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Danke, lieber Weihnachtsmann!

Alexander Teich schreibt das erste Lied seines Lebens - ein Weihnachtslied. Für den Pianisten der Band The Firebirds hat das eine sehr emotionale Bewandtnis.

Alexander Teich singt im Tonstudio Fehse mit den Zwillingen Emma und Hannah (v.l.) sein Weihnachtslied ein. Im Oktober soll es erscheinen.
Alexander Teich singt im Tonstudio Fehse mit den Zwillingen Emma und Hannah (v.l.) sein Weihnachtslied ein. Im Oktober soll es erscheinen. © Sven Ellger

Dresden. Vogelgezwitscher und ein leises Rauschen im Blätterwald. Da kann es einem schon mal weihnachtlich zumute werden. Allerdings nur unter sehr besonderen Umständen. Nämlich dann, wenn einer, von dem das niemand vermutet hätte, am wenigsten er selbst, etwas tut, was so gar nicht in die Zeit passt: ein Weihnachtslied komponieren, dazu dichten, es im Tonstudio aufnehmen und hingebungsvoll singen.

"Danke, lieber Weihnachtsmann!", tönt es aus dem versteckt liegenden Holzhaus auf dem Weißen Hirsch, in dem der Sounddesigner Peter Fehse sein Studio betreibt. Drinnen hat sich Alexander Teich, den Kollegen und Freunde der Rock'n'Roll-Band The Firebirds "Teichi" nennen, am Mikrophon eingerichtet - an seiner Seite die Zwillingsschwestern Emma und Hannah, die den Pianisten bei seinem ungewöhnlichen Projekt unterstützen.

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Der Kleinste im Bunde: Teichis Söhnchen. Der zweijährige Blondschopf hört still zu, was die Großen singen. Dabei hat er das Lied schon unzählige Male gehört. Ihm ist es gewidmet, und mit ihm auf dem Schoß ist sein Papa überhaupt erst auf die Idee gekommen, ein Weihnachtslied zu schreiben. "Ich saß mit meinem Sohn und meiner Ziehtochter am Klavier und ließ die Finger einfach nur über die Tastatur laufen", erzählt der 43-Jährige. Da begann das Mädchen plötzlich, zur improvisierten Melodie zu dichten und zu singen. Alexander Teich stieg mit ein, und so entstanden die ersten Zeilen, die ersten Strophen samt Refrain. 

Winterlied bei 30 Grad Hitze

"Später hat auch meine Mama Evelin eine Zeile beigesteuert, und mein Musikerkollege Dieter Beckert gab mir einen guten Tipp." Schon war in der Welt, was zwar noch ein Weilchen warten muss, bis den Menschen der Sinn danach steht. Doch gute Dinge brauchen schließlich ihre Zeit. "Das Lied blieb dann eine ganze Weile in der Schublade liegen - bis Corona kam und ich mir sagte: Arbeite doch daran weiter!" Der Lockdown hatte Alexander Teich und die Firebirds so hart getroffen wie zahlreiche Künstler. Von heute auf morgen blieben alle Engagements aus. Die erzwungene Ruhe fühlte sich verstörend an und bot doch den Freiraum für neue Kreativität. So entstand bei rund 30 Grad ein Winterlied für das schönste Fest des Jahres.

Inzwischen gibt es Teichis Weihnachtslied in drei Fassungen, die bald auf einer CD vereint sein werden. Noch sind sie nicht ganz fertig. In einer Version ist neben Alexander Teichs Stimme auch die der Dresdner Sängerin Katja Hofmann sowie das Spiel des Trompeters Maximilian Fleischhack und des Cellisten Matthias Hübner zu hören. Für eine andere sucht Teich noch singebegeisterte Kinder, vor allem Jungs, die gut mit den Stimmen der Zwillinge Emma und Hannah harmonieren. "Für den Refrain wünsche ich mir viele Kinderstimmen, die unsere Botschaft an den Weihnachtsmann und an alle Menschen senden", sagt Alex. 

Liebe ist das größte Geschenk

Viel wichtiger als große Geschenke ist die Liebe im Leben, das will Alexander Teich vermitteln. "Dazu gehört die enge Verbundenheit mit Familie und Freunden." Das sei ihm gerade im vergangenen halben Jahr klar geworden, als er viel Zeit zum Reflektieren der turbulenten Zeiten hatte, die zu seinem Künstlerleben gehören. 

Ende Oktober soll die Weihnachts-CD fertig sein. Alexander Teich lässt sie in einer Auflage von 500 Stück pressen. Davon will er etwa 200 an Kinder in Kinderheimen verschenken. Außerdem wird das Lied als Download angeboten. Das Cover gestaltet der Künstler Kay "Leo" Leonhardt. "Das ist das allererste Lied, das ich geschrieben habe", sagt Teichi. Für einen Berufsmusiker, der seit 28 Jahren mit den Firebirds spielt, sei das ungewöhnlich. Doch nun hat er schon das zweite auf den Lippen.

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