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Dresdner Elbepegel wird weiter steigen

Vor drei Wochen kletterte der Wasserstand über die Vier-Meter-Marke. Es galt Hochwasseralarmstufe 1. Wie es jetzt weitergeht.

Die Elbe wird die Elbwiesen bis zum Sonntag noch ein Stück mehr überfluten.
Die Elbe wird die Elbwiesen bis zum Sonntag noch ein Stück mehr überfluten. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Dresden. Die Grafik ist eindeutig, es gibt kein Vertun. Der Pegel der Elbe steigt wieder. Vor knapp drei Wochen hatte er bereits das Maß für die Hochwasseralarmstufe 1 erreicht. Das sind vier Meter. Am Freitagnachmittag stand er bei knapp drei Metern, Tendenz steigend.

Die Vorhersage des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) reichte da bis etwa Sonntagmittag. Dazu gehört auch das Landeshochwasserzentrum. 3,65 Meter prognostizierten die Fachleute dieser Dienststelle am Freitag für den Sonntag.

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Fähre "Johanna" ist wieder in Betrieb

"Die Prognose wird alle drei Stunden erneuert, zwei Mal am Tag fließen dabei auch die Daten aus Tschechien ein", erklärt Karin Bernhardt, die Sprecherin des Landesumweltamtes. Wie eine Wettervorhersage werden die dabei angegebenen Werte für die kommenden Tage mit näherrückender Zeit immer genauer. "Es gibt also noch eine Spannbreite", so Bernhardt mit Blick auf den Sonntag. Am Freitag lag sie bei zehn bis 20 Zentimetern, am Sonnabend sind die prognostizierten Werte schon näher an der Realität, die die Dresdner am Sonntag beim Spaziergang an der Elbe vorfinden werden.

Immerhin: Seit Freitag können sie dabei auch wieder mit der Fähre Neustadt-Johannstadt übersetzen. Sie musste beim Hochwasser vor zwei Wochen den Betrieb einstellen. "Ab einem Pegel von 4,20 Metern denken wir darüber nach, bei 4,35 Metern ist Schluss", erklärt der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) Falk Lösch die Vorgehensweise seines Unternehmens.

Dabei sind Wasserstand und Strömung der Elbe für die Schiffe kein Problem. Doch die Länge der beweglichen Fähranleger, die entsprechend dem Wasserstand immer weiter an Land gezogen oder Richtung Flussmitte geschoben werden können, ist dann ausgereizt. Dann können daran zwar die Schiffe noch festmachen, aber Kundenverkehr wäre zu gefährlich.

Wenig Wasser im Dresdner Schnee

So gefährlich wird es dieses Mal wahrscheinlich nicht. "Wir müssen nächste Woche nochmal darauf schauen", sagt Karin Bernhardt zur Pegelentwicklung. Vorerst sei aber kein schweres Hochwasser zu erwarten. "Die Alarmstufe 1 wird am Pegel in Schöna nur unten angekratzt", meint sie mit Blick auf das Wochenende. In Dresden werde sie voraussichtlich nicht erreicht. Im Flachland und den mittleren Gebirgslagen sei der Schnee so gut wie weg, "die Flüsse reagieren kaum, es gibt nur örtlich kleinere Überflutungen oder Überschwemmungen".

Interessant wird es, wenn auch im Riesengebirge die Schneeschmelze mit Macht einsetzt. Das könnte in der nächsten Woche der Fall sein, in der es in Deutschland bis zu 20 Grad warm werden kann. Doch auch da erwarten die Fachleute im Landeshochwasserzentrum keine unangenehmen Überraschungen.

Anders als im April 2006, als die Elbe einen Wasserstand von 7,49 Metern erreichte. Damals ging ein schneereicher März voraus, der Wasservorrat in der Schneedecke war deutlich höher als jetzt in der zweiten Februarhälfte. Dieser Vorrat ist vor allem von der Beschaffenheit des Schnees abhängig. Neuschnee und Pulverschnee enthalten relativ wenig Wasser, Pappschnee oder Schnee, der schon lange liegt, sind wasserreicher.

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