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Babynamen: So heißen die neuen Dresdner

Emil und Emma zählten 2020 zu den beliebtesten Baby-Vornamen in Dresden und Hochzeitstermine waren rar. Ein Blick in die Statistik des Standesamtes.

Dies waren einige der Neugeborenen am Dresdner Uniklinikum im Jahr 2020.
Dies waren einige der Neugeborenen am Dresdner Uniklinikum im Jahr 2020. © Uniklinikum Dresden

Dresden. Das Jahr 2020 war bestimmt von der Corona-Pandemie. Das drückt sich auch in den Jahreszahlen des Dresdner Standesamtes aus. Die sind nämlich alles andere als erfreulich. Im vergangenen Jahr sind überdurchschnittlich viele Dresdner gestorben, die Geburten haben weiter abgenommen, genauso auch die Eheschließungen. Doch 2020 barg auch Besonderheiten, die nicht mit Corona zusammenhingen. Die Entwicklungen im Detail.

Jahr der außergewöhnlichen Hochzeitstage

Die meisten Hochzeiten fanden 2020 im August statt (254), die wenigsten im Januar (82). So weit, so normal. Der Sommer ist für Eheschließungen immer beliebter als der Winter. Doch gerade der winterliche Februar barg einige besonders begehrenswerte Tage.

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Da war einmal der "zwanzigste Zweite Zweitausendzwanzig" (20.02.2020), an dem sich 19 Paare das Ja-Wort gaben. Gleich eine Woche später folgte der 29. Februar, den es nur alle vier Jahre während eines Schaltjahres gibt - 2020 war so eines. 20 Paare ließen sich an dem Datum vermählen. Und dann war da auch noch der Valentinstag am 14. Februar, der traditionell gerne als Hochzeitstag genutzt wird. 14 Paare konnten im vergangenen Jahr die Chance nutzen.

"2020 avancierte zum Jahr der außergewöhnlichen und begehrten Hochzeitstage in einem eigentlich für Trauungen nicht so gefragten Monat", kommentiert der Erste Bürgermeister Detlef Sittel.

Dresdner wollen mehr heiraten, können aber nicht

2.071 Ehen wurden im vergangenen Jahr geschlossen, das sind 169 weniger als 2019. Allerdings ist daran nicht nur Corona schuld. In der Hauptsaison von April bis Oktober waren die Standesämter fast zu 100 Prozent ausgelastet. Dazu konnte das Rathaus Weixdorf wegen Bau- und Brandschutzarbeiten nicht alle geplanten Termine vergeben, auch im Kulturrathaus wurde ab September gebaut.

Selbst im Hauptsitz des Standesamtes auf der Goetheallee wurden wegen Baumpflege- und Wegebauarbeiten weniger Termine angeboten. Der Notbetrieb der Stadtverwaltung sorgte unter anderem auch dafür, dass 2020 vergleichsweise wenig Dresdner aus der Kirche ausgetreten sind.

Und auch für 2021 sieht es schon wieder eng aus. Die Villa Weigang, die mit Abstand der beliebteste Dresdner Ort für Eheschließungen ist, ist an den Wochenenden bis Anfang Oktober bereits ausgebucht. Reservierungen sind maximal ein Jahr im Voraus möglich.

In der Villa Weigang in Blasewitz heirateten 2020 genau 1.620 Paare, beliebt waren auch das Schloss Albrechtsberg (84), das Landhaus (62), das Palais im Großen Garten (51), das Schloss Schönfeld (50), das Lingnerschloss (45), das Kraszewski-Museum (25), das Rathaus Weixdorf (22), das Carl-Maria-von-Weber-Museum (16) und das Rudolf-Harbig-Stadion (4), die aber im Gegensatz zur Villa Weigang nicht ganzjährig Termine anboten.

Trotz überlasteter Standesämter haben sich 2020 dennoch mehr Paare scheiden lassen als im Vorjahr. 2019 zählte die Stadt noch 619 Scheidungen, 2020 waren es 776.

Trotz Corona immer Begleitperson bei Geburt möglich

Auch im vergangenen Jahr haben die Dresdner erneut weniger Kinder bekommen. Insgesamt erblickten 7.822 Neugeborene das Licht der Welt, das sind 328 weniger als im Jahr zuvor. Darunter waren 88 Zwillinge und in einem Fall sogar Drillinge. Im Diakonissenkrankenhaus stieg die Anzahl der Geburten sogar. Insgesamt kamen 230 mehr Jungen als Mädchen auf die Welt.

"Trotz Covid-19-Pandemie haben wir es den Vätern durchgehend ermöglichen können, die Geburt ihrer Kinder im Kreißsaal mitzuerleben", sagt Pauline Wimberger, Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Dresdner Uniklinikum.

Abgeschlossen hatte das Jahr 2020 dort mit der gerade einmal 600 Gramm wiegenden Tilda, die am 31. Dezember um 20.40 Uhr deutlich zu früh geboren wurde. Mit einer Größe von nur 35 Zentimetern gehörte sie zu den sogenannten "extrem unreifen Frühgeburten".

Um 2.27 Uhr erblickte im St. Joseph-Stift der kleine Henri als erstes Kind des neuen Jahres das Licht der Welt.

Ein Baby mit sechs Vornamen

Die beliebtesten Vornamen für neugeborene Jungen waren im vergangenen Jahr Emil (59-mal) sowie Jonas und Oskar (beide 54-mal). Die Mädchen hießen am häufigsten Emma und Mia (beide 54-mal), sowie Charlotte und Ella (beide 49-mal).

62 Prozent der Eltern entschieden sich dafür, ihrem Kind nur einen Vornamen zu geben. 24 Kinder erhielten immerhin schon drei verschiedene Vornamen. Den Rekord stellte ein neugeborener Junge auf, dem seine Eltern ganze sechs Vornamen gaben.

Viele Namen waren 2020 jedoch auch einzigartig: 655 Jungennamen und 711 Mädchennamen tauchten jeweils nur ein einziges Mal auf. Häufig hänge das mit dem Auslandsbezug vieler Namen zusammen, erklärt das Standesamt. Aber auch damit, dass manche Namen mit verschiedenen Schreibweisen existierten.

Corona befeuert traurigen Höchststand an Todesfällen

2020 sind in Dresden 6.936 Menschen verstorben, das sind 544 mehr als im Vorjahr. Damit stellt das Jahr einen traurigen Rekord auf: Innerhalb der vergangenen 29 Jahre gab es in Dresden nie mehr Todesfälle als im Jahr 2020.

Insgesamt verstarben im vergangenen Jahr 196 mehr Männer als Frauen. Besonders gravierend sind die Zahlen im Monat Dezember. Im letzten Monat des Jahres 2020 beurkundete das Dresdner Standesamt 1.020 Sterbefälle, das sind annähernd doppelt so viele wie im Dezember 2019, damals waren es noch 554. "Dieser schmerzliche Trend setzt sich im neuen Jahr leider fort", schreibt das Standesamt.

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