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Dresdner Elbeflohmarkt startet am 15. April

Jörg Korczynsky und Thomas Szymkowiak sind die neuen Gesichter hinter dem Traditionsflohmarkt am Elbufer. Wie ihr Konzept aussieht und was sie anders machen wollen.

Von Nora Domschke
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Der Elbeflohmarkt an der Albertbrücke hat einen neuen Betreiber. Ramschkisten auf dem Boden soll es künftig nicht mehr geben, dafür ein breiteres Angebot an Händlern.
Der Elbeflohmarkt an der Albertbrücke hat einen neuen Betreiber. Ramschkisten auf dem Boden soll es künftig nicht mehr geben, dafür ein breiteres Angebot an Händlern. ©  Archiv: Rene Meinig

Dresden. Dresdens größter Trödelmarkt startet nicht nur in eine neue Saison, sondern auch mit neuen Organisatoren: Jörg Korczynsky und Thomas Szymkowiak übernehmen den Dresdner Elbeflohmarkt, der bis einschließlich November jeden Samstag auf der Freifläche am Käthe-Kollwitz-Ufer unterhalb der Albertbrücke stattfinden wird.

Anders, als die Stadt kürzlich mitteilte, startet der erste Flohmarkt nicht am 1. April, sondern am 15. April. "Wir haben erst an diesem Dienstag den Vertrag mit der Stadt unterschrieben", sagt Jörg Korczynsky. "So kurzfristig hätten wir die Organisation des Flohmarktes nicht stemmen können."

Thomas Szymkowiak (l.) und Jörg Korczynsky organisieren in den nächsten Jahren den wöchentlichen Elbeflohmarkt am Käthe-Kollwitz-Ufer.
Thomas Szymkowiak (l.) und Jörg Korczynsky organisieren in den nächsten Jahren den wöchentlichen Elbeflohmarkt am Käthe-Kollwitz-Ufer. © Marion Doering

Korczynsky organisiert den Elbeflohmarkt für die DDV Sachsen GmbH, die zur DDV Mediengruppe gehört, in der auch die Sächsische Zeitung und Sächsische.de erscheinen. Als Partner hat er sich Thomas Szymkowiak ins Boot geholt. Der 52-Jährige ist ein alter Hase im Trödelmarktgeschäft. In Dresden betritt er damit allerdings Neuland. Zwar sitzt seine Agentur Projektzentrum Dresden in der Landeshauptstadt - Trödelmärkte organisiert Szymkowiak bislang aber nur in 15 anderen Städten, vor allem in Ostdeutschland, darunter Leipzig, Rostock, Berlin und Magdeburg.

Seit 1998 kennt er das Geschäft, übernahm zwischenzeitlich auch den Heiratsmarkt in Diesbar-Seußlitz und war im Konzertbereich aktiv. "Das habe ich aber wieder aufgegeben." Dass die Zusammenarbeit mit Jörg Korczynsky gut funktioniert, haben beide schon getestet, als sie die Antik-Schlösser-Tour organisierten, die nun wieder in alleiniger DDV-Hand liegt. In Dresden hat Szymkowiak den Oldtimermarkt im Alberthafen auf die Beine gestellt - nun folgt mit dem Elbeflohmarkt also sein nächstes Projekt. Und das soll künftig etwas anders laufen.

Kindersachen-Märkte und Schätzungen geplant

"Wir wollen den Trödelmarkt weiterentwickeln", erklärt Korczynsky, der in diesem Bereich ebenfalls jede Menge Erfahrung hat. Seit 2012 organisiert er die SZ-Kunst- und Trödelmärkte in ganz Sachsen. In Dresden hat er schon an diesem Wochenende alle Hände voll zu tun - am 1. und 2. April startet der wöchentliche Flohmarkt am Haus der Presse. Dazu kommt der Riesentrödelmarkt, der einmal im Monat unter den alten Kastanienbäumen auf der Galopprennbahn stattfindet.

Mit ihrem Konzept für den Elbeflohmarkt, der seinen Namen übrigens behalten wird, konnten sich die beiden Markt-Experten gegen drei weitere Bieter durchsetzen. Anfang dieses Jahres hatte die Stadt den Flohmarkt neu ausgeschrieben. DDV Sachsen betreibt ihn nun zunächst bis Ende 2027.

"Dass wir den Zuschlag bekommen haben, könnte auch daran liegen, dass wir thematische Specials, wie Babysachen- und Kinderflohmärkte oder Schätzungen von alten Dingen anbieten wollen", sagt Thomas Szymkowiak. Aber das Wichtigste für ihn und die Trödelwelt sei und bleibe zunächst, der beliebte Kult-Flohmarkt an der Albertbrücke endlich wieder stattfindet. Szymkowiak will seine Kontakte zu den Händlern in den anderen Städten nutzen und diese nach Dresden holen. "Dadurch soll sich auch das Angebot erweitern, etwa um Möbel, Kunst oder Spielzeug." Ziel sei es, den Markt auch optisch zu verändern. "Wir wollen weg von der Ramschkiste - oder sie wenigstens besser präsentieren."

Flohmarkt für jedermann

Szymkowiak betont aber, dass der Elbeflohmarkt ein Flohmarkt für jedermann bleiben soll. "Wir wollen keinen Antiquitätenmarkt daraus machen." Mit rund 70 Prozent sollen die privaten Anbieter, die Sachen, die sie nicht mehr brauchen, auf dem Flohmarkt verkaufen, in der Mehrheit bleiben. "Diese Dinge bekommen dadurch eine zweite Chance, was ja auch mit Nachhaltigkeit zu tun hat", schwärmt Korczynsky über das Prinzip eines Trödelmarktes.

Was wird sich noch ändern auf dem Elbeflohmarkt? "Er ist künftig eine Stunde länger, also bis 15 Uhr, geöffnet." Das sei der Wunsch vieler Händler, aber auch Besucher gewesen. Dadurch verteile sich das Publikum etwas besser, und auch die gastronomischen Anbieter würden davon profitieren, so Korczynsky.

"Wir suchen noch Händler, die das kulinarische Angebot erweitern und mehr zu bieten haben als nur Bratwurst." Streetfood aller Art, Veganes, Regionales - alles sei möglich. Neu ist auch, dass der Elbeflohmarkt im Dezember pausieren wird. Kaltes Wetter und Konkurrenz durch die Weihnachtsmärkte seien die Gründe für diese Entscheidung.

Wer einen Stand auf dem Elbeflohmarkt nutzen will, kann sich dafür jederzeit anmelden. Korczynsky und Szymkowiak rechnen damit, dass pro Flohmarkt rund 200 Händler am Elbufer ihre Waren anbieten. Für einen drei Meter langen Bereich werden 30 Euro fällig."

Was weiterhin so bleiben wird: Die Händler müssen ihre Autos vom Elbufer wegfahren und woanders parken", erzählt Szymkowiak. Besuchern rät er, mit Bus, Bahn oder Fahrrad zu kommen. Wer auf sein Auto nicht verzichten will, kann den kostenlosen Parkplatz an der Wiegardstraße nutzen, so sein Tipp.

Alle Informationen zum Elbeflohmarkt und zur Anmeldung. www.elbeflohmarkt-dresden.de. Wer auf dem Markt mitarbeiten will, kann sich per E-Mail unter folgender Adresse melden: [email protected].

www.flohmarkt-sachsen.de