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Razzia gegen Welpenhändler: Polizei befreit Hundebabys

Der Dresdner Polizei ist unter anderem in Laußnitz ein Schlag gegen einen internationalen Welpenhändlerring gelungen. Zwei Hunde wurden gerettet.

Einer der beiden Welpen, die von den Beamten aus den Fängen der Händler gerettet werden konnten.
Einer der beiden Welpen, die von den Beamten aus den Fängen der Händler gerettet werden konnten. ©  Polizeidirektion Dresden/SZ-Collage

Dresden/Laußnitz. Die Dresdner Polizei hat am Donnerstag, den 11. Februar, auf der Insel Rügen und in Laußnitz eine großangelegte Razzia gegen eine mutmaßliche Welpenhändlerbande durchgeführt.

Hintergrund waren Ermittlungen gegen zwei Rumänen und eine 41-jährige Deutsche. Sie sollen seit 2019 junge Hunde aus Osteuropa nach Deutschland gebracht und sie vor allem in Dresden, teils aber auch in Hamburg und auf Rügen für 1.500 bis 2.500 Euro pro Tier verkauft haben.

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Welpen wurden viel zu früh der Mutter entrissen

Dabei sollen die Kriminellen auch die Tierpässe der Welpen gefälscht haben. Den Käufern gegenüber hätten die Täter gelogen und die wahre Herkunft der Hundebabys verschwiegen, heißt es von der Polizei.

Besonders grausam: Die Welpen wurden offenbar viel zu früh ihrer Mutter weggenommen und bekamen auch nicht die vorgeschriebenen Impfungen. Das führte dazu, dass mindestens drei der Welpen kurz nach dem Kauf bei ihrem neuen Besitzer starben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Trio mit den Welpen mindestens 100.000 Euro verdiente. Sie wollten sich auf Kosten der Tiere offenbar einen "gehobenen Lebensstil" leisten, heißt es in der Mitteilung.

Happy End: Hundebabys "fühlen sich wohl"

Die Beschuldigten sollen sich auf die Rassen Golden Retriever, aber auch Cocker Spaniel und Lagotto Romagnolo spezialisiert haben. Diese waren offenbar in Dresden besonders gefragt.

Bei der Großrazzia vergangene Woche in einer Ferienwohnung in Laußnitz und in einer Wohnung in Altefähr auf der Insel Rügen schlugen die Ermittler dann zu. Sie fanden neben 10.000 Euro Bargeld und "Geschäftsunterlagen" auch zwei Autos, mit denen die Welpen offenbar transportiert wurden.

Auch einen tierischen Erfolg konnte die Dresdner Polizei verbuchen: Sie spürten zwei Welpen auf, die noch nicht verkauft worden waren. Das Veterinäramt kam vorbei, mittlerweile sind die beiden Hundebabys in guten Händen im Dresdner Tierheim.

Laußnitzer Bürgermeister äußert sich zur Razzia-Wohnung

Die beiden Welpen seien wohlauf und fühlten sich dort wohl, schreibt die Polizei. Die Ermittlungen gegen die beiden Männer und ihre Komplizin gehen indes weiter. Sie werden wohl noch etwas dauern, heißt es.

Laußnitzs Bürgermeister Joachim Driesnack (Freie Wähler) wusste von dem Polizeieinsatz am Donnerstag vergangener Woche in seiner Gemeinde.

"Anwohnern und auch mir ist aufgefallen, dass auf der Gräfenhainer Straße ein Hubschrauber gelandet ist und auch zahlreiche Polizisten vor Ort waren", sagte er auf Nachfrage von Sächsische.de.

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Die Ferienwohnung sei von privat vermietet worden. Das Thema illegaler Welpenhandel sei ihm aus seiner Gemeinde aber nicht bekannt gewesen.

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