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Günther Jauch kommt auch

Der Dresdner Sommelier Jens Pietzonka lädt zur ersten Online-Tanzzentrale ein. Doch der Weingenuss bleibt nicht nur virtuell. Dafür sorgt auch Prominenz.

Jens Pietzonkas Weinzentrale Dresden hat schon geselligere Abende gesehen, als es seit Corona möglich ist. Seine rund 400 Weine hält er trotzdem für Genießer bereit.
Jens Pietzonkas Weinzentrale Dresden hat schon geselligere Abende gesehen, als es seit Corona möglich ist. Seine rund 400 Weine hält er trotzdem für Genießer bereit. © Sven Ellger

Dresden. Wären Jens Pitzonkas Eltern Winzer gewesen, sie hätten es vielleicht als schlechtes Omen verstanden. Denn ausgerechnet im Katastrophenjahr 1972 kam ihr Sohn zur Welt. Viel zu kalt und zu nass war es in Deutschland, aber auch in Frankreich und Italien gewesen, so dass die Trauben kaum reifen konnten. So kam nur ein sehr kleiner Jahrgang zustande, der allerdings hoffen ließ. Wie sagt man doch so schön: Mach dich rar, du bist ein Star.

Weithin bekannt ist Jens Pietzonka inzwischen tatsächlich - ausgerechnet als Weinkenner. Der Sommelier betreibt in der Dresdner Neustadt die Weinzentrale als Anlaufstelle für alle, die gern gute Weine genießen und doch mehr Bewegung wollen, als nur locker im Handgelenk das Glas zu schwenken. Denn Pietzonka steht für's ausgelassene Feiern - kultiviert, aber gern mal laut und länger.

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Lebensgefühl fürs Wohnzimmer

Zu erleben ist das nur leider schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Im Februar 2020 lud er zum vorerst letzten Mal zur sogenannten Tanzzentrale ins Pumpenhaus an der Marienbrücke ein. Dort hatte er schon mehrfach Weingenuss und Partylaune mit Musik verbunden. Und zwar so, dass sich jene angesprochen fühlen, die immer wieder bedauern, aus dem üblichen Clubleben herausgewachsen zu sein: Gäste im Alter zwischen 30 und 50.

"Weil wir wahrscheinlich noch sehr lange auf eine Fortsetzung warten müssen, wollen wir jetzt ein wenig Lebensgefühl in die Wohnzimmer der Republik transportieren", sagt Pietzonka. Am 29. April startet er zusammen mit Partnern die erste Online-Tanzzentrale mit Live-Musik aus dem Pumpenhaus und der ebenso üblichen wie beliebten Weinverkostung.

Das geht so: Weinfreunde kaufen in der Weinzentrale ein Paket aus vier verschiedenen Weinen, vielleicht ziehen sie sich zu Hause schick an, sorgen für feine Speisen und passendes Ambiente und machen es sich so vor dem Rechner bequem.

Virtuelle Version als Vision

Um 19 Uhr erleben sie die Präsentationen der Winzer und Weinbauern, deren Weine an diesem Abend zur Wahl des "Ausgehweines 2021" angetreten sind: Günther Jauch mit einem feinen Tropfen von seinem Weingut von Othegraven an der Saar, DJ Fritz Kalkbrenner und Nico Espenschied aus Reinhessen, Nik Weis vom Weingut St. Urbanshof an der Mosel und Matthias Schuh vom Weingut Schuh bei Meißen.

Mit dem Moderator und Millionärs-Sucher Günther Jauch ist Jens Pietzonka schon einige Jahre gut bekannt. Auf einer Werbetour für die Weine seines rund 16 Hektar großen Familiengutes war er einst auch in Dresden gewesen. Dabei zeichnete er den sächsischen Sommelier als Weinbotschafter aus und nannte ihn "deutschlandweit eine Institution".

Bei einem guten Wein war genau dieser zusammen mit Freunden auf die Idee gekommen, Weine im Rahmen einer Tanzveranstaltung nicht nur zu reichen, sondern auch zu testen und zu küren. Rund 500 Gäste erlebten das zur letzten Tanzzentrale mit. Wie viele es zur ersten virtuellen Version werden, kann der Weinhändler nicht wissen. Bisher gebe es 20 Anmeldungen für die sogenannten Zoom-Pakete zu 69 Euro, die die vier Weine und die Eintrittskarte für den Videotreff mit den Winzern, dem Moderator und Gastgeber Jens Pietzonka und den DJs des Abends, Gunjah und Variq, beinhalten. Mit rund 100 Mitzoomern rechnet der Veranstalter.

Hilfe für Unterhaltungsbranche

Außerdem gibt es ein "Partypaket" zu 25 Euro, zu dem eine Flasche Kalkbrenner-Weißwein 2019, ein Tequila-Quickie-Longdrink und der Streamingzugang ab 21.30 Uhr gehören. Kostenlos können alle dabei sein, denen es genügt, der DJ-Musik zu lauschen oder danach im heimischen Wohnzimmer zu tanzen. Die Pakete können noch am Mittwoch und Donnerstag in der Weinzentrale auf der Hoyerswerdaer Straße 26 abgeholt werden.

Das Ende der Veranstaltung regelt die Ausgangssperre. Obwohl alle Gäste zu Hause an ihren Bildschirmen sitzen, muss 22 Uhr Schluss sein. Klingt komisch, ist aber so. Jens Pietzonka erklärt's: "Zumindest wir und die DJs müssen ja noch schnell heim kommen."

Bestellungen der Pakete sind im Internet unter www.weinzentrale.com möglich. Der Erlös der Veranstaltung geht an die Corona-Hilfsinitiative "SOS for Culture", die Betroffene der Veranstaltungsbranche unterstützt. Voraussichtlich ab Mitte Mai ist die Weinzentrale wieder live zu erleben - als Elbzentrale. Dienstag bis Sonnabend ab 15 Uhr wird dann die Weinbar, getarnt als Oldtimer-Feuerwehr Opel Blitz, Baujahr 1965, unterhalb der Albertbrücke stehen.

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