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So soll der Dresdner Postplatz bald aussehen

Zwölf Linden, eine Platane und ein großer Brunnen: Was die Stadt Dresden vorm neuen Lidl-Markt im Stadtzentrum genau plant.

Unter Bäumen sitzen und das Wasser sprudeln hören: Der Dresdner Postplatz soll vor den neuen Mary-Ann-Apartments mehr Aufenthaltsqualität erhalten.
Unter Bäumen sitzen und das Wasser sprudeln hören: Der Dresdner Postplatz soll vor den neuen Mary-Ann-Apartments mehr Aufenthaltsqualität erhalten. © plancontext gmbh, landschaftsarchitektur bdla

Dresden. Touristen sehen den Postplatz als das Tor zur historischen Altstadt. Für die Dresdner ist er ein Verkehrsknoten - eine Haltestelle auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Gründe, mehr Zeit dort zu verbringen, gibt es erst, seitdem sich in den vergangenen Jahren Gastronomen auf dem Platz angesiedelt haben. Das Café in der Käseglocke zum Beispiel oder das böhmische Restaurant gegenüber. Nun will die Stadt den Postplatz attraktiver gestalten und ihm mehr Aufenthaltsqualität verleihen. Das soll auch mit Bäumen passieren.

Es geht um die Fläche vor dem alten Fernmeldeamt. Das Haus ist inzwischen abgerissen und durch ein neues ersetzt worden. Die Mary-Ann-Apartments entstehen dort - mehr als 190 Wohnungen. Ganz oben, vor den Penthäusern, sind schon die Gerüste gefallen. Unten zieht Lidl ein. Im Sommer soll alles fertig sein, sodass sich die Landschaftsgestalter mit dem Platz davor beschäftigen können.

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Ein Brunnen mit Bastion

Zentraler Bestandteil wird ein großes Brunnen-Becken aus Grantiplatten. Das Wasser sprudelt aber nicht über Bodendüsen hinein. Nein, über den Platz verläuft diagonal eine Sandsteinmauer, die den ehemaligen Verlauf der Saturn-Bastion wieder sichtbar macht. Ein Teil dieser nachempfundenen Bastion tangiert das Brunnenbecken. An dieser Stelle wird das Wasser heraussprudeln, beschreibt die Stadtverwaltung die Idee.

© plancontext gmbh, landschaftsarchitektur bdla

Umgeben wird der neue Brunnen von Linden. Damit wird die Baumreihe entlang der Marienstraße fortgesetzt und findet vor den Mary-Ann-Apartments ihren Abschluss. Zwölf Linden werden gepflanzt. Darüber hinaus kommt eine einzelne Platane in den Boden. "Bänke unter den Bäumen laden zum Ausruhen und Entspannen ein", verspricht die Stadt. Die Fläche zwischen den Bäumen und dem Brunnen wird versiegelt. Vorgesehen sei Granit-Kleinpflaster, ähnlich wie es auf dem restlichen Postplatz zu finden ist. Der umlaufende Gehweg von der Freiberger Straße über die Marienstraße hinein in die Annenstraße erhält Granitplatten.

Die Panzerkette, das Denkmal an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953, wechselt die Straßenseite und wird in Zukunft vor dem alten Telegrafenamt zu sehen sein.

Rund 2,2 Millionen Euro wird die Vollendung des westlichen Promenadenrings kosten. Mehr als die Hälfte der Kosten wird über Fördermittel gedeckt. "Die Gestaltung des westlichen Promenadenrings als innerstädtische Grün- und Naherholungsfläche ist eines der großen Projekte der Dresdner Stadtentwicklung", schätzt die Verwaltung das Vorhaben ein. Seit 2018 wird daran gearbeitet.

So ist ein Grünzug mit Gehweg und Sitzmöglichkeiten entlang der Marienstraße entstanden. Vor dem Staatsschauspiel sind neue Pflanzbeete angelegt worden und der Dippoldiswalder Platz wird seit Kurzem mit dem wiederaufgebauten Schalenbrunnen der Künstlerin Leoni Wirth geprägt.

Annenstraße erhält einen Mobilitätspunkt

Im Zuge der Platzgestaltung wird auch die Annenstraße saniert. Die Arbeiten haben bereits am Montag gestartet. Bis Ende August wird die Annenstraße zwischen der Hertha-Lindner-Straße und der Kreuzung Am See zunächst vollgesperrt. Danach ist der Abschnitt zwischen Am See und der Einmündung Marienstraße an der Reihe. Die Arbeiten an diesem Abschnitt werden bis Mitte März 2022 dauern.

In einer letzten, etwa zweiwöchigen Aktion nehmen sich die Bauleute schließlich die Marienstraße zwischen der Freiberger Straße und der Zufahrt zum nördlichen Antonsplatz vor. In dieser Zeit kann die Altmarktgalerie-Tiefgarage nur vom Dippoldiswalder Platz angefahren werden.

Was genau hat die Stadt mit der Annenstraße vor? Auf einer Länge von etwa 200 Metern erneuert das Straßen- und Tiefbauamt sowohl die Fahrbahn als auch die Fußwege. Die Straßenbreite wird schmaler und vereinheitlicht, so die Stadt. Die Gehwege können dadurch breiter werden. Sie erhalten einen Mix aus Mosaikpflaster und Granitplatten.

Die vorhandenen Abstellflächen für Autos werden mit größerem Pflaster neu angelegt. Am Fahrbahnrand zu den Mary-Ann-Apartments errichtet die Stadt darüber hinaus einen neuen Mobilitätspunkt. Dort werden sich Dresdner und Touristen in Zukunft Fahrräder und Autos ausleihen können. Auch Ladesäulen und Fahrrad-Lehnbügel werden installiert.

Der grüne Promenadenring soll die Altstadt umschließen, wenn er fertig ist.
Der grüne Promenadenring soll die Altstadt umschließen, wenn er fertig ist. © SZ Grafik/Sylvia Tietze
Auf den Weg ist nun auch der Abschnitt Dr.-Külz-Ring gebracht worden.
Auf den Weg ist nun auch der Abschnitt Dr.-Külz-Ring gebracht worden. © Stadtverwaltung Dresden
Die weitere Begrünung des Pirnaischen Platzes wird derzeit geplant.
Die weitere Begrünung des Pirnaischen Platzes wird derzeit geplant. © Stadtverwaltung Dresden

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Und wie geht es nun mit dem restlichen Promenadenring weiter? Tatsächlich plant die Stadt, den Grünzug über den Dr.-Külz-Ring bis zum Pirnaischen Platz weiterzuführen. Ende März hat der Bauausschuss beschlossen, den Abschnitt zwischen Seestraße und Schulgasse so zu gestalten, dass die Lücken in der bestehenden Baumreihe geschlossen werden. Zwischen den Bäumen soll ein Weg durchführen. Außerdem sind die Vorplanungen für das Areal rund um den Postplatz auf den Weg gebracht worden.

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