuchern, wurden gut angenommen: Auf der Elbwiese unterhalb der Schifferkirche “Maria am Wasser” wurde für 18 Uhr ein Gebiet abgegrenzt und darin mit Teelichte in großen Einweckgläsern die Stellen markiert, wo die Familien stehen sollten. Dadurch wurden die jeweiligen Abstände garantiert. "Grob geschätzt wurde vor Ort in den Kirchen und auf den Pfarrhöfen etwa ein Drittel der Besucherzahlen erreicht, die sich sonst zu den Christvespern begeben haben", sagt Mira Körlin.

Non stop unterwegs mit dem Friedenslicht

Der Vorstand der Kichgemeinde Dresden-Blasewitz hatte sich schweren Herzens dafür entschlossen, die Bethlehemkirche in Tolkewitz, die Heilige-Geist-Kirche Blasewitz und die Versöhnungskirche in Striesen an Heiligabend doch zu schließen. "Einige aus unserem Kreis arbeiten in Krankenhäusern und erleben dort täglich die dramatische Lage mit", erklärt Pfarrer Hans-Peter Hasse. Doch wie würden die Menschen nun das Friedenslicht aus Bethlehem empfangen? Ursprünglich sollten sie es sich - auch an Heiligabend - in der Bethlehemkirche abholen können.

So bot Pfarrer Hasse an, das Licht jedem nach Hause zu bringen, der es sich wünschte. Sechs Stunden war der 61-Jährige schließlich non stop in Dresden unterwegs - ausgestattet mit Laterne, Mundschutz und einer extra Kerze für die kontaktlose Übertragung des Lichtes auf die Kerzen der Gläubigen. Viele berührende Begegnungen hatte er auf seinem Weg, traf ganze Familien wie einsame Menschen an - in fröhlicher Stimmung oder stiller Besinnlichkeit und immer voller Dankbarkeit.

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