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Dresdner Bibos verleihen Instrumente und Werkzeug

Die Stadt steigt in den Verleih von Gegenständen ein. Zum Start stehen etwa 100 zur Wahl.

In der Dresdner Zentralbibliothek werden ab sofort nicht nur mehr Bücher verliehen. Projektleiterin Martina Reinhold (r.) leiht Nele Freitag ein Mikroskop aus.
In der Dresdner Zentralbibliothek werden ab sofort nicht nur mehr Bücher verliehen. Projektleiterin Martina Reinhold (r.) leiht Nele Freitag ein Mikroskop aus. © PR

Dresden. Bücher, Filme und Musik bieten die Städtischen Bibliotheken in Dresden schon an. Seit Montag sind zwischen den Bücherregalen auch Gitarren, Musikboxen, E-Book-Reader, Keyboards, Hanteln und Werkzeugkoffer zu finden. Eine Nähmaschine, ein Mikroskop, ein Akku-Schrauber und ein Fernrohr gehören ab sofort ebenfalls zu den etwa 100 ausleihbaren Gegenständen in der neuen „Bibliothek der Dinge“.

Wer eine Nähmaschine nur für ein paar Stiche braucht, muss sich nicht extra eine anschaffen. Indem sich mehrere Menschen ein Gerät teilen, werden Ressourcen gespart und die Umwelt geschont, erklärt Marit Kunis-Michel, die kommissarische Direktorin der Städtischen Bibliotheken, das Projekt.

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Die Bibliothek der Dinge befindet sich in der Zentralbibliothek im Kulturpalast. Die E-Book-Reader gibt es auch in den Bibliotheken in der Neustadt, in Laubegast, der Südvorstadt sowie in Cotta. Höchstens vier Wochen darf man die Gegenstände behalten. Manche dürfen ab 12 Jahren ausgeliehen werden, andere erst ab 16. Zusätzliche Gebühren fallen nicht an.

Die Stadt hat sich für die Bibliothek der Dinge mehrere Instrumente angeschafft.
Die Stadt hat sich für die Bibliothek der Dinge mehrere Instrumente angeschafft. © Sandro Rahrisch/SZ

Auch digital gehen die Bibliotheken neue Wege. So wird das Film-Portal „fimfriend.de“ in das Web-Angebot eingebunden. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Streaming-Portal. Das Angebot, das aktuell mehr als 3.000 Videos und Filme umfasst, wird kuratiert.

Autoren-Lesungen im Sommer

Die zurückliegenden Monate hätten gezeigt, wie wichtig der Ausbau der digitalen Angebote sei, sagte Marit Kunis-Michel am Montag, als sie die Bibliotheken-Bilanz für das Krisenjahr 2020 vorstellte. Virtuell – zum Beispiel als E-Book – seien zwar 31 Prozent mehr Entleihungen zusammengekommen. Auch weil das E-Bibo-Angebot im Lockdown stark ausgebaut wurde. Insgesamt sind dennoch rund 17 Prozent weniger Entleihungen gezählt worden als 2019. Darüber hinaus gab es 40 Prozent weniger Neuanmeldungen. Während die Kosten etwa gleichblieben, brach der Erlös um 13 Prozent ein. Er lag am Ende bei etwa 1,1 Millionen Euro.

Geholfen, das Minus abzufedern, habe die „BiboModern“, der Bücherlieferservice, der in Zusammenarbeit mit PostModern entstanden war, so die Direktorin. Mehr als 300 Aufträge zählte die liefernde Bibliothek. PostModern gehört wie die Sächsische Zeitung zur DDV Mediengruppe.

Inzwischen dürfen die Bibliotheken wieder besucht werden. Voraussichtlich ab Juni könnte auch der Betrieb über die Medienausleihe hinaus wieder aufgenommen werden, sagte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke). Dazu gehören Autoren-Lesungen in allen Bibliotheken. „Soetwas kann kein Streamingportal ersetzen.“ Voraussetzung ist aber, dass sich die Zahl der Neuinfektionen weiter nach unten bewegt.

Ausgeweitet wird im Sommer die tägliche Bibo-Öffnung von Montag bis Sonntag. Der Testlauf in der Südvorstadt habe hervorragend funktioniert, so die Direktorin. Dort konnten im vergangenen Jahr sogar mehr Besucher gezählt werden – trotz Krise. Ab 1. Juni kommt die Klotzscher Bibliothek dazu. Am 1. September folgen Neustadt und Prohlis, am 1. Oktober Strehlen. Immerhin hätten die Bibliotheken im vergangenen Jahr einen wesentlichen Beitrag für die Bildungslandschaft geleistet, als die Schulen geschlossen waren, so Klepsch weiter.

www.bibo-dresden.de

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