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Dresdner Bibos öffnen jetzt auch sonntags

Um Familien noch besser zu erreichen, erweitern die Filialen in der Neustadt und Prohlis ihr Angebot. Sogar Programmieren sollen Kinder lernen können.

Marit Kunis-Michel, Direktorin der Städtischen Bibliotheken. Am Ausleihverhalten der Dresdner konnte sie erkennen, wo diese im Sommer Urlaub gemacht haben.
Marit Kunis-Michel, Direktorin der Städtischen Bibliotheken. Am Ausleihverhalten der Dresdner konnte sie erkennen, wo diese im Sommer Urlaub gemacht haben. © René Meinig

Dresden. Wenn es draußen wieder dunkler und kühler wird, steigt die Lust auf ein gutes Buch, einen heißen Tee und ein kuscheliges Sofa. Für alle, die es in der Woche zu den regulären Bibliothekszeiten nicht schaffen, sich neuen Lesestoff auszuleihen, gibt es jetzt gute Nachrichten: Noch zwei Bibliotheken in den Stadtteilen haben künftig auch am Sonntag offen.

Wann haben die Bibliotheken künftig offen?

Ab dem 1. Oktober erweitern die Städtischen Bibliotheken das "Bibo-7/10"-Netz um die Bibliotheken Prohlis und Neustadt. "Damit sind künftig zwei weitere Stadtteilbibliotheken an sieben Tagen in der Woche offen", sagt die Direktorin der Städtischen Bibliotheken, Marit Kunis-Michel. Die Ausleihe und Rückgabe von Medien sowie die Nutzung der Vor-Ort-Angebote wie Internet und Kopierer sind an allen Wochentagen möglich.

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Bibo 7/10 steht für das neue Dresdner Bibliothekenkonzept. Alle teilnehmenden Bibliotheken erweitern ihre Öffnungszeiten, um an sieben Tagen pro Woche zu öffnen. Das soll allen Besuchern mehr Möglichkeiten zum Verweilen geben. Die Räume in Prohlis können außerdem auch von Vereinen gemietet werden für Treffen.

Bisher bieten die Bibliotheken Klotzsche und Südvorstadt die erweiterten Zeiten an. "Die zusätzlichen Öffnungszeiten werden nicht von Fachpersonal, sondern von einem Sicherheitsdienst betreut, Anmeldung, Ausweisverlängerung und Beratung sind deshalb nicht möglich", so Kunis-Michel. Also Achtung: Wer einen Gebührenstand von über zehn Euro hat, muss vorher zahlen, sonst kann er oder sie sonntags nichts ausleihen.

Was bietet die Bibliothek Prohlis noch?

Der neuen Direktion liegt es am Herzen, allen Dresdnern den Zugang zu Büchern zu ermöglichen. "Viele Bewohner hier in Prohlis müssen jeden Cent umdrehen, für eine Fahrkarte in die Innenstadt zur Zentralbibliothek am Wochenende reicht das Geld oft nicht. Wir müssen hier vor Ort im Kiez präsent sein", sagt die 47-Jährige. Sie wolle ein Bildungsangebot schaffen, dass so niederschwellig wie möglich ist. Ohne Eintrittspreise und mit kurzen Wegen. "Kindern zeitig die Welt der Bücher eröffnen, das ist uns wichtig."

Aber es gibt nicht nur Bücher in den Bibliotheken, sondern auch Brettspiele, DVDs und Computerspiele. "Die sogenannten 'Digital Natives' sind von klein auf mit der neuen Technik des digitalen Zeitalters aufgewachsen. Computerspiele, Internet und Mobiltelefone sind integrale Bestandteile ihres Lebens, sie werden schon früh damit sozialisiert", so die Bibo. "Diese Erfahrungen nutzend, wird jeweils am Donnerstagnachmittag ein rund einstündiger Kurs zum Programmieren durch Medienpädagogen angeboten", sagt die Direktorin. Mithilfe sogenannter "Ozobots" – kleine Roboter, die lachen können, wild wie eine Discokugel blinken und sich um die eigene Achse drehen können – sollen die Kinder angeregt werden, erste Versuche des Programmierens zu starten.

Um Familien in Prohlis kostenlos ein bisschen Kultur zu bieten, startet an diesem Samstag der Familiensamstag. Dieses Format soll neben der Zentralbibliothek nun auch in der Bibliothek Prohlis etabliert werden. Jeweils am 1. Samstag des Monats wird ab 16 Uhr eine Vorstellung für Familien angeboten. An diesem Samstag spiet das Puppentheater Glöckchen "Das übermütige Entchen."

Was leihen die Dresdner am meisten aus?

Die Dresdner seien ein sehr treues Publikum, erzählt Marit Kunis-Michel. Beliebt seien Romane, Kinderbücher und Brettspiele. "Im Lockdown hatten wir einen großen Run auf die Spiele", sagt sie. Und in diesem Sommer konnte sie ableiten, wo die Dresdner im Urlaub waren. "Die Reiseführer von Dänemark und Frankreich waren alle weg."

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