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Der Trend geht auch in Dresden zum E-Auto

Die Neugier auf Fahrzeuge dieser Art ist riesig. Doch noch ist ihr Anteil an der Gesamtanzahl der Dresdner Pkw gering. Warum sich das ändern könnte.

Die SachsenEnergie hat eine Flotte von 145-E-Autos für ihre Mitarbeiter.
Die SachsenEnergie hat eine Flotte von 145-E-Autos für ihre Mitarbeiter. © Marion Doering

Dresden. Oberbürgermeister Dirk Hilbert fährt eins und inzwischen tun das auch Tausende andere Dresdner: ein Elektroauto. Nicht nur, dass Autohersteller jetzt laufend mit Probefahrtwochen werben, die Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb werden auch verstärkt gekauft. Im Vergleich zum Vorjahr sind auf den hiesigen Straßen fast doppelt so viele reine Elektrofahrzeuge unterwegs, genau 1.824. Im Jahr 2020 waren es zum Stichtag 16. Juli erst 917.

Wesentlich mehr Kunden entscheiden sich außerdem für sogenannte Plug-in-Fahrzeuge, die neben Benzin- oder Dieselmotoren zusätzlich auch elektrisch angetrieben werden. Der E-Motor ist dabei wieder aufladbar. So können sie in der Stadt elektrisch fahren, das Problem der geringen Reichweite aber durch den konventionellen Motor auf längeren Strecken ausgleichen. 1.186 solcher Plug-in-Autos sind derzeit in Dresden angemeldet.

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Dazu kommen fast 6.000 Autos mit Hybridantrieb, also einem kombinierten Betrieb mit Benzin- oder Diesel- und Elektromotor. Dabei ist der E-Motor aber nicht extern aufladbar.

Inzwischen 333 öffentliche Lademöglichkeiten

Zugegeben, das ist angesichts von 233.790 zugelassenen Pkw in Dresden erst ein zaghafter Beginn. Damit sind lediglich 4,1 Prozent elektrisch unterwegs. Doch es gebe eine große Neugier auf Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb, sagt Kay Imhof, Verkaufsleiter Gebrauchtwagen beim Opel-Autohaus Dresden. "Die Kunden wollen das Fahrgefühl selbst erleben, leihen oft die Vorführwagen aus."

Und auch das Lade-Angebot werde in Dresden immer besser. Mit Stand 31. Juli 2021 befinden sich im Stadtgebiet 333 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Davon sind 235 Schnellladepunkte sowie 98 Normalladepunkte.

Zahlreiche Kaufanreize

Verkaufsleiter Imhof weiß aber auch, dass die E-Fahrzeuge relativ teuer in der Anschaffung sind. Der Staat biete jedoch zahlreiche Anreize, damit noch mehr Leute vom Benziner oder Diesel umsteigen. Die Fördersätze für Elektrofahrzeuge mit einem Nettolistenpreis unter 40.000 Euro betragen bis zu 9.000 Euro für einen rein elektrischen Antrieb und bis zu 6.750 Euro für ein von außen aufladbares Hybrid-Elektrofahrzeug.

Wer sich ein Elektroauto kauft, ist zudem zehn Jahre lang von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Falls der Arbeitgeber eine Ladestation im Firmengelände installiert hat, ist das Aufladen für den Arbeitnehmer dort steuerfrei.

Wer einen elektrischen Firmenwagen vom Arbeitgeber auch zur privaten Nutzung erhält, muss nur 0,25 Prozent des Nettolistenpreises pro Monat dafür zahlen statt einem Prozent für Autos mit Verbrennungsmotoren.

Die Anschaffung einer Ladestation (Wallbox) und die Installation im nicht öffentlichen Bereich von bestehenden Wohngebäuden kann mit 900 Euro gefördert werden.

Große Firmen mit E-Flotten

Eine Firma, die als E-Fahrzeug-Pionier schon seit zehn Jahren Erfahrungen sammelt, ist die SachsenEnergie (ehemals Drewag). 145 E-Autos hat sie in der Flotte, das sind knapp 30 Prozent des gesamten Fuhrparks. Aufgeladen wird mit Ökostrom. Die Elektro-Pkw stehen zum Großteil im Fahrzeugpool an elf Standorten von SachsenEnergie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung. Außerdem werden sie als Transportmittel für Projektingenieure, Bauleiter und Meister genutzt.

"Die Vorteile der elektrisch angetriebenen Autos sind die Laufruhe, die Fahreigenschaften sowie der Wegfall bestimmter Serviceanwendungen", sagt Pressesprecherin Viola Martin-Mönnich. Dem stünden eine zum Teil noch geringe Reichweite, hohe Anschaffungskosten und das Erfordernis des Aufbaus einer leistungsfähigen Lade-Infrastruktur gegenüber.

Auch das Uniklinikum Dresden setzt zunehmend auf E-Mobilität. Das erste E-Auto wurde dort 2017 angeschafft. Seitdem hat sich der Fuhrpark Jahr für Jahr erweitert, Patienten und Besucher erleben häufig im Gelände, wie die weitgehend geräuscharmen Fahrzeuge zwischen den Gebäuden unterwegs sind. Mittlerweile verfügt das Uniklinikum über zwölf E-Fahrzeuge. Neben neun Kleintransportern, die in der großen Mehrzahl für Fahrten auf dem Campus genutzt werden, gibt es inzwischen drei Pkw für Dienstfahrten. Zwei weitere Fahrzeuge kommen im Herbst 2021 dazu, drei im kommenden Jahr.

Aufgrund der leichteren Bedienbarkeit von E-Autos konnte der Prokurist der "UKD-Service GmbH" Merten Kionka sogar eine Arbeitsplatzförderung für einen Schwerbehinderten einwerben.

Siegeszug des E-Bikes als Vorbild

Damit sich die Nutzung auch im privaten Bereich noch stärker durchsetzt, vertraut Opel-Verkaufsleiter Imhof auf gute Erfahrungen. Er selbst sei kürzlich in der Innenstadt einkaufen gewesen, habe per App eine Ladesäule am Pirnaischen Platz gebucht, dort eine Stunde für acht Euro vollgeladen und keine Parkgebühren bezahlt.

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"Natürlich ist die Reichweite immer noch ein Problem, wer zur Ostsee will, muss nach rund 300 Kilometern nachladen. Aber der Fahrspaß überzeugt auch." Imhof zieht den Vergleich zu E-Bikes. Deren Käufer seien auch anfangs belächelt worden, inzwischen aber hätten sich diese Räder durchgesetzt.

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