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Dresdner App als Eintrittskarte ins Restaurant

Damit Gastronomie, Hotels und Kinos in der Corona-Krise wieder öffnen können, verbindet eine App zwei Forderungen aus der Politik. So soll die Hilfe aussehen.

Kathleen Parma und Jörg Meißner stellen in der City-Apotheke am Goldenen Reiter die neue Funktion der App vor. Apotheker können Schnelltest-Ergebnisse ihrer Kunden in die App übermitteln.
Kathleen Parma und Jörg Meißner stellen in der City-Apotheke am Goldenen Reiter die neue Funktion der App vor. Apotheker können Schnelltest-Ergebnisse ihrer Kunden in die App übermitteln. © Archiv/Rene Meinig

Dresden. Wenn es um Lockerungen im aktuellen Lockdown geht, stehen Restaurants, Theater, Hotels und Großveranstaltungen auf der Liste ganz unten. Obwohl Dresdner Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter umfangreiche Hygienekonzepte erarbeitet und diese im vergangenen Jahr auch getestet haben, ist die komplette Öffnung dieser Branche derzeit nicht absehbar. Zu groß ist das Risiko, dass sich Gäste und Besucher mit dem Coronavirus anstecken könnten und sich das Virus unbemerkt ausbreitet - so die Argumentation der Politik.

Nun soll eine Dresdner App dabei helfen, dass das nicht passiert. Pass4all wurde von der Dresdner Softwarefirma Casonex programmiert, vermarktet wird die App bereits seit Herbst 2020 von Jörg Meißner und Kathleen Parma. Meißner ist in Dresden seit 15 Jahren als Veranstalter der Krimi-Total-Dinner bekannt, Parma betreibt die Ice-Rolls-Factory und engagiert sich in der deutschlandweiten Initiative Leere Stühle für die Öffnung der Branche.

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Nun wurde die App um eine Funktion erweitert und begeistert damit sogar Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU), die sich am Freitag erklären ließ, was Pass4all nun alles kann. Die App zeigt das Ergebnis eines Schnelltests an, den Apotheker und Testzentren durchführen.

Wie funktioniert die App pass4all?

Die Dresdner App Pass4all soll eine Erleichterung für Besucher, Veranstalter und Gesundheitsamt sein. Wenn Veranstalter und Gastronomen die App nutzen, können sie dem Gesundheitsamt zum einen eine nahezu lückenlose Nachverfolgung von Kontakten sichern, so das Versprechen. Und das ganz ohne Zettelwirtschaft, sondern digital, auf schnellem Weg und anonym. Dadurch besteht die Chance, mehr Besucher etwa bei Konzerten oder im Fußballstadion zu empfangen. Oder Restaurants und Kinos zu öffnen.

Erweitert wurde die App nun um eine Funktion, die das Schnelltest-Ergebnis des Nutzers anzeigt. Derzeit bieten diesen Service in Dresden nur die drei City-Apotheken von Katja Daub an, doch schon bald sollen weitere Apotheken und Testzentren - auch sachsen- und deutschlandweit - folgen. Noch sind die Schnelltests kostenpflichtig, sollen demnächst aber kostenlos durchgeführt werden.

Das Ergebnis des Schnelltests können die Apotheker oder Mitarbeiter der Testzentren in die App einstellen, sodass der Nutzer dann 24 Stunden vorweisen kann, dass er das Coronavirus nicht überträgt.

Was kostet die App?

Für den Restaurantgast oder Konzertbesucher ist das Herunterladen und die Nutzung der App kostenlos. Für Veranstalter, Gastronomen und andere Unternehmen, die den digitalen Service nutzen, gibt es verschiedene Preismodelle, die unter anderem von der Besucherzahl abhängig sind.

Für einen Standort, an dem bis zu 5.000 Gäste registriert werden müssen, verlangen die Macher der App monatlich 20 Euro. Für bis zu 100.000 Gäste und maximal sechs Standorte werden pro Monat 350 Euro fällig. Gezahlt werden muss der monatliche Beitrag erst, wenn die Corona-Schutzverordnung zulässt, dass Gaststätten wieder öffnen und Veranstaltungen stattfinden dürfen.

Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch lässt sich erklären, wie die App über den QR-Code, der etwa am Restaurant gescannt wird, funktioniert. Die App verbindet Kontaktübermittlung und Schnelltests: "Ein wichtiger Baustein in einer Öffnungsstrateg
Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch lässt sich erklären, wie die App über den QR-Code, der etwa am Restaurant gescannt wird, funktioniert. Die App verbindet Kontaktübermittlung und Schnelltests: "Ein wichtiger Baustein in einer Öffnungsstrateg ©  Rene Meinig

Wo wird die App bereits eingesetzt?

Die Dresdner Gastronomin Ute Stöhr, die das Schießhaus in der Altstadt betreibt, hat die App bereits vor dem zweiten Lockdown genutzt. "Für die Gastronomie ist dieser Service optimal", sagt sie. Vor allem das Ausfüllen der Zettel an den Tischen habe die Kellner immer viel Zeit gekostet, dass falle mit der App nun weg. Am Eingang zum Schießhaus hängt ein QR-Code, den die Kunden einscannen und darüber automatisch ihre Kontaktdaten zur Verfügung stellen - in Sachsen sind das Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie der Wohnort, die genaue Anschrift muss nicht hinterlegt werden.

Die App kommt nach Angaben von Kathleen Parma unter anderem auch in der Betriebskantine im Dresdner Ammonhof, bei Bäckereien und beim Vierer-Sessellift in Oberwiesenthal zum Einsatz.

Ab kommende Woche steht dann auch die neue Version mit dem Selbsttest-Ergebnis für die Nutzer zum Herunterladen bereit, ergänzt Jörg Meißner.

Kulturministerin Barbara Klepsch sieht in der neuen Funktion einen wichtigen Baustein in einer möglichen Öffnungsstrategie, die eine Kontaktverfolgung verbunden mit Tests vorsieht. Mittlerweile gebe es sehr viele Anbieter solcher Apps, die Ministerin sprach von rund 35 verschiedenen Lösungen, die sie auf dem Tisch hat. Dass die Entwicklung mit der Dresdner App und dem integrierten Schnellest-Ergebnis nun so schnell Fahrt aufnimmt, habe sie nicht erwartet. "Das alles ist bisher mit so viel Papier verbunden, auch in den Gesundheitsämtern. Davon müssen wir wegkommen", so Klepsch.

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