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Dresdner Gesundheitscoach: "Corona war Boom für mich"

Der 23-jährige Connor Brand hilft gestressten Dresdnern dabei, fit und gesund zu bleiben. In der Krise ist seine Unterstützung besonders gefragt.

Connor Brand hat in Dresden den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt - und auch die Pandemie gut überstanden.
Connor Brand hat in Dresden den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt - und auch die Pandemie gut überstanden. © privat

Dresden. Irgendwann hatte Connor Brand die Nase voll. Das war 2017. Damals studierte der junge Mann Präventions-, Reha- und Fitnesssport an der TU Chemnitz, nebenbei arbeitete er bei einer bekannten Fitnessstudiokette.

"Ich hatte eine Trainerlizenz gemacht, weil es schon immer mein Traum war, meine Begeisterung für Sport an andere weiterzugeben, Ernährungspläne zu erstellen und das Ganze auch für Nicht-Leistungssportler erlebbar zu machen", erzählt Brand.

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"Wir sollten den Kunden Pillen andrehen"

Doch die Realität sah anders aus. "Ich war zwar auch Trainer, wurde aber meistens am Empfang eingesetzt, sollte Kabinen putzen und irgendwann ging es hauptsächlich darum, den Kunden Nahrungsergänzungsmittel anzudrehen", sagt Brand.

Besonders diejenigen, die eine gute Betreuung gebraucht hätten, bekamen sie nicht, sagt er. "Es ging nicht darum, wirklich jeden zum Erfolg zu bringen." Auch in die Physiotherapie zu wechseln, kam für Brand nicht in Frage.

Denn für die meisten Menschen, etwa mit Rückenproblemen, sei es nur eine kurze Phase mit fünf bis sieben Terminen in der Praxis. "Für wirkliche Ergebnisse ist das nicht langfristig genug."

Immer mehr unseriöse Online-Fitnesstrainer

Über einen Kontakt zum Betreiber des "John Reed"-Fitnessstudios in der Dresdner Altstadt bekam er 2018 die Möglichkeit, sich stundenweise in die Räume einzumieten - der Start in die Selbstständigkeit, Brand zog in die Landeshauptstadt.

Ein großes Risiko, auch finanziell. "Am Anfang habe ich den Fehler gemacht und gedacht, ich müsste alle Leute mit meinem Angebot abholen, weil ich ja eine recht breite Expertise habe", erzählt er. Zur gleichen Zeit explodierte auch die Fitness-Influencer-Szene. Immer mehr unseriöse Online-Video-Kurse bringen der Branche einen schlechten Ruf ein.

"Da wollte ich mich ganz klar abgrenzen. Ich habe mir eine Internetpräsenz aufgebaut und mich klar für eine Zielgruppe entschieden." Blickt der Gesundheitscoach heute zurück, sagt er, das sei der richtige Weg gewesen.

Der 23-Jährige wirbt gezielt um Menschen, die viel im Büro sitzen und wenig Freizeit haben. Am Anfang steht immer ein persönliches Gespräch, etwa 30 Minuten lang. "Ich frage jemanden, wie er sich ernährt, wie es mit der Beweglichkeit, der Motivation und mit den Sportgewohnheiten aussieht", sagt Brand.

Dabei gebe er bereits erste Tipps. In einem zweiten längeren Termin führe er dann eine Fitnessanalyse durch - kostenlos. Denn Brand möchte keine Heilsversprechen abgeben. "Alles was ich den Leuten erzähle, gibt es überall zu lesen und anzugucken", sagt er.

Selbst wer danach nicht für seine Unterstützung zahle, verbreite gute Mund-zu-Mund-Propaganda. "Viele kämpfen aber vor allem mit dem inneren Schweinehund und kommen dann doch wieder auf mich zu."

Experte rät: So bleiben Sie im Lockdown fit und gesund

Generell habe die Krise das Gesundheitsthema beflügelt. Obwohl alle Termine online stattfinden, habe er als Selbstständiger keine finanziellen Einbrüche. Im Gegenteil: "Ich traue es mich kaum zu sagen, aber Corona war ein Boom für mich." Ab April hat Brand sogar ein eigenes Studio auf der Hansastraße.

Er verstehe sich nicht als reiner Personaltrainer. Nur wer möchte, könne auch mit ihm gemeinsam trainieren. Eher ginge es um kleine Veränderungen der Gewohnheiten.

Für die Zeit im Lockdown hat er konkrete Tipps. "10.000 Schritte pro Tag sollte man laufen, heute hat jeder einen Schrittzähler am Handy", sagt Brand. Damit sei Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits vorgebeugt. Außerdem wichtig: Ein ergonomischer Arbeitsplatz.

"Füße auf dem Boden, Monitor auf Augenhöhe, Unterarme auf den Tisch ohne den Nacken anzuspannen. Und alle 55 Minuten sitzen durch fünf Minuten Bewegung ausgleichen."

Und ernährungstechnisch helfe es, 2,5 Liter Liter am Tag zu trinken, immer frisch zu kochen und weitestgehend auf Weizenmehl und Zucker zu verzichten. Kein Hexenwerk. Wäre da nicht der Schweinehund.

Hier geht es zur Website des Gesundheitscoachs.

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