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Dresden

Dresden soll mehr Flüchtlinge aufnehmen

Mit einer Mahnwache machte die Initiative "Seebrücke" auf einen Antrag im Stadtrat aufmerksam. Was der fordert und warum auf dem Neumarkt Zelte standen.

Mit Zelten hat die Initiative "Seebrücke" am Samstag auf dem Neumarkt darauf aufmerksam gemacht, wie Flüchtlinge derzeit in großen Lagern leben.
Mit Zelten hat die Initiative "Seebrücke" am Samstag auf dem Neumarkt darauf aufmerksam gemacht, wie Flüchtlinge derzeit in großen Lagern leben. ©  Rene Meinig

Dresden. Die Initiative "Seebrücke - schafft sichere Häfen" hat an diesem Samstag zur Mahnwache vor die Frauenkirche gerufen. Auf dem Neumarkt wurden mehrere kleine Zelte aufgestellt, die symbolisieren sollten, wie Flüchtlinge an den europäischen Außengrenzen derzeit untergebracht sind. Zudem kamen Menschen zu Wort, die nach ihrer Flucht in Dresden untergekommen sind und jene, die ihnen dabei geholfen haben. Auch aus dem Publikum gab es Redebeiträge. Gut 100 Zuschauer verfolgten die Aktion am Nachmittag.

Die Initiative informierte zudem über einen Antrag, der fordert, dass Dresden über den Verteilungsschlüssel hinaus zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen soll. Dieser Antrag wurde vor zwei Jahren vom Dresdner Stadtrat abgelehnt, am 26. November soll das Gremium erneut darüber entscheiden. Den Antrag hat der faktionslose Stadtrat Max Aschenbach (Die Partei) eingereicht.

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Zudem hatte die Seebrücke vor einem Monat eine Online-Petition dazu gestartet, die bis zum Samstag 1.200 Menschen unterzeichnet haben. Sie soll dem Stadtrat vor seiner Sitzung am kommenden Donnerstag übergeben werden. 208 deutsche Städte haben sich bereits zur weiteren Aufnahme von Flüchtlingen bereiterklärt, sie werden von der Initiative als "sichere Häfen" bezeichnet. In Sachsen hat sich dazu bislang nur Leipzig bekannt.

Die Initiative "Seebrücke" hatte sich gegründet, als im Sommer 2018 das zivile Rettungsschiff Lifeline eine Woche lang mit 234 Menschen an Bord vor der europäischen Küste im Mittelmeer lag. Obwohl mehrere europäische Länder und Städte bereit waren, die aus Seenot Geretteten aufzunehmen, wurde dem Schiff das Einlaufen in einen Hafen verweigert. (SZ/noa)

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