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Dresden

Dresden startet Bürgerforum fürs Klima

Die Dresdner können bei einem digitalen Bürgerforum ihre Ideen für ein neues Klimaschutzkonzept einbringen. Wie das genau funktioniert.

Kein seltenes Bild mehr in Dresden: Die Hitzesommer lassen immer wieder die Elbe schrumpfen und große Teile des Flussbetts austrocknen. Auch deshalb will die Stadt vor 2050 klimaneutral sein.
Kein seltenes Bild mehr in Dresden: Die Hitzesommer lassen immer wieder die Elbe schrumpfen und große Teile des Flussbetts austrocknen. Auch deshalb will die Stadt vor 2050 klimaneutral sein. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Dresden. Die Einwohner Dresdens sollen das neue Klimaschutzkonzept für ihre Stadt mitgestalten können. Dazu beginnt am Mittwoch, 7. Juli, unter dem Motto "Aufbruch! Mit neuer Energie fürs Klima" die Mitmach- und Beteiligungsphase mit einem digitalen Bürgerforum. Dieses findet als Online-Videokonferenz über die Plattform Zoom statt. Teilnehmen kann jeder, der sich für Klimaschutz interessiert und mit eigenen Ideen und Anregungen für Dresden einbringen möchte.

"Der Auftrag des Stadtrates ist klar. Dresden soll vor 2050 klimaneutral sein. Heißt, es sollen nicht mehr Klimaschäden verursacht werden, als die Natur ausgleichen kann", erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) vor dem Start der Bürgerbeteiligung. Sie zählt Dürren und Hitzewellen in Dresden als Beispiele für spürbare Klimaveränderungen auf - "die letzten Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen" - und erklärt, dass auch Starkregenereignisse häufiger werden. Ihr Fazit: "Der Klimawandel ist in Dresden angekommen."

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Noch könne verhindert werden, so Jähnigen, "dass unsere Kinder und Enkel unter noch schwierigeren klimatischen Verhältnissen aufwachsen". Das sei aber nur gemeinsam und mit dem Beitrag jedes einzelnen zu schaffen. "Das Klimaforum und die Bürgerbeteiligung sind Möglichkeiten, unsere Beiträge zusammenzutragen und zu einem gemeinsamen Konzept zusammenzuführen."

Das Klimaschutzforum ist der Auftakt der Bürgerbeteiligung innerhalb der Fortschreibung des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes (IEK). Im ersten Teil des Forums werden der Stand der Dinge sowie die nächsten Schritte beim Dresdner Klimaschutz vorgestellt.

Bürger können Schäden durch Starkregen melden

Das Forum am 7. Juli soll mit einem Impulsvortrag von Rainer Baake, Direktor der Stiftung Klimaneutralität und ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium, starten. Der Vortrag wird aufgezeichnet und nach der Konferenz als Video zur Verfügung gestellt.

Im zweiten, interaktiven Teil soll es verschiedene Themenräume geben, die jederzeit auch gewechselt werden könnten. So gibt es einen "Motivationsraum", einen "Projekteraum", in dem Ideen für mehr Klimaschutz in Dresden gesucht werden, einen "Umsetzungsraum" sowie einen Raum für freie Äußerungen.

Das Forum schließt mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick auf den weiteren Prozess ab. Es soll auch Gelegenheit für direkten Austausch mit denjenigen geben, die derzeit am neuen Klimaschutzkonzept für Dresden arbeiten. Ina Helzig, Leiterin des Klimaschutzstabes, erklärt: "Der Stadtratsbeschluss mit dem Ziel der Klimaneutralität liegt vor. Aber unser Konzept ist noch nicht fertig. Und das ist gut so. Wir befinden uns auf dem Weg und möchten gemeinsam mit den Dresdnern daran arbeiten." Interessierten seien herzlich eingeladen sich aktiv einzubringen und am Forum teilzunehmen.

Weitere Informationen zum Programm sowie den Zugangslink finden Sie unter:
www.dresden.de/iek.

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Außerdem verweist die Stadt darauf, dass weiterhin die Online-Umfrage zu Starkregenereignissen läuft. Unter www.dresden.de/umfrage-starkregen können Bürgerinnen und Bürger, bei denen Wasser oder Schlamm ins Grundstück, den Keller oder anderweitig ins Gebäude eingedrungen ist, ihre Schäden kurz und anonymisiert melden.

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