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Warten auf die neue Ostmagistrale

Noch immer fehlt die Genehmigung für den Ausbau von Wehlener und Österreicher Straße in Dresden. Wie teuer das Großbauprojekt nun werden soll.

Zu den Fluten 2002 und 2013 stand die Österreicher Straße unter Wasser - die Schäden sollten längst beseitigt sein. Bei Regen sammeln sich große Pfützen auf der Fahrbahn.
Zu den Fluten 2002 und 2013 stand die Österreicher Straße unter Wasser - die Schäden sollten längst beseitigt sein. Bei Regen sammeln sich große Pfützen auf der Fahrbahn. © Marion Doering

Dresden. Eigentlich sollte es längst saniert sein: das letzte Teilstück der Ostmagistrale zwischen dem neuen Schulcampus Tolkewitz und der Leubener Straße in Dresden-Laubegast. Der Bereich zwischen Fetscherplatz und Schulcampus wurde in den vergangenen Jahren Stück für Stück ausgebaut. Doch nach wie vor fehlt die Genehmigung von der Landesdirektion Sachsen (LDS) für den dringend notwendigen Ausbau von Wehlener und Österreicher Straße.

Vor allem die enge Kurve in Alttolkewitz kurz vor dem kleinen Einkaufszentrum macht den Auto- und Straßenbahnfahrern zu schaffen. Längst ist dort eine Tempo-20-Zone eingerichtet, um weitere Straßenschäden und auch Unfälle zu vermeiden.

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Für die Sanierung des Teilstücks zwischen Tolkewitzer Wasserwerk und der Leubener Straße bekommt die Stadt Geld für die Beseitigung von Flutschäden. Allerdings verläuft die Magistrale an dieser Stelle durch den alten Elbarm, der Tolkewitz und Laubegast voneinander trennt.

Und genau das scheint der Knackpunkt bei der Genehmigung zu sein: Um eine lange Umleitungsstrecke während der gut 1,5 Jahre dauernden Bauarbeiten zu vermeiden, haben die Planer der Stadt eine Ausweichstrecke parallel zur jetzigen Straße vorgeschlagen. Dafür soll zwischen dem Toeplerpark auf der Tolkewitzer und Steirischer Straße auf der Laubegaster Seite eine Interimsstraße gebaut werden.

Das Problem: Der Altelbarm ist Landschaftsschutzgebiet, die Planungen sind aufwendig, denn hier spielen vor allem Naturschutzbelange eine entscheidende Rolle.

In Höhe des Toeplerparks soll die Umleitungsstrecke über eine Interimsstraße hinüber nach Laubegast führen. Allerdings wurden hier auch Lebensbereiche von Fischottern und Fledermäusen entdeckt. Eine Genehmigung ist also fraglich.
In Höhe des Toeplerparks soll die Umleitungsstrecke über eine Interimsstraße hinüber nach Laubegast führen. Allerdings wurden hier auch Lebensbereiche von Fischottern und Fledermäusen entdeckt. Eine Genehmigung ist also fraglich. © Marion Doering

Warum konkret die Landesdirektion das Großbauprojekt noch immer nicht genehmigt hat, beantworten weder Stadt noch Landesdirektion selbst. "Für die Bearbeitung der Planverfahren wird bei der Landesdirektion Sachsen Zeit benötigt", heißt es aus dem Straßen- und Tiefbauamt.

Das bestätigt auch die Landesdirektion, so sei das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Aber LDS-Sprecher Holm Felber teilt zumindest mit, welche Schritte nun folgen werden. Zunächst sollen die Planungsunterlagen ausgelegt und die Öffentlichkeit am Projekt beteiligt werden. Dabei ist es möglich, seine Stellungnahme dazu bei der Verwaltung einzubringen. Anschließend gibt es einen Erörterungstermin. "Ein konkreter Zeitpunkt dafür steht noch nicht fest", so Felber.

Von diesem Termin hänge es letztlich ab, ob die Stadt ihre Pläne noch einmal ändern muss. Alle Seiten haben dabei noch einmal die Möglichkeit, ihre Argumente mit der Planfeststellungsbehörde, also der Landesdirektion, zu erörtern. Danach entscheidet die Behörde, ob der Planfeststellungsbeschluss geschrieben und erlassen werden kann oder ob die Planungen verändert oder ergänzt werden müssen.

Dann könnte es sein, dass die Öffentlichkeit erneut beteiligt werden muss. "Im ungünstigsten - und nicht sehr wahrscheinlichen, seltenen - Fall kann es eine Ablehnung der Planung geben", so der LDS-Sprecher. Noch ist also vieles offen, nach einem schnellen Baubeginn klingt das weitere Prozedere jedenfalls nicht.

Die Planungen für den Ausbau der Wehlener Straße sind insbesondere im Bereich des alten Elbarms aufwendig. Hier müssen Naturschutzbelange beachtet werden.
Die Planungen für den Ausbau der Wehlener Straße sind insbesondere im Bereich des alten Elbarms aufwendig. Hier müssen Naturschutzbelange beachtet werden. © Marion Doering

Nach wie vor plant das Straßen- und Tiefbauamt mit der Umleitung durch den Altelbarm. "Die Umleitung beziehungsweise Gebietserschließung über die Schulze-Delitzsch-Straße, die provisorische Fahrbahn durch den Altelbarm und die Steirische Straße sind Bestandteil der Planfeststellungsunterlage." Die Entscheidung über diese Umleitungsstrecke werde nicht separat, sondern erst im Planfeststellungsbeschluss getroffen, erklärt Holm Felber dazu.

Zwar hatte die Stadt auch andere Umleitungsvarianten prüfen lassen - etwa über die Marienberger und Bodenbacher Straße - dort ist aber mit langen Staus zu rechnen. Das Fazit: Eine Interimsstraße durch den Altelbarm ist die preiswerteste und für den Verkehr die schnellste Strecke. Unter den betroffenen Anwohnern eine durchaus umstrittene Option – die Sorge vor einem Verkehrschaos in ihrem Wohngebiet am Toeplerpark ist groß.

Mittlerweile wurden die Baukosten für die Sanierung noch einmal aktualisiert. Demnach müssen die Landeshauptstadt, die Dresdner Verkehrsbetriebe und die Versorgungsunternehmen rund 19,4 Millionen Euro bezahlen. Im Zuge der Straßensanierung werden auch die Gleise und verschiedenen Leitungen erneuert.

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