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Spezieller Schutz für Dresdner Elbtunnel

Die sanierte Abwasserröhre an der Flügelwegbrücke soll auch von oben sicher sein. Was die Stadtentwässerung dafür unternimmt.

Von diesem Schiff aus wird an der Flügelwegbrücke in Dresden der Elbgrund über dem Abwassertunnel abgebaggert. Dort wird unter Wasser ein Schutzstreifen hergestellt.
Von diesem Schiff aus wird an der Flügelwegbrücke in Dresden der Elbgrund über dem Abwassertunnel abgebaggert. Dort wird unter Wasser ein Schutzstreifen hergestellt. © Foto: Stadtentwässerung Dresden

Dresden. Neben der Dresdner Flügelwegbrücke ist seit September ein Schiff zu sehen, auf dem ein Bagger arbeitet. Und das aus gutem Grund. Ein Stück elbaufwärts der Brücke führt die linkselbische Dresdner Abwasser-Hauptschlagader unter der Elbe hindurch zum Klärwerk Kaditz. Der zwei Meter hohe Abwassertunnel wurde bis Juni vergangenen Jahres saniert. Er liegt einen Meter unter dem Elbgrund. In der Fachsprache werden solche Rohrverbindungen unter Flüssen als Düker bezeichnet. Das kommt aus dem Holländischen und heißt Taucher.

Allerdings sind dort noch weitere Arbeiten nötig. Damit der Tunnel geschützt ist, wird noch ein 20 Meter breiter und 90 Meter langer Streifen auf dem Elbgrund aufgebracht. Wenn Schiffe ihre Anker werfen, kann dadurch die Röhre nicht beschädigt werden.

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Die erste Etappe ist geschafft, teilt Projektleiter Heiko Nytsch von der Stadtentwässerung mit. Auf der Altstädter Flussseite ist ein Drittel dieses Streifens bereits hergestellt. Industrietaucher haben auf der 30 Meter langen Fläche Wasserbausteine versetzt, die vom Schiff aus mit Beton vergossen wurden.

Jetzt kommt der mittlere Abschnitt an die Reihe. Mit dem Elbkies, der vom Grund über dem Abwassertunnel abgebaggert wird, verfüllen die Wasserbauer die Oberfläche des bereits mit Beton gesicherten Streifens. Insgesamt wird eine etwa 15 Zentimeter starke Kiesschicht aufgebracht.

Die Arbeiten haben sich etwas verzögert. Ein Grund dafür war, dass bei Niedrigwasser im November eine Woche lang nicht gearbeitet werden konnte. Wie die Bauleute vorankommen, hängt auch vom Wetter ab, erklärt Nytsch. Denn bei Minusgraden kann der Elbgrund nicht betoniert werden. Geplant ist, dass die Arbeiten Mitte März beendet werden.

Geschäftsführer Ralf Strothteicher (l.) und Bauleiter Martin Lehmann begutachteten im Mai vergangenen Jahres die frisch sanierte Abwasserröhre. In sie waren Schläuche eingezogen worden, um die Wände abzudichten.
Geschäftsführer Ralf Strothteicher (l.) und Bauleiter Martin Lehmann begutachteten im Mai vergangenen Jahres die frisch sanierte Abwasserröhre. In sie waren Schläuche eingezogen worden, um die Wände abzudichten. © René Meinig

Die Abwasserröhre unter dem Elbgrund hat für Dresden eine große Bedeutung. Durch sie fließt bei Starkregen das Abwasser des Altstädter Hauptkanals unter der Elbe hindurch. Denn in diesem Fall reicht das kleinere, 1,1 Meter starke benachbarte Rohr nicht mehr aus.

Die Stadtentwässerung hatte rund 4,8 Millionen Euro für die Sanierung investiert. In die 114 Jahre alte und insgesamt 340 Meter lange Röhre sind zwei mit Polyesterharz getränkte Nadelfilzschläuche eingezogen beziehungsweise eingestülpt worden. Danach wurde Wasser in der Röhre auf 87 Grad erhitzt, sodass das Harz aushärtete und der Abwassertunnel eine neue feste Hülle bekam. In der Fachsprache nennt sich das Inliner.

Die Sanierung der Röhre war dringend nötig. Denn sie war in äußerst schlechtem Zustand. Am Altstädter und Neustädter Ende besteht die Röhre aus Beton, im Anschluss und unter der Elbe auf insgesamt 230 Metern Länge aus Stahl. Der Beton wies große Poren, Ausblühungen und Risse auf. Zum Teil drückte Grund- und Elbwasser durch die schadhaften Stellen.

Nicht besser sah es im langen Stahlrohr aus. Besonders im unteren Teil war es am Boden verrostet. Die Stadtentwässerung hatte das Rohr vermessen lassen. Die einstige Wandstärke des Dükers von 22 Millimetern war um mehr als zehn Millimeter geschrumpft.

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