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Nächster Wechsel in Dresdens kleinstem Café

Nach nur drei Monaten zieht sich Betreiberin Madeleine Fischer aus dem Minou am Waldschlößchen zurück. Lange geschlossen bleiben wird es aber nicht.

Erst vor wenigen Wochen übernahm Madeleine Fischer das Café Minou am Waldschlösschen. Nun ist schon wieder Schluss.
Erst vor wenigen Wochen übernahm Madeleine Fischer das Café Minou am Waldschlösschen. Nun ist schon wieder Schluss. © Christian Juppe

Dresden. Veganer Erdbeerkuchen mit Pudding, mediterraner Couscoussalat mit Kichererbsen, Bananenkuchen mit Ricotta. Eben noch machte Madeleine Fischer ihren Stammgästen im Minou auf Facebook den Mund wässrig. Und dann lasen diese am 31. Mai plötzlich das: "Hallo ihr lieben Leute. Ich weiß, es kommt plötzlich, aber ich möchte euch sagen, dass ich das Minou wieder abgeben werde."

Gerade mal drei Monate ist es her, dass Madeleine Fischer Dresdens kleinstes Café, ein früheres Pförtnerhäuschen nahe dem Waldschlösschen, von der Gründerin Teresa Oberle übernommen hat. Seit 2017 hatte die in dem nur zwölf Quadratmeter großen Raum frisch gekochtes Mittagessen und Kuchen angeboten. Bis zu zehn Gäste fanden drinnen Platz, bis die Corona-Krise das Geschäft ausbremste.

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Nun wagte im Frühjahr die frühere Krankenschwester Madeleine Fischer den Schritt in die Selbstständigkeit und betonte, dass sie schon immer gern gebacken und gekocht habe. Erfahrungen in der Gastronomie hatte die 29-Jährige bis dahin keine gesammelt. Der Herausforderung, allein ein eigenes Café zu betreiben, war sie sich allerdings vom ersten Tag an bewusst. Zumal sie bei aller Euphorie nie ihre Familie vernachlässigen wollte, wie sie schon im Frühjahr sagte.

Im Minou gibt es seit 2017 Kuchen und Suppen. Bald soll das Café neu eröffnen.
Im Minou gibt es seit 2017 Kuchen und Suppen. Bald soll das Café neu eröffnen. © Christian Juppe

Deswegen ließ sie es auch langsam angehen, öffnete zunächst nur an einigen Tagen. Mit den wachsenden Möglichkeiten im gelockerten Lockdown stieg jedoch auch ihre Belastung.

"Möchte in einem halben Jahr keinen Burnout haben"

Nun zieht Madeleine Fischer die Notbremse. "Es ist einfach viel zu viel mit zwei Kindern", räumt sie ein. "Wenn man dem Familienleben und dem Anspruch an sich selbst bei der Arbeit gerecht werden will, ist es nicht zu schaffen." Alles zu Hause selber zu backen und zu kochen, das überstieg schon nach kurzer Zeit all ihre Vorstellungen.

Zuletzt seien 15- oder 16-Stunden-Tage keine Seltenheit für sie gewesen. "Meine Familie und meine Gesundheit sind mir das Wichtigste und letztlich haben wir nur das eine Leben und ich möchte in einem halben Jahr keinen Burnout und keine Depression haben. Auch wenn es schade ist, ist es so doch am besten."

Auch einige Tage später fühle sie sich gut mit der Entscheidung. "Ich sehe es nicht als Scheitern, sondern als Experiment, das ich nun lieber abbreche", schrieb sie auf Facebook. Ein Café sei zu diesem Zeitpunkt in ihrem Leben einfach nicht dran gewesen.

Was sie nun besonders stärke: "Ich habe durchweg nur positive Reaktionen erhalten und sehr viel Zuspruch und Verständnis."

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Die vielleicht beste Nachricht, nicht zuletzt für die Kundschaft: Es gibt bereits eine Nachfolgerin, die am 1. Juli starten möchte. Diese sei schon bei der letzten Übergabe des Minou im Frühjahr in der engeren Auswahl gewesen, und bekomme nun die Chance, sich ihren Traum zu erfüllen.

Sie sei dankbar für "eine kurze, aber wunderschöne Zeit, für viele nette Gespräche und liebe Worte", sagt Madeleine Fischer. Künftig will sie als Kundin zurückkommen.

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