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Azubi erzählt: "Mein Abschluss im Lockdown"

Der Dresdner Robin Böhme musste auch im Homeschooling lernen - und schaffte seine Prüfung. Wie sieht es bei anderen aus?

Azubi der Sachsenenergie Robin Böhme.
Azubi der Sachsenenergie Robin Böhme. © Sven Ellger

Dresden. Im Januar, mitten im Lockdown, beendete Robin Böhme seine Ausbildung als Elektroanlagenmonteur bei SachsenEnergie. „Wir waren nur ein kleiner Jahrgang mit sechs Prüflingen, so fand die Prüfung vor Ort bei der IHK mit Abstand und Maske statt“, so der 21-Jährige.

Doch vorher musste er, wie tausende Dresdner Schüler und Berufsschüler, im Homeschooling lernen. Zum zweiten Mal sind die Schulen nun im Lockdown.

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„Es lief aber gut, wir konnten uns Probeprüfungen ausdrucken und durcharbeiten und die Ausbilder waren immer erreichbar für Fragen“, so Böhme. Um die praktischen Übungen und Prüfungen sicherzustellen, wurden einzelne Lehrinhalte auf Anfang Dezember, vor den Beginn des Lockdowns, vorgezogen.

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„Zu unseren Aufgaben zählen die Behebung von Störungen, wenn zum Beispiel ein Bagger ein Kabel beschädigt hat“, so Böhme. Und das musste er auch in den praktischen Prüfung beweisen.

Zur Ausbildung kam Böhme über seine Familie, die auch in dem Bereich arbeitet. „Nach dem Abi wollte ich eigentlich Elektrotechnik als Duales Studium beginnen, aber vorher steht die Ausbildung“, so der junge Mann. Diese hat er nun erfolgreich beendet und kann sich jetzt dem nächsten Kapitel widmen.

Robin Böhme ist gut durch seine Ausbildung gekommen trotz Lockdown. Doch nicht allen erging es so. Erst an diesem Montag öffnen die Berufsschulen wieder für die Abschlussklassen, viele Eltern und Schüler machten sich Sorgen über den verpassten Lernstoff.

Doch Lars Fiehler, Sprecher der Dresdner Industrie-und Handelskammer gibt eine kleine Entwarnung. "Die geschlossenen Berufsschulen hatten keine nennenswerten negativen Auswirkungen, da die Prüfungsvorbereitung zu großen Teilen gelaufen ist, als die Schulen noch offen waren."

Das spiegele sich auch in den bereits bekannten Prüfungsleistungen wieder. Sie weichen im Prinzip nicht von denen der Vorjahre ab.

Verlängerung: Nur in absoluten Ausnahmefällen

Insbesondere in den Branchen, die von den Allgemeinverfügungen betroffen waren und zeitweise oder noch immer den Geschäftsbetrieb einstellen mussten wie die Gastronomie oder Modeläden, habe es Unterbrechungen und Störungen der praktischen Ausbildung gegeben.

"Dies hat aber nicht dazu geführt, dass es zu Verlängerungen der Ausbildungszeit, zu nicht erfolgten Prüfungen gekommen ist", so Fiehler. Das habe zu großen Teilen auch mit dem Engagement der Ausbilder in den Betrieben zu tun, die immer versucht haben, den Kontakt zu ihren Azubis eng zu halten und ihnen alternative Aufgaben zu geben.

Optimistisch zeigt sich auch die Dresdner Handwerkskammer. "Die Durchführung der Gesellen- und Zwischenprüfungen wird grundsätzlich trotz der Corona-Pandemie planmäßig stattfinden", so Sprecher Daniel Bagehorn.

Auch bei den zu prüfenden Inhalten und der Qualität der Prüfungen werde es keine Abstriche geben. Nur in Einzelfällen sei eine Verschiebung angedacht.

„Uns ist es wichtig, dass den Abschlüssen nicht im Nachhinein ein Corona-Makel anhaftet. Betriebe, Berufsschulen und die Handwerkskammer Dresden ziehen an einem Strang, um den Auszubildenden auch in der aktuellen Krisensituation alle Ausbildungsinhalte zu vermitteln“, betont Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.

Die Ausbildungszeiten müssen, Stand jetzt, nicht verlängert werden. Lediglich in absoluten Ausnahme- und Einzelfällen könnte eine Verlängerung der Ausbildungszeit notwendig sein.

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