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Dresdens Hoffnung auf weiße Weihnacht

In den vergangenen neun Jahren lag Weihnachten kein Schnee in Dresden. Was in diesem Jahr dafür spricht, dass es anders wird.

So sah die Bautzner Straße am 4. Februar 2019 in Bühlau aus. Weiße Weihnacht gab es aber weder im Dezember 2018 noch 2019.
So sah die Bautzner Straße am 4. Februar 2019 in Bühlau aus. Weiße Weihnacht gab es aber weder im Dezember 2018 noch 2019. © Archiv/Christian Juppe

Dresden. Es gibt Grund zur Hoffnung. Mehr, als im vergangenen Jahr. Und vielleicht klappt wenigstens das in diesem so unglaublichen Corona-Jahr, in dem so manche Weihnachtstraditionen auf der Strecke bleiben werden. Nachdem in den vergangenen neun Jahren in Dresden nie Schnee zum Weihnachtsfest lag, könnte es dieses Mal anders kommen.

Das liest Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) aus seinen Wetterkarten. Eine reichliche Woche vor dem Fest studierte er die Grafiken in seinem Computer. Seine Antwort auf die Frage, ob es in Dresden vielleicht in diesem Jahr Schnee zu Weihnachten geben könnte. "Es deutet sich an, dass um die Weihnachtsfeiertage deutlich kältere Luftmassen bei uns einfließen."

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Tief "Duglore" bestimmt unser Wetter

Deshalb gebe es ein "kleines Hintertürchen" für Schnee am 24. Dezember oder einen der folgenden Feiertage. Doch ob mit der kalten Luft auch Niederschlag kommt, kann Engelmann derzeit noch nicht sagen.

"Duglore" heißt das Tief, das derzeit über den britischen Inseln liegt und das Wetter bei uns bestimmt. Den Namen muss Engelmann buchstabieren, er selbst hat ihn noch nie zuvor gehört. "Bis nächste Woche regeneriert sich dieses Tief immer wieder", sagt der Wetterfachmann, "wir bleiben östlich davon".

Das heißt, kalte Luft von Westen kommt vorerst nicht, dafür schaufelt das Tief aus dem Südwesten warme Luft nach. Schon am Donnerstag folgt Tief "Eva", so geht es weiter bis in die nächste Woche. "Die Tiefs geben sich die Klinke in die Hand", sagt Engelmann.

"Es geht Richtung Winter"

Doch dann erwartet er eine Änderung. "Richtung 23. und 24. Dezember scheint sich die Großwetterlage zu verschieben." Tiefs ziehen über Skandinavien nach Mitteleuropa, es kommt deutlich kältere Luft zu uns. Eine Voraussetzung für richtiges Winterwetter ist damit gegeben.

Ob aber auch Niederschlag kommt, ist dagegen noch nicht sicher. Engelmann rechnet mit einer "nasskalten Phase" und stellt fest, "über dem Atlantik setzt sich dann ein dickes fettes Hoch hin". Damit seien von Westen kommende Tiefs ausgeschlossen. "Sie haben nur die Chance, ganz weit in den Norden zu ziehen und dann von Nord nach Süd zu uns zu kommen." Damit sei Schnee möglich. "Es geht Richtung Winter", legt er sich fest.

Seit 1935 genau 24-mal weiße Weihnachten in Dresden

Im vergangenen Jahr war das anders. Unbeständiges Wetter mit milden Temperaturen bestimmte Weihnachten 2019 das Wetter. So kam es, wie bis dahin schon 60-mal seit 1935, also seit dem Jahr, in dem zum ersten Mal die Wetterdaten am Dresdner Flughafen aufgezeichnet wurden: Weihnachten lag in Dresden kein Schnee.

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Nur 24-mal gab es seit 1935 in Dresden weiße Weihnachten. Dass es dieses Jahr zum 25. Mal klappt, ist nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. Denn Kälte allein reicht nicht, Niederschlag braucht es dafür auch. Und den kann Florian Engelmann eine Woche vor Weihnachten noch nicht ankündigen.

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