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Dresden: Konzert in der Präsidentensuite

Mit einer Online-Show meldet sich die Dresdner Band Notendealer zurück. Warum sie im Grandhotel Kempinski spielen und wann der erste Live-Auftritt ansteht.

Edle Musiker in edler Suite: Die Notendealer haben für ihr erstes Online-Konzert die Präsidentensuite im Taschenbergpalais Kempinski reserviert.
Edle Musiker in edler Suite: Die Notendealer haben für ihr erstes Online-Konzert die Präsidentensuite im Taschenbergpalais Kempinski reserviert. © Christian Juppe

Dresden. Eigentlich wollten sie das ja nie tun. Ihre Musik per Livestream im Internet übertragen - "das kam für uns nicht infrage", sagt Tim Gernitz, Mitglied der Dresdner Comedy-Pop-Band Notendealer. "Wir brauchen bei den Auftritten einfach unser Publikum." Die Hoffnung war groß, dass Live-Konzerte im zeitigen Frühjahr wieder möglich sind, das letzte dieser Art liegt mehr als ein halbes Jahr zurück, erzählt Tim. Jeden Monat wieder die Enttäuschung: Veranstaltungen bleiben verboten.

Ok, so lange halten sie es dann doch nicht aus ohne ihre Show - und haben sich für ihren ersten Aufritt 2021 eine ganz besondere Location ausgesucht: die Präsidentensuite im Grandhotel Taschenbergpalais Kempinski. Mit ihren schweren Vorhängen, teuren Teppichen und dunklen Holzmöbeln ist die Suite wie gemacht für die Musiker, die in blauen Anzügen, extravagantem Schuhwerk und perfekt sitzenden Frisuren nicht weniger eindrucksvoll sind. Ein Hauch von Luxus, herrschaftliches Ambiente, gepaart mit dem Charme und Look der vier Musiker - die Kombi passt perfekt.

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Wo einst der russische Staatschef Vladimir Putin und der ehemalige US-Präsident Barack Obama am Schreibtisch saßen, stehen am Samstagabend vier Mikros, eine Menge Technik und Licht sind aufgebaut, die Kameras in Position gebracht. Die Suite wurde zu einem kleinen TV-Studio umgebaut.

Erstes Online-Konzert in der Bandgeschichte

Es ist das erste Online-Konzert in der Bandgeschichte der Notendealer, die damit auch ein wenig Werbung für ihre neue Show "KannMannSutra" machen wollen. Am Samstagabend kurz vor Beginn der Übertragung haben sie bereits 500 Tickets verkauft. Wobei es gar nicht ums Geld geht, sagt Tom Gernitz vor der Show. "Unsere Kühlschränke sind immer gefüllt gewesen." Aber die Arbeit fehlt, alle vier sind seit 17 Jahren als hauptberufliche Musiker mit ihrer Band unterwegs, sie wollen raus auf die Bühne, vor ihr Publikum, sie wollen Applaus und Bewunderung, wollen unterhalten und schöne Stunden bereiten.

An diesem Samstag müssen sie auf den Applaus allerdings noch verzichten, Zuschauer dürfen bei dem Konzert vor Ort im Kempinski nicht dabei sein. Noch verbieten das die Corona-Regelungen. Das Publikum sitzt stattdessen daheim im Wohnzimmer, manche tanzen vielleicht, andere haben Freunde eingeladen. Tim Gernitz, Paul Fröbel, Felix Günther und Lars Kessler wissen nicht, wie ihre Show ankommt, womöglich erfahren sie es nach dem Konzert, wenn sie erste Reaktionen ihrer Fans bekommen.

Wie die Veranstaltungs- wartet auch die Hotelbranche darauf, dass es nach dem Corona-Lockdown wieder losgeht. Das ist einer der Gründe, warum die Notendealer ihre Konzertaufzeichnung im Kempinski machen dürfen. Der Kontakt wurde über das Unternehmernetzwerk BNI-Südost geknüpft, in dem seit sieben Jahren Daniela Meißner das Taschenbergpalais Kempinski vertritt. "Wir waren sofort begeistert von der Idee und haben die Kronprinzensuite für die Band reserviert."

Open-Air-Show im Dresdner Zoo geplant

Das ist die offizielle Bezeichnung des 360 Quadratmeter großen Appartements, in dem übrigens auch Robbie Williams samt seiner Entourage bei seinen Dresdner Konzerten abgestiegen ist. Pro Nacht kostet die Suite zwischen 7.000 und 9.000 Euro.

Für die Notendealer stellt das Hotel die Suite kostenlos zur Verfügung, Gäste sind ja ohnehin nicht da. Daniela Meißner ist die stellvertretende Verkaufsleiterin im Kempinski und hatte gehofft, dass das Online-Konzert der Notendealer mit der Öffnung der Hotels zusammenfällt. Das hat allerdings nicht geklappt, noch müssen Hotels und Pensionen in Dresden geschlossen bleiben. Das Kempinski ist komplett zu, auch Geschäftsreisende bekommen kein Zimmer. Die Restaurants und gastronomischen Außenbereiche des Hotels werden erst geöffnet, wenn der Hotelbetrieb wieder voll startet. Daniela Meißner rechnet damit, dass das in etwa zwei Wochen der Fall sein könnte.

"Wir hoffen, dass dieses Konzert als erste Kulturveranstaltung seit vielen Monaten das Ende des Lockdowns für das Taschenbergpalais einläutet", sagt auch Hoteldirektor Marten Schwass.

Zumindest für die Musiker und ihre Fans gibt es gute Nachrichten. Die Notendealer sind schon in der kommenden Woche wieder richtig live zu erleben: Am Freitag und Samstag spielen sie ihr neues Programm "KannMannSutra" beim OpenAir im Dresdner Zoo.

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